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Vegan ernähren: Nur ein Trend oder eine empfehlenswerte Lebensweise?

leckere vegane Küche zum Genießen
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Eine grüne Welt ohne Hungersnöte, auf welcher Menschen wie auch Tiere friedlich miteinander leben – klingt nach einem utopischen und unrealistischen Zustand? Möglich, jedoch kann jeder seinen Teil zu einer besseren Welt beitragen.

Die Umstellung auf vegane Ernährung ist eine gute Möglichkeit, in Sachen Umweltbewusstsein, Tierwohl und Artenschutz den ersten Schritt in die richtige Richtung zu setzen. In den letzten Jahren ist die vegane Lebensweise immer präsenter geworden. Medien berichten über vegane Ernährung und auch das Angebot veganer Alternativen im Supermarkt und in der Gastronomielandschaft steigt stetig.

Dennoch gibt es immer wieder Kritik, es begegnen einem Vorurteile wie Mangelerscheinungen durch vegane Ernährung und die Unterstützer von Fleisch und Massentierhaltung finden sich immer noch in allen Kreisen wieder.

In diesem Ratgeber wirst Du übersichtlich informiert, was dazu gehört, sich vegan zu ernähren, welche Vor- und Nachteile es gibt, beziehungsweise welche Vorurteile gerechtfertigt sind. Zudem kannst Du mehr lesen über wichtige Nährstoffe und Mangelerscheinungen und mit der einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Ernährungsumstieg gelingt die vegane Ernährung direkt besser.

Bilde Dir Dein eigenes Urteil über vegane Ernährung, Trends und Lebensweisen und entscheide für Dich, wie Du Deine Zukunft auf der Welt gestalten möchtest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine vegane Lebensweise ist der grundsätzliche Verzicht auf Lebensmittel und Produkte tierischen Ursprungs.
  • Wer sich vegan ernährt, tut dies zumeist aus ethischen Gründen für das Tierwohl und die Umwelt.
  • Durch den zunehmenden Trend veganer Ernährung gibt es eine immer größere Auswahl veganer Produkte.
  • Eine vegane Ernährung führt entgegen weitreichender Annahmen nicht per se zu Mangelerscheinungen.
  • Eine Ernährungsumstellung auf vegane Ernährung ist auch gesundheitlich empfehlenswert.

Was ist vegane Ernährung und was ist Veganismus?

Sich vegan zu ernähren bedeutet in jeder Hinsicht auf tierische Produkte wie Fleisch, Fisch, Milch oder Eier zu verzichten.
Veganismus geht dann über die reine vegane Ernährung noch hinaus. Eine wissenschaftliche Begriffsdefinition gibt es bereits aus dem Jahr 1944 von der Vegan Society of England. Beim Veganismus soll auf alle Formen der Ausbeutung von Tieren verzichtet werden.

Hierzu zählt die vegane Ernährung, der Verzicht auf tierische Materialien für Kleidung und Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs für Kosmetika. Darüber hinaus werden auch Unterhaltungsprogramme mit Tieren in Zirkussen, Zoos etc. gemieden.
Verzichtet wird auf die tierischen Lebensmittel und Produkte in erster Linie aus ethischen Gründen zum Wohl der Lebewesen.

Hintergründe: Was Du über vegane Ernährung wissen solltest

In diesem Kapitel erfährst Du, was vegane Ernährung von vegetarischer unterscheidet und welche Vor- und Nachteile Du wissen solltest, wenn Du überlegst, Dich vegan zu ernähren.

Vegane Ernährung Obst und Gemüsemarkt

Auch wenn Du Dich vegan ernährst, hast Du eine große Auswahl an Nahrungsmittel im Supermarkt.

Was ist der Unterschied zwischen veganer und vegetarischer Ernährung?

Veganer verzichten grundsätzlich auf alle Produkte tierischen Ursprungs.
Vegetarier verzichten lediglich auf Fleisch und Fisch. Pauschal kann man sagen, sie verzichten auf Produkte von toten Tieren, also meistens auch auf Produkte, die Gelatine enthalten. Wiederum Milch und Eier essen Vegetarier.

Welche Auswirkungen hat vegane Ernährung auf den Körper?

Eine ausgewogene vegane Ernährungsweise ist gesund und kalorienarm. Dadurch entsteht ein besseres Körpergefühl und dauerhaft ein höheres Energielevel. Die Darmflora wird durch die, durch pflanzliche Ernährung aufgenommen, Bacteroides aufgebessert, dadurch wird Fettabbau unterstützt und der Insulinspiegel verbessert.

Welche Lebensmittel sind wichtig für vegane Ernährung?

Wichtig bei einer veganen Ernährung ist die allgemeine Ausgewogenheit an Lebensmitteln. Die folgende Infografik stellt das Verhältnis an Lebensmitteln einmal grob dar.

vegane Ernährungspyramide zur Einteilung von Lebensmitteln

Die vegane Ernährungspyramide ist ein guter Anhaltspunkt um sicherzugehen, dass Du Dich gesund und ausgewogen ernährst.

Ganz unten siehst Du die Basiselemente Obst und Gemüse. Diese Basis sollte den Großteil Deiner Ernährung ausmachen. Je spitzer die Pyramide wird, desto kleiner wird der Anteil der Lebensmittel an Deiner Ernährung. Heißt also, Süßigkeiten, Knabbereien und Alkohol sollte nur einen sehr geringen Teil Deiner Ernährung ausmachen.

Was sind die Vorteile von veganer Ernährung?

Vegane Ernährung hat viele Vorteile, hier liest Du die wichtigsten Vorteile.

Ferkel Bauernhoftiere glückliches Tierleben durch Veganismus

Nicht nur auf Deine Lebensweise hat vegane Ernährung eine Auswirkung.

Du setzt Dich für das Tierwohl ein

Mit einer veganen Ernährung gibst Du Massentierhaltung keine Chance. Denn eine Kuh auf der grünen Wiese ist fast immer ein Scheinbild. Vielmehr ist die heutige Tierhaltung eine systemische Lebensmittelmittelproduktion, die vor allem auf Masse setzt.

Gut zu wissen: Mit einer veganen Ernährung distanziert man sich nicht nur von dieser Ausbeutung, sondern setzt auch ein klares Zeichen als Konsument. Wird weniger gekauft, sinkt die Nachfrage und langfristig wird das Angebot hoffentlich zum Wohle der Tiere verbessert.

Vegane Ernährung für eine bessere Umwelt

Durch die Tierindustrie und die Massentierhaltung werden stetig Ressourcen verschwendet und übermäßig genutzt. Dadurch trägt die Fleischindustrie maßgeblich zur Klimaerwärmung bei. Im Vergleich zum Anbau pflanzlicher Lebensmittel ist der Land- und Wasserverbrauch viel höher.

Bessere Gesundheit durch vegane Ernährung

Es gibt inzwischen sehr viele seriöse Studien, die belegen, dass eine ausgewogene vegane Ernährung zu einer besseren Gesundheit führt und auch eine höhere Lebenserwartung wahrscheinlich ist. Auch die Darmflora wird verbessert durch rein pflanzliche Ernährung.

Vegane Ernährung erhöht die Lebensqualität

Umwelt, Tierwohl und die eigene Gesundheit sind sehr starke Argumente für eine vegane Lebensweise. Das folgende Video zeigt Dir anschaulich, wie sich unser Leben positiv verbessern würde, wenn wir alle vegan leben würden:

Was sind die Nachteile von veganer Ernährung?

Natürlich hat jede Lebensweise auch Nachteile, die meisten Nachteile veganer Ernährung lassen sich allerdings gegenargumentieren.

Die Auswahl veganer Ernährung ist komplizierter

Besonders am Anfang, wenn man beginnt, sich vegan zu ernähren, fallen eine Vielzahl an Produkten weg und die Auswahl an Lebensmittel kann etwas schwieriger sein. Jedoch ist dieser Nachteil nur anfangs bemerkbar, denn es gibt unzählige vegane Lebensmittel und das Angebot von veganen Ersatzprodukten ist inzwischen in jedem Supermarkt sehr groß.

Vegane Ernährung in der Familie schwer akzeptiert

In der eigenen Familie oder bei einem Familienfest stoßen viele Personen, die sich vegan ernähren, auf Vorurteile und Unverständnis. Noch gibt es viele Personen, die der veganen Ernährung eher kritisch gegenüber stehen. Mit etwas Feingefühl und parat gehaltenen Argumenten gegen die typischen Vorurteile lässt sich aber auch die Akzeptanz-Zeit in der Familie aushalten.

Gefahr von Mangelerscheinungen

Bestimmte Nährstoffe wie z.B. Vitamin B12 nimmt der Mensch über tierische Lebensmittel auf. Mit einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema vegane Ernährung und einem Test über den Nährstoffbedarf des eigenen Körpers können Mangelerscheinungen durch die Ernährungsumstellung aber verhindert werden.

Unterwegs ist vegane Ernährung heute noch schwierig

Auswärtig essen gehen kann sich mitunter schwierig gestalten. In Großstädten und Tourismus-Gegenden nimmt auch das Angebot veganer Speisen aufgrund steigender Nachfrage immer mehr zu. Doch in vielen Gebieten ist das Angebot aktuell noch verschwindend gering, oft gibt es nur wenige vegetarische Gerichte auf der Speisekarte traditioneller Restaurants.

Keine Ernährung zum Geld sparen

Im ersten Moment könnte man denken, dass vegane Ernährung günstiger sein müsste, da doch meist Fleisch und Fisch das teurere Produkt im Geschäft ist. Doch besonders die veganen Ersatzprodukte haben eine hohe Marge und gehen schnell in den Geldbeutel.

Vegane Ernährung – 5 einfache Schritte zum Umstieg

In diesem Kapitel erfährst Du, wie Du am einfachsten mit veganer Ernährung starten kannst.

leckere vegane Frühstücksbrote mit Avocado, Banane und Tomaten

Einseitig und langweilig? Ganz und gar nicht! – Vegane Ernährung ist bunt, kreativ und vor allem gesund.

Schritt 1: Lass Dich inspirieren

Du hast Dich sicherlich bereits näher mit den Themen veganer Ernährung, Tierwohl oder Umwelteinflüssen tierischer Lebensmittel beschäftigt und bist deshalb hier gelandet.

Unsere Empfehlung an Dich: Informiere Dich weiter, schaue Dokumentationen, blättere in Magazinen über vegane Rezepte, tausche Dich mit Freunden oder auf Social Media aus – lass Dich inspirieren. Auch ein Besuch in einem veganen Restaurant wird Dir zeigen können, wie vielfältig und lecker vegane Ernährung sein kann.

Nun stellt sich noch die Frage, bist Du der Typ für eine radikale Umstellung? Oder lässt Du lieber nach und nach tierische Produkte weg und stellst allmählich Deine Ernährung um? Egal wie, da gibt es weder richtig noch falsch. Probiere es einfach aus!

Schritt 2: Dein Vorrats-Check

Am besten Du machst Dich direkt an Deinen Kühlschrank und Vorratsschrank ran. Suche alle Lebensmittel, die nicht vegan sind raus. Entweder Du verbrauchst diese zuallererst, damit sie weg sind, oder Du schenkst sie Bekannten oder spendest sie der Tafel.

Du wirst sehen, Dein Kühlschrank wird nicht plötzlich leer sein. Nun kannst Du einkaufen gehen, um Deinen veganen Vorratsschrank aufzufüllen.
Folgende Basisprodukte solltest Du grundlegend zu Hause haben:

Basiskategorienvegane Lebensmittel
SättigungsbeilagenReis, eierfreie Nudeln, Brot, Kartoffeln
VollkorngetreideprodukteBrot, Haferflocken, Quinoa, CousCous, Buchweizen
ProteinquellenTofu, Soja-Granulat, Seitan
HülsenfrüchteErbsen, Kichererbsen, Bohnen, Linsen
Öle und FetteRapsöl, Olivenöl, Kokosöl, Leinöl
Kerne und NüsseWalnüsse, Mandeln, Sesam, Kürbiskerne, Nussmus
TrockenlagerPassierte Tomaten, Mehl, Zucker, Johannisbrotkernmehl, Apfelmus
vegane Vorrats-Milch-Alternativenpflanzliche Kochsahne, pflanzliche Milch von Soja, Hafer, Mandel oder Cashew

Schritt 3: Koche selbst und probiere aus

Die Frage, was man denn überhaupt noch essen könne als Veganer, ist sehr schnell beantwortet, wenn Du einmal beginnst, vegan zu kochen. Denn die Auswahl an Gerichten ist riesig. Sowohl auf Foodblogs, in Zeitschriften oder auf Instagram gibt es eine Vielzahl leckerer Rezepte zum Nachkochen.

Neben vielen neuen Gerichten lassen sich auch gutbürgerliche Gerichte oft sehr einfach vegan nachkochen. Und dafür braucht es oft keine speziellen unbekannten Ersatzprodukte. Denn vegan kochen ist einfacher als der Ruf, der veganem Kochen vorauseilt.

Im folgenden Video siehst Du eine Inspiration für drei leckere vegane Rezepte für die Mittagspause:

Schritt 4: Alternativen finden für Deine nicht-veganen Leibspeisen

Eine besonders große Herausforderung bei der Umstellung zur veganen Ernährung ist der Zeitpunkt, an dem der Appetit auf ein Lieblingsessen geweckt wird, welches allerdings nicht vegan ist.

Beschäftige Dich deshalb jetzt mit Rezepten für Deine Leibspeisen. Für die meisten Gerichte gibt es im Internet vegane Alternativen. Ersatzprodukte wie Sojahack für Spaghetti Bolognese, ein Kuchen mit Ei-Ersatz durch Apfelmus oder Kohlrabi-Schnitzel sind nur wenige Beispiele.

Schritt 5: Vorbereitung für unterwegs

Nun hast Du bereits erfahren, wie Du zu Hause und mit Dir selbst auf eine vegane Ernährung umstellen kannst. Doch unterwegs, ob bei den Eltern, in der Mensa oder im Urlaub, kann die Suche nach veganen Produkten zu einer Herausforderung werden.

Während Vegetarier oft einfach nur auf die Beilagen zurückgreifen und das Fleisch weglassen, wird es für Veganer schwieriger. Denn viele Küchen kochen selbst Gemüse und Soßen mit tierischen Produkten wie Butter oder Honig. Lass Dich davon bitte nicht verunsichern.

Wenn Du ahnst, dass das vegane Angebot nicht existieren wird, solltest Du Dir eine Brotzeit vorbereiten und mitnehmen. Glücklicherweise nimmt das Angebot veganer Alternativen seit den letzten Jahren sehr stark zu. Und beim Besuch der Oma kannst Du Deiner Familie ebenfalls etwas unter die Arme greifen und sie langsam an Deine neue Ernährung heranführen.

Auch hier gilt wieder: Bleib gelassen und sei nicht so streng mit Dir selbst. Wenn Du doch mal etwas Nicht-Veganes isst, dann hast Du trotzdem grundlegend schon sehr viel für Dich, die Tiere und die Umwelt verändert.

Was Du sonst noch über vegane Ernährung wissen solltest

In diesem Kapitel erfährst Du weitere interessante Informationen zum Thema vegane Ernährung.

Nüsse und Samen für ausgewogene pflanzliche Ernährung

Eine ausgewogene vegane Ernährung ist wichtig. Samen und Nüsse bieten Dir wichtige Stoffe und viel Energie

Welchen Zusammenhang haben Mangelerscheinungen und vegane Ernährung?

Zunächst einmal ist wichtig zu wissen, dass sich dieses hartnäckige Vorurteil, vegane Ernährung würde zu Mangelerscheinungen führen absolut nicht bestätigten lässt, denn vegane Ernährung wirkt sich in vielerlei Hinsicht positiv auf den Körper aus.

Trotzdem ist es allgemein, nicht nur für Veganer, ratsam, eigene Symptome zu hinterfragen und regelmäßig einen Gesundheitscheck zu machen.
Typische Symptome für eine Mangelerscheinung sind:

  • häufige Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • besonders großes oder kleines Hungergefühl
  • Unwohlsein, Lustlosigkeit und Stimmungsschwankungen
  • Muskelschmerzen, abnehmende Ausdauer und Kraft

Keine dieser Symptome sind zwingend eine Mangelerscheinung, aber können möglicherweise Gründe dafür sein. Abklären lassen sich Mangelerscheinungen am besten beim Hausarzt durch einen Bluttest. Zu den typischsten Nährstoffen, die Veganern fehlen, zählen Eiweiße, Vitamin B12, Kalzium, Eisen, Jod und Vitamin D.

Möglichen Mangelerscheinungen entgegenwirken

Wichtig zu wissen ist, dass Vitamin B12 kaum in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt. Deshalb ergänzen die meisten Veganer Vitamin B12.
Unabhängig von der Ernährungsform leiden in unseren Breitengraden viele Menschen besonders in den Wintermonaten an Vitamin-D-Mangel, ein entsprechendes Präparat kann Abhilfe verschaffen.

Das einfachste Mittel zur Deckung des Jodbedarfs ist die Nutzung von jodiertem Speisesalz, denn es gibt nur äußerst wenige Lebensmittel, welche ausreichend Jod enthalten.

Die Omega-3-Fettsäuren lassen sich über Leinsamen, Chiasamen, Rapsöl, Walnüssen und Hanfsamen aufnehmen, damit kannst Du den Bedarf der Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure decken. Die Omgea-3-Fettsäure DHA und EPA wird fälschlicherweise häufig als Grund zum Konsum von Fisch oder Fischölkapseln genannt. Eigentlich steckt dieser Nährstoff aber in den Mikroalgen welche Fische zu sich nehmen. Es kann also direkt auf die Mikroalgen in Form von Mikroalgenölen in Tropfenform zurückgegriffen werden.

Kalziumquellen lassen sich finden in Sesam, Mandeln, Chiasamen, Grünkohl, Tofu und Algen. Auch kalziumreiche Mineralwasser oder Pflanzendrinks reichen aus für einen gesunden Kalziumhaushalt.

Zwischenfazit: Zusammenfassend sieht man deutlich, alle typischen Mangelerscheinungen lassen sich nicht durch tierische Ernährung verhindern, sondern durch eine ausgewogene nährstoffreiche Ernährung.

Welche Nahrungsmittel sind wichtig bei veganer Ernährung?

Um den allgemeinen Proteinbedarf zu decken, scheinen tierische Proteine oft als das Wundermittel. Aber auch pflanzliche Lebensmittel wie Nüsse, Hülsenfrüchte, Sojaprodukte wie Tofu und Kartoffel und Getreide enthalten genug Proteine für Deinen Tagesbedarf.

Gut zu wissen: Vitamine und Nährstoffe haben ihren Ursprung nicht in tierischen Produkten. Die Mikroorganismen stammen aus dem Boden und werden von den Pflanzen aufgenommen. Erst dann gelangen sie in die Nahrungsketten.
Oft ist es sogar so, dass Veganer sich intensiver mit ihrem Nährstoffbedarf auseinandersetzen und sich dadurch ausgewogener ernähren als Nicht-Veganer.

Vegane Ernährung in der Schwangerschaft?

Besonders in der Schwangerschaft und während der Stillzeit ist eine ausgewogene Ernährung mit reichhaltigen Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen wichtig für die Entwicklung des Kindes. Der Bedarf an Nährstoffen steigt also.

Deshalb ist besonders jetzt eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Bedarf essenziell. Dieser kann einfach über die Blutwerte ermittelt werden und die Ernährung dann entsprechend angepasst werden.

Speziell für die Ernährung während der Schwangerschaft gibt es Bücher oder auch Blogs im Internet für weitere Informationen. Speziell die Deutsche Gesellschaft für Ernährung informiert hier über die Referenzwerte der Nährstoffzufuhr, spezifiziert auf die verschiedenen Lebensstufen, so also auch für Schwangere.

Beliebte vegane Ersatzprodukte

Die folgende Tabelle stellt die typischsten Ersatzprodukte für allgemein tierische Lebensmittel dar.

ErsatzproduktBeschreibung
Ei-ErsatzZum einen gibt es Ei-Ersatzpulver, welches aus Stärke, Lupine oder Erbseneiweiß besteht. Für Rührei eignet sich geschmacklich das Gewürz Kala-Namak, um den typischen Rührei-Geschmack zu kreieren. Zum Backen lässt sich Ei auch durch reife Bananen, Apfelmus oder Chiasamen ersetzen.
Butter-ErsatzPflanzliche Margarine kann als Butter-Alternative verwendet werden. Beim Backen kann Butter auch durch Öl ersetzt werden.
Milch-ErsatzPflanzliche Milchalternativen gibt es viele. Am besten, Du probierst Dich einfach durch, ob Hafer, Soja, Mandel oder Cashewmilch Dir gut schmeckt. Pflanzliche Milch kannst Du für alles äquivalent zur Milch verwenden.
Sahne-ErsatzFürs Kochen kannst Du wie bei Milch auf verschiedene pflanzliche Sahnen wie Soja- oder Hafersahne zurückgreifen. Zum Aufschlagen eignen sich spezielle pflanzliche Schlagcrémes oder Kokosmilch.
KäseersatzEine Alternative für die Konsistenz von Käse sind Hefeflocken. Aber auch Cashewkerne oder Macadamianüsse können verarbeitet eine Käsekonsistenz bieten.
Fleisch- und Wurst-ErsatzHackfleischprodukte lassen sich leicht durch pflanzliche Proteine wie Erbsen- oder Sojaproteinen ersetzen. Vegane Fleischalternativen bestehen häufig aus Seitan oder Sojagranulat in Form von Tofu. Für Wurst gibt es inzwischen auch eine große Auswahl an Alternativen. Diese basieren meist auf Kidneybohnen, Räuchertofu, Erbsen und Soja.
Honig-ErsatzGute Alternativen für Honig sind Agavendicksaft oder Zuckerrübensirup

Argumente für 5 häufige Vorurteile gegenüber Veganern

Jetzt erfährst Du, welche Gegenargumente Du Dir bereitlegen kannst für die typischsten Vorurteile, mit welchen Veganer oft konfrontiert werden.

Vorurteil 1: Essen ist eine persönliche Entscheidung

Natürlich bist Du in der Lage, selbst zu entscheiden, wie Du Dich ernährst. Doch mit einer Ernährung von Fleisch und Fisch entscheidest Du nicht nur über Dein Leben, sondern auch über jenes der Tiere.

Die meisten Tiere werden in Massentierhaltung unter gewaltsamen Haltungsformen gehalten. Dabei bleiben Grundbedürfnisse der Tiere und das Tierwohl unberücksichtigt. Für den Erhalt von Gesundheit werden den meisten Tieren Antibiotika verabreicht, die ebenfalls negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben.

Wie bereits unter typischen Mangelerscheinungen beschrieben, ist außerdem eine vegane Ernährung mindestens genauso nährstoffreich wie tierische.

Vorurteil 2: Soja zerstört den Regenwald!

Der Sojaanbau zählt zu den Haupttreibern der Zerstörung des Regenwaldes und trägt damit maßgeblich zu Umweltproblemen und dem Klimawandel bei. Allerdings werden etwa 80 Prozent der Sojaernte weiterverarbeitet für Tierfutter. Der Sojaanteil für pflanzliche Lebensmittel beträgt gerade mal 3 Prozent und wird immer noch größtenteils in Europa und Kanada angebaut.

Durch Tierhaltung werden natürliche Ressourcen verbraucht in einer Menge, die nicht langfristig haltbar ist, um den Hunger aller Menschen auf der Welt zu decken. Tierhaltung führt weiterhin zu Unmengen an Gülle. Dadurch wird das Grundwasser belastet und wertvolle Ökosysteme werden zerstört. Mit der Abholzung von Wäldern für den Anbau von Futtermitteln wird das Artensterben unaufhaltsam fortgesetzt.

Vorurteil 3: Vegane Ernährung und Fleischersatzprodukte sind ein Widerspruch in sich

Veganer entscheiden sich meist aus ethischen und ökologischen Gründen für die pflanzliche Ernährung. Heißt also gleichzeitig, dass auch Veganern der Geschmack von Fleisch und tierischen Produkten gut schmeckt. Pflanzliche Fleischersatzprodukte und vegane Käsealternativen empfinden das Original nach und bieten deshalb eine geschmackliche Alternative, die im Sinne der veganen Ernährung trotzdem vertretbar ist.

Vorurteil 4: Bei vegetarischer Ernährung müssen doch auch keine Tiere sterben

Bei vegetarischer Ernährung wird nur auf Fleisch verzichtet, nicht aber auf Milchprodukte und Eier.
Milch gibt eine Kuh aber nur, wenn sie kalbt. Kälber von Milchkühen werden oft direkt nach der Geburt getötet. Milchkühe haben meistens auch nur eine Lebenserwartung von einem Viertel der Länge einer Kuh in Freiheit.

Für die Eierproduktion werden häufig die männlichen Küken direkt nach dem Schlüpfen grausam getötet, da die Aufzucht zu teuer wäre.

Vorurteil 5: Vegane Ernährung ist so teuer!

Das stimmt so nicht. Die veganen Basiselemente wie Kartoffeln, Getreideprodukte, Nüsse, Obst und Gemüse gehören insgesamt zu den günstigen Lebensmitteln im Einzelhandel.

Etwas teurer sind vegane Convenience-Produkte, doch diese sind keinesfalls notwendig, um lecker und gesund zu kochen.

Stoppschild zum Tierwohl mit Aufdruck Stop eating animals

Auch bei vegetarischer Ernährung müssen Tiere leiden.

Fazit

Und was denkst Du – vegan ernähren ja oder nein? Anhand der vielen Vorteile und Argumente für eine vegane Ernährung lässt sich abschließend sagen, dass vegane Ernährung keineswegs nur ein Trend ist.

Mit veganer Ernährung trägst zu einem besseren Umgang mit unserer Umwelt bei und schützt die Ausnutzung von Tieren aller Art. Zudem weisen viele Studien auch auf positive gesundheitliche Auswirkungen einer veganen Ernährung hin, Du tust also Dir und Deinem Körper etwas Gutes, wenn Du Dich pflanzlich ernährst.

Du bist nun ausgestattet mit den besten fünf Tipps für einen erfolgreichen Start der Ernährungsumstellung und bist außerdem gerüstet für die ersten Skeptiker und häufigsten Vorurteilen. Wir sagen also Ja zu einer veganen Lebensweise!

Weiterführende Links und Recherchequellen

Wenn Du noch mehr erfahren möchtest über vegan kochen und leckere Rezepte suchst, schaue hier: Mehr erfahren.

Wenn Du mehr wissen willst zu neuen veganen Produkten und lustige Videos magst, sieh Dir die Instagram-Seite an: Mehr erfahren.

Wenn Du genauere Informationen zu Ernährungstrends auf der Welt haben möchtest, lese hier: Mehr erfahren.

Wenn Du Dich besonders für Fitness und vegane Proteine und Eiweiße interessiert, schaue die Seite an: Mehr erfahren.

Wenn Du noch mehr über Trends lesen möchtest, die sich im veganen Bereich entwickeln, siehe hier: Mehr erfahren.

 

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