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Die erste Trekkingtour: Das solltest Du davor wissen

Trekking in den Bergen

Jeder von uns war schon mal Wandern, doch eine mehrtägige Trekkingtour braucht ganz andere Vorbereitung und Equipment. Damit auch Du eine mehrtägige Wandertour, umrundet von atemberaubender, Natur durchführen kannst informieren wir Dich über alles, was Du vor Deiner ersten Trekkingtour wissen solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Deutschland genauso wie im nepalesischen Gebirge kannst Du tolle Wandertouren unternehmen.
  • Als Trekking-Newbie gibt es einiges an Zubehör, dass Du nicht missen solltest.
  • Trekkingtouren können sowohl eintägig sein, als auch mehrere Wochen andauern.

Was Du vor Deiner ersten Trekkingtour wissen solltest

Bevor Du Deine erste Trekkingtour planst, gibt es einige Dinge, die Du wissen solltest. Was für Zubehör brauchst Du? Bei welchem Wetter geht man am besten trekken? Und wie kannst Du Proviant für mehrere Tage transportieren?

All das und weitere nützliche Tipps kannst Du im folgenden Ratgeber nachlesen.

Trekkingtour Planen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die Planung Deiner Tour sollte sehr sorgfältig und ausführlich geschehen. Drei Schritte, die Du bei der Planung durchläufst und wie Du dabei vorgehen kannst findest Du im folgenden Abschnitt.

Schritt 1: die richtige Jahreszeit

Welche Jahreszeit die Beste zum Wandern ist, hängt in erster Linie von der Wandertour ab, die Du machen willst. In den Alpen wird beispielsweise der Spätsommer für Wanderurlaube empfohlen, da die Berge in dieser Zeit weitestgehend schneefrei sind. Die typische Jakobswegroute in Spanien läuft man hingegen am besten im Frühling.

Du merkst also, dass es nicht die ‘’perfekte Jahreszeit’’ für das Trekken gibt. Es gilt sich bei der Planung über die für die Trekkingroute beste Jahreszeit zu informieren.

Schritt 2: die Strecke planen

Der durchschnittliche Wanderer läuft mit einem Tempo von 4 bis 5 Kilometern pro Stunde. Lässt man es eher langsam angehen, oder ist man sehr ambitioniert, so kann es zu Abweichungen kommen.

Als Nächstes solltest Du Dir überlegen wie viele Stunden Du pro Tag laufen willst, dann kannst Du Dir Deine tägliche Kilometerzahl mit Deiner Durchschnittsgeschwindigkeit errechnen.

Wanderungen im Gebirge sind um einiges anstrengender als in ebenem Gelände. Deshalb nimm Dir für die Berge lieber erst mal eine kürzere Strecke vor. Merkst Du, dass diese kein Problem ist, kannst Du sie nächstes Mal problemlos ausbauen.

Schritt 3: Üben

Wählt man seine erste Trekkingroute aus, so kann man oftmals etwas überambitioniert sein, was deren Länge und Schwierigkeit angeht. Empfehlenswert ist daher sich erst mit der Zeit in Schwierigkeit zu steigern, um eine angenehme Trekkingerfahrung zu haben.

Am besten machst Du vor Deiner ersten längeren Wanderung eine Probewanderung mit vergleichbaren Bedingungen und Umgebung. So kannst Du testen ob Deine Kondition ausreicht, ob Du genug Proviant und Wasser bei Dir hast und wie gut Deine Ausrüstung ist. Stellst Du ein Problem fest, so kannst Du es noch vor der eigentlichen Wandertour beheben.

Trekkingrucksack richtig packen

Dass man nicht nur auf das Gewicht seines Wanderrucksacks, sondern auch auf die Gewichtsverteilung innerhalb des Rucksacks achten muss, ist Wander-Newbies meist nicht bewusst. Wie Du Deinen Rucksack idealerweise packst, welche Rucksackgröße die richtige ist und mehr kannst Du hier nachlesen.

gepackte Wanderrucksäcke

Ein passender Rucksack ist sehr wichtig für eine lange Trekkingtour – er ist Dein stetiger Begleiter.

Wie schwer darf mein Trekkingrucksack sein?

Das Gewicht Deines Rucksacks hängt mit dessen Größe und wie lang Du unterwegs sein willst zusammen. Außerdem muss zwischen dem maximal zumutbaren Gewicht für den Träger (also Dich) und dem maximal möglichen Gewicht für den Rucksack an sich unterschieden werden.

Hinweis: Die maximale Auslastung des Rucksacks solltest Du erst betrachten, nachdem Du herausgefunden hast was Dein höchstes zumutbares Gewicht ist.
Der Rucksackhersteller Deuter gibt Dir als Trekker eine Formel in die Hand, mit welcher Du circa Dein maximal zumutbares Gewicht herausfinden kannst.

Diese Formel lautet:
Körpergewicht geteilt durch die Zahl 5 (für trainierte Wanderer)
Körpergewicht geteilt durch die Zahl 4 (für sehr trainierte Wanderer)

Generell werden für eintägige Touren nicht mehr als 8 kg Gepäck empfohlen. Bei mehrtägigen Wanderungen kannst Du Dich gut an der Formel von Deuter orientieren. Suchst Du einen passenden Rucksack für die nächste anstehende Tour, sollte nicht dessen maximales Fassungsvermögen und Größe die wichtigste Rolle spielen. In erster Linie ist es wichtig, dass Du einen Rucksack mit Dir angenehmen und zu Deiner Körperform passendem Tragesystem findest.

Trekkingrucksack Größe: Welche ist die richtige?

Um das Volumen Deines Trekkingrucksacks auswählen zu können, solltest Du Dir zuerst Gedanken darüber machen für welche Aktivitäten Du diesen vor allem nutzen willst. Für kürzere Touren sind kleinere und damit auch leichtere Rucksäcke besonders geeignet, während für mehrtägige oder gar mehrwöchige Touren größere Rucksäcke sinnvoll sind.

Hier eine Übersicht welches Volumen für welche Aktivität bzw. Zeitspanne das Richtige ist:

  • Bis zu 30 Liter → für eintägige Wanderungen geeignet.
  • 30 bis 45 Liter → perfekt für einwöchige Touren.
  • 60 bis 75 Liter → eignet sich für zweiwöchige Trekkingtouren.
  • 60 bis 80 Liter → ist sinnvoll, wenn Du mit Deinem Rucksack über längere Zeit reisen willst.
Achtung: Bei der Übersicht handelt es sich um eine Orientierung für Dich. Je nachdem was Du genau vorhast und was für Equipment Du brauchst, kann die geeignete Rucksackgröße abweichen. Hast Du nur einen 45 Liter Rucksack, kannst Du diesen natürlich auch für eine eintägige Wanderung nutzen. Der Rucksack selbst ist allerdings etwas schwerer, und Du läufst Gefahr zu viel einzupacken.

Wie packe ich meinen Trekkingrucksack richtig?

Durch das richtige Packen Deines Rucksacks kannst Du eine optimale Verteilung des Gewichts erreichen, was Dein Rücken Dir danken wird. Hier ein Überblick darüber auf was Du beim Packen Deines Trekkingrucksacks achten solltest:

  • Ganz oben im Deckelfach verstaust Du Dinge, die Du häufig brauchst und zu denen Du schnellen Zugriff brauchst (Sonnencreme, Karte etc.).
  • Im Hauptfach verstaust Du oben außen Wechselkleidung und Regenjacke.
  • Oben im Hauptfach aber nah an Deinem Körper packst Du schwere Gegenstände wie Dein Zelt (circa auf der Höhe Deiner Schultern).
  • Unten in das Hauptfach kommen schwere Dinge, die Du nicht oft brauchst (Kocher, Essen).
  • Im Bodenfach verstaust Du leichte Gegenstände (Isomatte, Schlafsack).
Tipp: Falls nicht alles in Deinen Rucksack passen sollte, kannst Du leichte, sperrige Ausrüstung außen an Deinen Rucksack schnallen. Das solltest Du nur im Notfall machen, und davor lieber noch mal prüfen, ob Du nicht weniger Gepäck mitnehmen kannst.

Welches Trekkingzubehör darf auf keinen Fall fehlen?

Darüber welche spezifischen Produkte die Besten sind und welche Ausführungen genau für Dich passen könnte man ein ganzes Buch schreiben. Wir wollen Dir allerdings erst mal einen Überblick über essenzielles Trekkingzubehör verschaffen. Weißt Du was auf keinen Fall fehlen darf, so kannst Du mit der Zeit und wachsender Erfahrung Deine Liste immer mehr perfektionieren und auf Dich zuschneiden.

Packliste Trekkingrucksack (für mehrtägige Wanderungen):

Hinweis: Die Zusammenstellung Deiner Kleidung und Deines Zubehörs kommen stark auf die Wanderung, die Du machen willst, und das Gebiet in welchem diese ist an. Willst Du einen Fernwanderweg in Schweden machen brauchst Du wärmere Kleidung, als bei einer Wanderung in Spanien.

Trekkingtour Verpflegung

Wie soll ich denn mein ganzes Essen und Trinken für mehrere Tage in meinem Rucksack verstauen und dann die ganze Zeit mit mir herumschleppen? Fängt man gerade erst mit dem Trekken an, so kann die ausreichende Verpflegung für mehrtägige Wanderungen nahezu unmöglich erscheinen. Mit unserem Guide bekommst Du sinnvolle Tipps welche Dir das Packen Deiner Verpflegung maßgeblich erleichtern.

Wie viel Essen sollte ich zum Trekking mitbringen?

Beim Trekking werden viele Kalorien verbrannt, deshalb ist nährstoffreiches, hochkalorisches Essen perfekt. Pro Tag braucht der männliche Trekker zwischen 3000 und 5000 Kalorien. Frauen verbrauchen etwas weniger. Eine genauere Angabe für Dich kannst Du über einen Kalorienrechner herausfinden.

Frische Lebensmittel lassen sich höchstens in den ersten Tagen transportieren. Sie werden schnell schlecht, nehmen viel Platz ein und sind schwer. Getrocknete oder gedörrte Lebensmittel eignen sich gut zum Trekken, da sie durch ihren geringen Anteil an Flüssigkeit sehr leicht sind.

Im Fachgeschäft kannst Du professionell gefriergetrocknete Trekkingmahlzeiten kaufen. Diese sind sehr leicht, platzsparend und haben eine optimale Nährstoffzusammensetzung. Jedoch laufen diese Mahlzeiten mit 4 bis 10 € pro Portion auf Dauer ordentlich ins Geld. Willst Du Geld sparen, kannst Du auf Fertiggerichte aus dem Discounter zurückgreifen.

Für Snacks zwischen Deinen Mahlzeiten eignen sich Müsliriegel oder getrocknetes Obst. Diese Snacks kannst Du zu Hause im Voraus selbst herstellen, oder einfach im Supermarkt erwerben.

So könnten Deine Mahlzeiten an einem typischen Trekkingtag aussehen:

  • Frühstück: Porridge aus Haferflocken, Wasser und Milchpulver
  • Snacks: Nüsse, Trockenobst, Müsliriegel
  • Abendessen: Trekkingmahlzeit oder Discounter-Fertigmahlzeit
Hinweis: Beim Trekking wird häufig ein großes Mittagessen übersprungen und stattdessen Snacks in Zwischenpausen und ein besonders großes Abendessen zu sich genommen. Berechne am besten vor Deiner Tour wie viele Kalorien Du pro Tag benötigst und packe dem entsprechend.

Wie viel Wasser brauche ich beim Trekking pro Tag?

Auf einer Halbtagstour sollte mindestens ein Liter und auf einer Ganztagstour zwei Liter Wasser mitgenommen werden. Das Wasser kannst Du für eine bessere Gewichtsverteilung in mehrere kleine Flaschen füllen, sodass Du diese gleichmäßig im Rucksack verteilen kannst.

Eine weitere beliebte Möglichkeit ist eine Kunststofftrinkblase. Mit ihr musst Du nicht jedes Mal stehen bleiben und Deine Trinkflasche aus dem Rucksack holen, sondern kannst einfach während des Laufens entspannt aus dem Schlauch trinken.

Bist Du mehrere Tage unterwegs, so solltest Du davor planen, wo Du Dein Wasser wieder auffüllen kannst und Dich, wenn nötig mit Wasserfiltern oder Entkeimer ausstatten.

Welcher Gaskocher ist der richtige fürs Trekking?

Es gibt eine große Bandbreite an Outdoor-Kochern, welche Du mit verschiedenen Brennmitteln betreiben kannst.

Die beliebteste Option sind Gaskocher. Sie sind einfach zu bedienen und nicht allzu teuer. Ein Problem stellt die Entsorgung der leeren Gaskartuschen dar. Es ist meist nicht einfach einen passenden Mülleimer zu finden.

Achtung: Gaskartuschen sind in manchen Ländern, wie Portugal nicht erhältlich.

Neben des allseits bekannten Gaskochers hast Du die Möglichkeit Deinen Gaskocher mit Benzin, Spiritus oder Brennpaste zu betreiben. Benzin beispielsweise hat den Vorteil, dass Du keine Probleme an der Beschaffung haben wirst und es individuell abfüllen kannst.

Wanderer bereitet mit Kocher und Topf Mahlzeit zu

Nach einem langen Wandertag gibt es nichts Besseres als eine warme Mahlzeit!

Trivia: Was Du noch über Trekkingtouren wissen solltest

Hier beantworten wir einige der meist gestellten Fragen zum Thema Trekking. Wie Du bei einem Wetterumschwung während Deiner Wanderung reagieren solltest und welche Gefahren Dir beim Trekken begegnen können, kannst Du hier herausfinden.

Wie funktioniert Trekking bei Regen?

Bist Du auf einer mehrtägigen Trekkingtour unterwegs, so kann es gut passieren, dass sich Sonnenschein mit dunklen Wolken und Regen abwechselt. Wegen etwas Regen will man meist nicht den ganzen Wandertag in den Sand setzen. Hier findest Du Tipps zum Wandern im Regen.

Die richtige Ausrüstung ist vor allem beim Wandern in der Nässe essenziell. Eine Regenjacke mit guter Passform und Kapuze sowie eine Regenhose sind unersetzlich. Außerdem solltest Du wasserfeste Wanderschuhe mit rutschfester Sohle und eine Regenhülle für Deinen Rucksack bei Dir haben.

Achtung: Schlägt der Regen in ein Gewitter um oder entwickelt sich starker Nebel der die Orientierung maßgeblich erschwert, solltest Du die Wanderung abbrechen. Deine Sicherheit ist wichtiger als die Wanderung mit großen Gefahren zu Ende zu bringen.

Bei Regen sollte man am besten einfache Wanderungen, am besten Talnah begehen. Kletterpartien und Wanderungen in den Bergen können durch den Regen schnell zu einer Rutschpartie werden.

Welche Gefahren gibt es beim Trekking?

Gefahren wie das Verlieren der Wanderroute, oder nicht ausreichende Verpflegung können durch eine sorgfältige Planung im Voraus vorgebeugt werden.

Ein plötzlicher Wetterumschwung kann Dich aber, vor allem in den Bergen, schnell überraschen. Deshalb gilt es vor Beginn der Wanderung sorgfältig die Wetterprognose zu studieren und bei schlechter Prognose möglicherweise die Tour zu verschieben.

Während des Wanderns solltest Du das Wetter aufmerksam beobachten, um auf einen Umschwung vorbereitet zu sein. Kannst Du dem Unwetter nicht mehr entgehen, so gilt es einen geeigneten Unterschlupf zu finden. Informiere Dich im Vorhinein über das richtige Verhalten während eines Gewitters und das nötige Equipment.

Achtung: Gehe bei Gewitter auf keinen Fall mit einem Schirm wandern, die Metallteile erhöhen die Blitzeinschlaggefahr. Hast Du einen Unterschlupf gefunden, dann entferne alle metallischen Gegenstände, die Du an Deinem Körper trägst.

Eine weitere Gefahr sind wilde Tiere. Mit welchen Tieren man es zu tun hat, hängt stark von dem Land, in dem Du wandern willst ab. In Deutschland kann es passieren, dass Du einem Wildschwein über den Weg läufst, während Du in Kanada häufig auf Bären treffen kannst. Hier gilt es sich vor der jeweiligen Tour umfassend zu informieren und mögliche Maßnahmen zum eigenen Schutz zu ergreifen.

Ist Trekking mit Kindern möglich?

Ja! Trekking mit Kindern ist gut machbar, man muss lediglich die Wanderungen und Ausrüstung leicht abwandeln.

Bei der Auswahl der Wanderung solltest Du Dich auf Wanderungen mit keiner zu hohen Schwierigkeitsstufe begrenzen. Je nach Alter und Fitness des Kindes wird von Kletterpartien abgeraten. Damit die ganze Familie eine schöne Trekkingerfahrung hat, ist empfehlenswert eine Region mit angenehmen Temperaturen und guten Wettervoraussetzungen auszuwählen.

Kleine Kinder können in sogenannten Kinderkraxen getragen werden. Diese werden wie ein Rucksack auf den Rucksack gesetzt und bieten dem Kind unter anderem ausreichend Sonnenschutz und die Möglichkeit sich auszuruhen.

Gehst Du auf eine mehrtägige Wanderung, so solltest Du zusätzlich einige Spiele, oder Spielsachen mitnehmen, mit denen die Kinder sich vergnügen können.

Fazit

Trekking ist ein tolles Hobby, das Du alleine mit Freunden oder sogar mit Deiner ganzen Familie ausführen kannst. Wandern ist ein Weg der Natur, um Dich herum auf einzigartige Weise näherzukommen und diese zu erleben.

Die Touren selbst können durch Deine Planung genau auf Dich zugeschnitten werden (Länge, Gebiet etc.). Je nachdem wie Du es willst, kannst Du durch das Trekken ein anderes Land kennenlernen oder Dein eigenes aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten.

Weiterführende Quellen

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