Survival-Tipps: Der komplette Survival-Guide zum Überleben in der Wildnis

Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on email
Survival-Tipps und Guide

Wind, Regen, Kälte, Hitze und Sonne sind Elemente, die Dich töten können. Du musst nicht in der einschneidenden Kälte der Antarktis oder der Hitze in der Sahara ausgesetzt sein, um durch das Wetter oder Bedrohungen der Natur in Lebensgefahr zu geraten. Auch wenn viele Teile der Welt gut vernetzt und überwachbar sind, kann es sein, dass Du auf der Suche nach einem Abenteuer oder durch einen Unfall mitten in eine Überlebenssituation schlitterst. Doch wie verhältst Du Dich dann am besten? Wie versorgst Du Dich, überlebst Du und orientierst Dich mitten im Nirgendwo?

Antworten auf all diese Fragen findest Du in unserem Ratgeber. Wir zeigen Dir das 1×1 der Überlebenskunst, wie auch amüsant anmutende Überlebenspraktiken mit Alltagsgegenständen, die Dich zum Staunen oder zumindest zum Schmunzeln bringen werden. Oder weißt Du schon, wie ein Kondom Dein Leben retten könnte? Deshalb schwafeln wir nicht weiter rum und sagen nur noch: Howdy mein Freund. Folg uns in den Dschungel der Überlebenskunst!

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Wildnis zu Überleben ist nicht einfach, aber auch kein Hexenwerk. Mit dem richtigen Basis-Wissen hast Du gute Überlebenschancen.
  • Bevor Du Dich in eine gefährliche Umgebung begibst, solltest Du Dich gut vorbereiten. Deine Vorbereitung kann über Leben und Tod entscheiden. Aber auch ohne Vorbereitung kannst Du nutzen, was Mutter Natur bietet.
  • Am wichtigsten ist es in Überlebenssituationen, dass Du Dich um Deine Psyche und Deinen Körper, die Orientierung und dem Schutz vor den gegebenen Umwelt- und Wettereinflüssen kümmerst.
  • Außerdem gibt es eine Reihe von teils amüsanten Alltagsgegenständen, die Dir Dein Leben retten könnten.

Was Du über das Überleben in der Wildnis wissen solltest

Zuerst möchten wir damit beginnen, Dir grundlegende Bereiche des Überlebens näher zu bringen. Dabei geht es noch weniger um praktisch anwendbare Tipps, sondern um grundlegendes Wissen, welches Du in einer Überlebenssituation besitzen solltest. Die grundlegenden Hinweise sollten Dir in Fleisch und Blut übergangen sein, bevor Du Dich in Gefahrensituationen begibst. Im zweiten Teil erfährst Du, wie Du das grundlegende Wissen in Taten umsetzt. Schaue dazu hier nach.

Aber auch nur für unerwartet auftretende Probleme im Alltag sind die folgenden Tipps sehr wichtig. Stell Dir vor Du fährst abends mit deinem Auto durch einen Wald eine wenig befahrene Straße entlang. Es ist stockduster, kalt und der Regen prasselt auf deine Windschutzscheibe. Einen Moment nicht aufgepasst und es huscht etwas über die Straße – Du weichst aus, kommst ins Schleudern, rutschst einen Abhang hinunter und dein Wagen prallt gegen einen Baum. Du bist verletzt und tastest nach Deinem Handy um Hilfe zu rufen. Doch Dein Handy sieht vom Aufprall noch schlimmer aus als Dein Auto. Was machst Du jetzt?

Top 8: Worauf Du in Überlebens-Situationen immer achten solltest

Überleben in der Wildnis Guide
Survival-Tipps: Was musst Du zum Überleben in der Wildnis wissen?

Im Folgenden zeigen wir Dir die Top 8 der grundlegenden Tipps, die Du auf jeden Fall beachten solltest, wenn Du in eine Überlebenssitutation gerätst. Dabei sind die Tipps chronologisch, also aufeinander aufbauend geordnet. Alle Tipps sind wichtig und notwendig, aber es ist von Bedeutung, dass Du bestimmte Dinge schon getan hast, bevor Du dich anderen zuwendest. Zum Beispiel ist es wichtig erst auf Deine Psyche und Deinen Körper zu achten, bevor Du direkt in Angst und Panik auf Nahrungssuche gehst.

Kümmere Dich um Deine Psyche

Wie schon in der Einleitung erwähnt wurde, ist es absolut wichtig erstmal einen Moment innezuhalten und sich voll und ganz auf die Signale des eigenen Körpers zu fokussieren. Bist Du im Schock oder voll unter Adrenalin kann es sein, dass Du Verletzungen und andere Probleme erstmal gar nicht spürst. Deshalb halte kurz inne und überprüfe deinen Körper auf offensichtliche Ungereimtheiten. Bin ich irgendwo verletzt? Blute ich? Fühle ich mich irgendwie komisch? Habe ich irgendwo ein Druckgefühl? Wenn Du Verletzungen hast, dann versorge sie so schnell und gut wie möglich. Wie Du das am besten anstellst, erfährst Du im Kapitel zur Ersten Hilfe.

Sollte alles soweit so gut sein: Gut! Jetzt ist es wichtig Deine mentale Einstellung zu überprüfen. Panik, Angst und Hoffnungslosigkeit sind natürliche und menschliche Reaktionen auf Überlebenssituationen, aber es ist wichtig eine sehr gute mentale Einstellung zu besitzen und zu behalten, da die Psyche und das Durchhaltevermögen essentiell für das Überleben in der Natur sind.

Deshalb solltest Du erstmal versuchen Ruhe zu bewahren und gegen die Panik anzukämpfen, denn Handlungen, die aus Panik entstehen, können nicht nur unüberlegt, sondern auch gefährlich sein.

Wissenswertes zu Stress: Der Intelligenzquozient (IQ) sinkt einer amerikanischen Studie nach in Stresssituationen um knapp 20 Punkte. Das heißt Paniksituationen, die eine vielfach extremere Stressbelastung, als die Studienumgebung bedeuten, könnten den rational denkenden Verstand gänzlich ausschalten. Deshalb ist es wichtig Ruhe zu bewahren. Praktische Tipps dazu findest du hier.

Beachte die Dreier-Regel

Um einen einfachen Überblick über die Überlebens-Fähigkeiten des menschlichen Körpers zu bekommen, lohnt es sich die „Dreier-Regel“ zu beachten. Nach der Dreier-Regel kann der menschliche Körper:

  • Drei Minuten ohne Sauerstoff
  • Drei Stunden in ungeschützter Umgebung (Gefahr durch Tiere, Kälte, Hitze oder Wetter-Widrigkeiten)
  • Drei Tage ohne Wasser
  • Drei Wochen ohne Essen

überleben.

Die Dreier-Regel ist natürlich nur ein vereinfachter Überblick und die einzelnen Aspekte können je nach Person und Umgebung stark variieren. In der Sahara ist zum Beispiel ein Tag ohne Wasser schon lebensgefährlich. Dennoch dient die Dreier-Regel als guter Orientierungs-Pol.

Orientiere Dich

Orientierung beim Überleben Guide
Survival-Tipps: Die richtige Orientierung kann über Leben und Tod entscheiden!

Orientierung ist das A und O beim Überleben. Bevor Du Dich stundenlang daran versuchst einen Unterschlupf zu bauen, solltest Du überprüfen, ob nicht hinter der nächsten Ecke ein Haus steht. Außerdem solltest Du immer ungefähr wissen, wo Du Dich befindest.

Das Ziel beim Überleben ist es, in die Zivilisation zurückzufinden um Hilfe in Anspruch nehmen zu können. Nichts ist deshalb fataler als in die falsche Richtung aufzubrechen. Außerdem solltest Du immer Deine letzten Standorte und Deine Marschrichtung kennzeichnen und das am besten so, dass man diese aus der Luft erkennen kann. Nur so können potenzielle Helfer nachvollziehen, wo Du sein könntest.

Neben dem aktuellen Standort und den ungefähren Standorten von zivilisatorischen Einrichtungen, solltest Du auch Zeit, Entfernungen und auch Wettergegebenheiten interpretieren können. Wie Du das hinbekommst und Dich mithilfe von Sternen und der Sonne orientierst, zeigen wir Dir hier.

Stelle die Versorgung mit Wasser sicher

Ohne Nahrung kannst Du, wie Du bei der Dreier-Regel gemerkt hast, lange überleben. Aber ohne Wasser bist Du schnell mausetot. Unser Körper besteht zu 70% aus Wasser und ist deshalb auch stark auf diese wertvolle Flüssigkeit angewiesen. Ohne Wasser verdickt unser Blut und damit kann es lebensnotwenige Funktionen nicht mehr erfüllen. Deshalb ist es wichtig, immer hydriert zu bleiben.

Die typischen Symptome von Dehydration wie Durst, Übelkeit, Schwindel und Kraftlosigkeit treten auf, sobald Dein Körper schon dehydriert ist. Das Ziel ist deshalb, schon vorher genug Flüssigkeit aufzunehmen. Nur so bleibst Du leistungsfähig. Auch in kalten Umgebungen dehydrierst Du sehr schnell. Es ist ein Irrglaube zu denken, in kalten Umgebungen nicht viel trinken zu müssen. Der Körper scheidet überflüssiges Wasser aus, um es nicht warmhalten zu müssen. Deshalb heißt die goldene Regel egal wo: Trinken bevor der Durst kommt. Wie Du Wasser findest und aufbereitest, erklären wir Dir hier.

Achte auf einen sicheren Schlafplatz

Sobald die Wasserversorgung gewährleistet ist, ist es notwendig, die Suche nach einem sicheren Schlaf- und Ausruhplatz für die Nacht im Kopf zu behalten. Denn egal ob Du noch mobil sein möchtest oder nicht, die richtige Planung bei einem Schlafplatz ist essentiell und darf nicht vernachlässigt werden. Dazu gehört, dass Du nicht erst erschöpft in der Dämmerung bemerkst, dass Du einen Schlafplatz brauchst, denn sonst wird es schnell ungemütlich.

Erstens möchtest Du nicht im Dunkeln einen geeigneten Platz suchen müssen. Zweitens benötigen viele Unterschlüpfe eine Menge Arbeit, die im Dunkeln unmöglich oder zumindest nicht angenehmer wird. Deshalb plane einen Unterschlupf möglichst mit Vorlauf. Bei der Wahl des Unterschlupfes ist es notwendig, dass Du darauf achtest vom Boden wegzukommen und Dich vor Wind und Wetter zu schützen. Das ist notwendig um je nach Ort Unterkühlung, Überhitzung und Tierbesuche zu vermeiden.

Dabei ist es notwendig, dass der Ort nah bei Baustoffen und weit von Gefahren entfernt ist. Ein kleiner Vorsprung am Klippenrand bietet sich also eher weniger an. Des Weiteren musst Du auf die Isolierung achten. Im Dschungel oder Wald solltest Du unbedingt den Boden vermeiden. Dort ist es nicht nur feucht und Du drohst zu unterkühlen, sondern auch allerhand Tiere treiben dort ihr Unwesen. Solltest Du einen Höhlen- oder Steinboden als Untergrund haben, solltest Du Deinen Schlafplatz isolieren. Nicht nur weil es sich dann bequemer liegt, sondern vor allem weil die Unterkühlung durch den kalten Steinboden eine große Gefahr ist.

Des Weiteren sollte dein Platz wind- und wasserdicht sein, damit Du nicht durch Feuchtigkeit und Wind unterkühlst.

Tipps, wie Du Unterschlüpfe baust, die diesen Kriterien entsprechen findest Du hier.

Schütze Dich vor Umwelt- und Wettereinflüssen

Überleben in der Kälte
Survival-Tipps: Umwelteinflüsse wie extreme Kälte und extreme Hitze sind lebensgefährlich

Wie schon in der Einleitung beschrieben wurde, solltest Du niemals die Elemente unterschätzen, denn sie stellen die größte Gefahr beim Überleben in der Wildnis dar. Wir Menschen sind Warmblüter. Das heißt, dass wir unsere Körpertemperatur auf einem konstanten Niveau halten. Damit das gelingt, schwitzen wir, wenn es zu heiß ist und zittern wir, wenn es zu kalt ist.

Dass unser Körper die Temperatur reguliert, ist entscheidend für unser Überleben. Dabei ist es wichtig, dass die Temperatur in unserem Körperkern, in dem sich unsere überlebenswichtigen Organe befinden, nicht mehr als 2 Grad von den standardmäßigen 36,8 Gard Celsius abweicht. Steigt unsere Kerntemperatur über 42,7 Grad Celsius oder sinkt unter 28,8 Grad Celsius, sterben wir.

Umwelt- und Wettereinflüsse stellen die größte Bedrohung für die Überhitzung oder Unterkühlung unseres Körpers dar. Deshalb ist es absolut notwendig, sich gegen die Elemente zu schützen. Auch bei weniger extremen Temperaturen kann Hitze und Kälte Deinen Körper ernsthaft schwächen. Deshalb bereitet man sich im Idealfall auch in der Ausrüstung gut auf solche Extremsituationen vor.

Kümmere dich unbedingt um ein Feuer

Eine der wichtigsten Überlebensmittel in der freien Natur ist ein Feuer und von ihm hängt nicht umsonst oft das Überleben ab. Es spendet Wärme und Licht, schützt vor wilden Tieren und Parasiten und bereitet Essen und Wasser auf. Außerdem hilft es der Moral, denn oftmals hilft Feuer dabei die Laune zu verbessern.

Sind das genug Argumente sich mit dem Feuermachen vertraut zu machen? Ja? Gut! Hier findest Du praktische Tipps zum Feuermachen und wie Du mit einem Feuer unter freiem Himmel umgehst, damit Du nicht noch eine Naturkatastrophe verursachst und vor einem Flammeninferno flüchten musst.

Achte auf Deine Nahrungsreserven

Bei der Dreier-Regel hast Du auch schon gemerkt, dass Du am längsten ohne Essen auskommen kannst. Deshalb solltest Du Dich erstmal um wichtigere Dinge kümmern. Trotzdem ist Essen natürlich essentiell. Wenn Du mal einen Tag nichts gegessen hast und Dich an dein Gefühl erinnerst, wirst Du schnell merken, dass Essen nicht nur für Deine kognitive und körperliche Leistungsfähigkeit, sondern auch für Dein Wohlempfinden wichtig ist.

Ohne Essen geht auf Dauer nichts, deshalb musst Du alles mitnehmen und essen was Du bekommen kannst. Nur so kannst Du leistungsfähig bleiben. Dennoch solltest Du Dir natürlich über das, was da gerade in Deinen Körper gelangt, sicher sein. Deshalb bekommst Du hier noch praktische Tipps zur Nahrungsversorgung.
Dass die Nahrungsversorgung nicht immer appetitlich sein muss, beweist Survival-Experte Bear Grylls in diesem Video (startet bei 0:40):

Top 8: Praktische Tipps zum Überleben in der Wildnis

Im Folgenden werden wir Dir praktische Tipps für das Überleben in der Wildnis mit an die Hand geben. Während es bei der ersten Liste erstmal darum ging, das Basiswissen für Überlebenssituationen zu klären, soll es in dieser Liste um praktisch anwendbare Tricks und Kniffe gehen. Während Du zum Beispiel in der ersten Liste gelernt hast, wie wichtig Orientierung ist, lernst Du hier praktische Tipps zur Orientierung in der Natur.

Deswegen starten wir auch schon direkt rein ins Abenteuer! Beginnen werden wir mit Tipps zur richtigen Ausrüstung!

Die richtige Ausrüstung

Wenn Du Dich in Gebiete begeben solltest, in denen eine sofortige Hilfe nicht erwartbar ist, solltest Du Dich im Vorfeld gut vorbereiten. Dazu gehört auch die richtige Ausrüstung. Deshalb geben wir Dir hier eine Reihe von Tipps für die richtige Ausrüstung mit.

Wenn Du einen Outdoor-Trip machen möchtest, dann achte auf diese Dinge:

Die Essentials:

Es gibt einfach Dinge, die sind so gut wie unverzichtbar. Natürlich kannst Du auch Überleben, ohne auch nur einen einzigen Gegenstand dabeizuhaben, aber die Chancen sind schon deutlich geringer, wenn Du auf eine gute Ausrüstung verzichten musst. Essentiell sind vor allem drei Dinge:

Ein Gutes Messer:

Survival-Messer Guide und Tipps
Survival-Tipps: Ein gutes Messer ist das wohl nützlichste Werkzeug in der Wildnis

Ein Werkzeug ist nur so gut wie sein Nutzer, deshalb sollte der Umgang mit Messern geübt sein. In den falschen Händen und bei falscher Benutzung können Messer sehr gefährlich werden. Dennoch gibt es vermutlich kein Werkzeug in einer Überlebenssituation, welches so nützlich ist, wie ein gutes Messer. Mit einem Messer kannst Du Feuerholz besorgen und verarbeiten, Dir einen Weg durchs Unterholz bahnen, Werkzeuge herstellen, Feuermachen, Unterstände bauen sowie Essen finden und verarbeiten.

Am besten entscheidest Du Dich für ein Allzweckmesser. Survival Experte Bear Grylls empfiehlt hierfür:

  • Das Messer hat idealerweise eine Klinge, die so lang ist, wie Deine Handfläche.
  • Beim Material kannst Du zwischen Edelstahl und Karbonstahl wählen. Ersteres rostet nicht, aber wird auch schneller stumpf. Zweiteres bleibt länger scharf aber benötigt mehr Pflege und Schutz bezüglich Rost.
  • Drittens ist die Härte des Stahls wichtig. Diese wird in Rockwell angegeben. Zwischen 55 und 62 Rockwell liegt die ideale Härte für ein Allzweckmesser.
  • Das Messer sollte ganzheitlich aus einem robusten Metallstück gemacht sein, damit es nicht bricht.
  • Einige Messer haben einen Handschutz, aber der ist bei richtiger Verwendung des Messers nicht notwendig, da er nur bei einer Stichbewegung schützt. Die solltest Du bei richtiger Verwendung aber gar nicht erst machen.
Hinweis: Messer schleifen:
Ein scharfes Messer ist unerlässlich. Damit Dein Messer scharf bleibt, musst Du es öfters schleifen. Manche Messer haben einen Schleifstein mit dabei, aber hast Du kein Hilfsmittel, kannst Du Dein Messer an einem glatten Felsbrocken im Flussbett schleifen.

Dabei solltest Du das Messer in einem Winkel von etwa 10 Grad auflegen und dabei die Schneidekante in einer sanften Bewegung auf dem Stein von Dir wegziehen. Dann drehst Du das Messer um und ziehst das Messer zu Dir hin. Diese Bewegung muss für eine provisorische Schärfung mehrmals wiederholt werden. Aber sei vorsichtig, denn falsch ausgeführt kann Dein Messer stumpfer als zuvor werden.

Wie die Schleifbewegung richtig ausgeführt wird, kannst Du in diesem Video sehen:

Wir haben uns schonmal in einem gesonderten Ratgeber mit Klappmessern beschäftigt. Zum Beitrag kommst Du, wenn Du auf das Wort oder hier klickst. Sollten wir einen Ratgeber über Survival-Messer verfassen, werden wir ihn hier nachtragen.

Ein Feuerstahl:

Ein Feuerstahl ist ein Geschenk. Mithilfe eines Messers oder anderen Hilfsmitteln und einem Feuerstahl kannst Du Funken schlagen, die Dein Zunder entfachen können. Ohne Feuerstahl oder andere Hilfsmittel ein Feuer zu machen ist theoretisch möglich, aber praktisch eine Herausforderung ohne Geling-Garantie. Der Vorteil eines Feuerstahls im Gegensatz zu einem Feuerzeug und Streichhölzern ist seine Verlässlichkeit. Während Feuerzeuge und Streichhölzer kaputt, leer und nass werden können, bleibt Dein Feuerstahl immer einsatzfähig, auch wenn Du mit ihm tauchen warst.

Eine Trinkflasche:

Eine Trinkflasche kann Dir das Leben so sehr erleichtern. Mit ihr kannst Du viel weitere Strecken zurücklegen, ohne auf Suche nach Trinkwasser zu gehen. Außerdem kannst Du größere Risiken eingehen, da Du auch Strecken zurücklegen kannst, bei denen Du nicht weißt, ob Du in naher Zukunft wieder auf Wasser treffen wirst.

Falls Du mehr über Edelstahl-Trinkflaschen erfahren möchtest, klicke auf das Wort oder hier, um zu unserem Ratgeber zu kommen.

Andere notwendige Ausrüstung

Neben den Essentials solltest Du auch großen Wert auf Deine weiteren Ausrüstungsgegenstände legen. Im Folgenden erfährst Du, worauf Du achten solltest.

Das Schuhwerk:

Wanderschuhe und Wollsocken Guide
Survival-Tipps: Ein gutes Paar Wanderschuhe und Wollsocken sorgen dafür, dass du mobil und leistungsfähig bleibst

Beginnen wir mit dem richtigen Schuhwerk. Für einen Outdoor-Trip sind ein paar gute Wanderschuhe unerlässlich. Der Zustand Deiner Füße kann über Begeisterung oder Verzweiflung im Outdoor-Trip entscheiden. Sind Deine Füße lange nass, wird die Haut, sobald sie trocknet rissig und wund. Die Folge können Infektionen und natürlich Schmerzen sein.

Deshalb solltest Du auf Turnschuhe verzichten. Sie erscheinen zunächst vielleicht bequem, aber sie taugen einfach nicht für Outdoor-Aktivitäten. Sie saugen Nässe auf, werden kalt, reiben und fallen nach Strapazen auch mal gut und gerne auseinander. Deshalb empfiehlt es sich ein paar Wanderstiefel von guter Qualität zu kaufen. Bist Du Dir unsicher, worauf Du achten solltest, schau Dir gerne mal in unserem Ratgeber zu Wanderschuhen an.

Passende Socken:

Am besten kaufst Du Schuhe, die eine halbe Nummer größer sind, damit sich Deine Füße ausdehnen können und Platz für ein dickes paar Wollsocken bleibt. Wolle ist das beste Material für Socken. Sie saugen Schweiß von Deinen Füßen auf und lassen ihn verdunsten. Hier findest Du einen Ratgeber zu den besten Wandersocken.

Tipps zur Fuß- und Schuhpflege:

  • Trockne nasse Stiefel an einem warmen und luftigen Ort. Aber nicht zu warm oder über direkter Hitze, da sonst Beschädigungen am Material und Leder entstehen können.
  • Schnürsenkel gefrieren nicht, wenn sie mit Wachs oder Fett eingerieben werden.
  • Socken und Stiefel sollten nicht zu eng sein, da sonst der Blutfluss beengt wird, was zu Erfrierungen an den Füßen führen kann.
  • Du solltest immer Ersatzsocken mitnehmen, damit Du nasse Socken schnellstmöglich wechseln kannst.

Die Kleidung:

Je nach Umgebung ist andere Kleidung gefragt. Dennoch gelten folgende Tipps für kalte und warme Regionen:

  • Halte Deine Kleidung sauber: Im Sommer sorgst Du so für Hygiene und Bequemlichkeit. Im Winter kann Schmutz und Fett die isolierenden Eigenschaften der Kleidung beeinträchtigen.
  • Du solltest Überhitzung vermeiden und Kleidung im Zwiebelprinzip tragen. Schwitzen befeuchtet Deine Kleidung und beeinträchtig dadurch die isolierenden Eigenschaften. Das kann später zur Unterkühlung führen. Durch das Tragen von Kleidung in mehreren Schichten kannst Du Deine Kleidung immer den jeweiligen Umständen anpassen. Außerdem sammelt sich zwischen den Schichten „tote Luft“, die sehr gut isoliert.
  •  Deine Kleidung sollte trocken bleiben, denn nasse Kleidung kann Deine Körperwärme reduzieren. Deshalb sollte die Trocknung Deiner Kleidung immer Priorität haben.

Der Rucksack:

Survival Ausrüstungs-Guide
Survival-Tipps: Auf diesem Bild siehst Du eine gute Ausrüstung für das Überleben in der Wildnis.

Ein Rucksack von guter Qualität ist unerlässlich, denn nichts ist unangenehmer als plötzlich im Gelände ein Loch im Rucksack zu haben. Möchtest Du Dich genauer über Rucksäcke informieren, findest Du hier eine Übersicht von allen unseren Rucksack-Ratgebern.

Beim Befüllen des Rucksacks geht es nach der Devise: Qualität vor Quantität. Nur weil ein Rucksack am Anfang des Tages noch leicht war, heißt es nicht, dass er sich nach ein paar Stunden immer noch so anfühlt. Neben Verbandszeug solltest Du nur folgende Dinge mitnehmen:

Umfassende Informationen von uns zu Schlafsäcken, Biwaks, Zelten, Campingkochern und Reparaturkits findest Du, wenn Du auf das jeweilige Wort klickst.

Solltest Du ein Survival-Liebhaber sein, kannst Du Dir auch Gedanken darüber machen ein Survival-Kit in Deinem Gepäck aufzunehmen. Umfassende Informationen findest Du hier.

Wie Du mit psychischen Belastungen umgehst

Psychische Belastungen in der Wildnis
Survival-Tipps: Die psychischen Belastungen sind in Überlebenssituationen sehr groß

Die Frage nach dem richtigen Umgang kann nicht pauschal beantwortet werden. Wie Du schon im ersten Kapitel zur Psyche gelesen hast, ist eine gute mentale Einstellung essentiell für das Überleben. Es ist wichtig die Moral und Motivation hochzuhalten. In der Wildnis klappt vieles nicht auf Anhieb und viele Situationen wirken auf den ersten Blick hoffnungslos. Deshalb ist es wichtig sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Was motiviert Dich? Deine Familie und Freunde wiederzusehen? Egal was es ist, lasse dieses Ziel nicht aus den Augen.

Um Deine Stimmung hochzuhalten, ist es wichtig, dass Du Dich um Deine Bedürfnisse kümmerst. Dazu solltest Du auch mal Pausen einlegen, Dich um Dein Wohlbefinden kümmern und auch kleine Erfolge feiern.

Aber wie gehst Du mit akuter Panik um und wie handelst Du bewusst und rational?

Eine Möglichkeit sind Atems- und Entspannungsübungen. Wichtig ist, dass Du in  einer Paniksituation erstmal einige Minuten Zeit nimmst und versuchst Dich zu beruhigen. Dafür solltest Du langsam und tief einatmen. Am besten kannst Du dafür auch Deine Augen schließen und versuchen Dir eine schöne Erinnerung vorzustellen. Sollte Deine Panik sich davon nicht verflüchtigen, kannst Du versuchen Deine Anspannung, die sich in Deinem Körper staut, freizulassen. Dazu atmest Du ruhig ein und aus und spannst Deinen gesamten Körper und deine Fäuste ungefähr für eine halbe Minute an. Diese Vorgänge wiederholst Du einige mal.

Natürlich sind Panikattacken kein einfach zu lösendes Problem. Es kann sehr gut sein, dass Deine Panik bestehen bleibt, aber helfen können diese Übungen vermutlich trotzdem. Für Stresssituationen kannst Du auch im Vorfeld üben. Zum Beispiel mit solch einer Meditation (startet bei 3:50):

Damit Du trotz Stress keine unüberlegten Entscheidungen triffst: Denke bevor Du handelst! Dafür kannst Du nach folgendem Schema vorgehen:

  1. Stopp! Nehme Dir kurz Zeit bevor Du handelst
  2. Mache Dir einen Plan
  3. Setze den Plan so um
  4. Reflektiere Deinen Plan und Deine Handlung und lerne daraus.

Handelst Du strukturiert nach dieser Vorgehensweise, verhinderst Du affektiv und unüberlegt zu handeln.

Wie Du Wasser und Nahrung findest

Wasser finden zum Überleben Guide
Survival-Tipps: Bist Du in der Nähe von Flüssen, hast Du unbegrenzten Zugriff auf Wasser. Du musst es aber noch klären.

Solltest Du in der Nähe von Seen und Flüssen sein, dann ist das Finden von Wasser kein Problem. Dann musst Du es nur noch klären. Die Klärung ist sehr wichtig. Nur weil Wasser klar und köstlich aussieht, heißt es nicht, dass dem auch so ist. Im schlimmsten Fall kannst Du an Erregern im Wasser sterben, im Besten Fall verlierst Du nur Deine Leistungsfähigkeit und durch Durchfall oder Erbrechen noch mehr Wasser aus deinem Körper. Auch Regenwasser bietet sich an. Bei der direkten Sammlung in einem sauberen Gefäß sollte es auch ohne vorherige Reinigung trinkbar sein.

Hinweis: Wasser klären
Wasser kannst Du mithilfe von selbstgebauten Filtern und Abkochen oder Reinigungstabletten trinkbar machen. Jod und Chlortabletten bieten sich zur Reinigung an.
Doch auch wenn nichts derartiges zu finden ist, gibt es meistens Wasser. Solltest Du Vegetation sehen, dann gibt es auch Wasser, denn Pflanzen brauchen Wasser zum Überleben. Du musst nur wissen, wie Du drankommst. Mithilfe von Sonnen-Destillationsanlagen kannst Du Wasser gewinnen. Dafür brauchst Du aber durchsichtige Plastiktüten oder eine Plastikplane. Dann kannst Du ungiftige Pflanzen sammeln und diese in eine durchsichtige Tüte stecken, die Du fest zubindest. Im Sonnenlicht wird das Wasser aus den Pflanzen verdunsten und an der Plastiktüte kondensieren.

Solltest Du damit nicht zum Erfolg kommen, kannst Du nach Grundwasser graben. Sobald der Boden feucht ist, kannst Du mithilfe einer Plane eine unterirdische Destillationsanalge bauen. Dafür brauchst Du neben der Plane noch Steine und einen Behälter. Den Behälter stellst Du in der Mitte in das Loch. Dann legst Du die Plane über das Loch und befestigst sie an den Rändern mit Steinen. Jetzt musst Du nur noch einen Stein in die Mitte der Plane legen, sodass sie in der Mitte nach unten einsinkt. Dabei musst Du darauf achten, dass sich der tiefste Punkt der Plane direkt über Deinem offenen Behälter befindet. Grundwasser was nun verdunstet wird sich an der Plane sammeln und aufgrund der Schwerkraft zum tiefsten Punkt der Plane fließen. Von da aus tropft es dann in Deinen Behälter.

Nahrung zu finden kann leicht und schwer zugleich sein. Doch solltest Du nur Pflanzen verzehren, bei denen Du Dir sicher bist, dass sie ungiftig und verträglich sind. Besonders bei Pilzen kannst Du starke Toxine aufnehmen, die Dein Überlebensglück drastisch verringern.

Auch wenn es schmerzt, wenn es ums nackte Überleben geht, kannst Du vermutlich nicht vegetarisch leben. Neben der oftmals spärlich vorhandenen essbaren Vegetation, enthalten viele Pflanzen wenig Energie. Um Kleintiere zu fangen, kannst Du Fallen bauen und Dein Messer benutzen. Achte jedoch darauf, dass Du alles gut ausnimmst und über einem Feuer durchgarst, bevor Du es isst. Auch Insekten kannst Du essen, um Deinen Energiebedarf zu decken.

Fallen zu bauen ist gar nicht mal so schwer. Das wichtigste ist einen geeigneten Platz für seine Fallen zu suchen. Tiere haben oftmals gleiche Routen, an denen sie sich bewegen. Siehst Du Tierspuren im Boden? Gibt es eine Bresche im Gras, Futterplätze oder eine „Schlucht“ durch die jeder muss, der in eine Richtung möchte?

Findest Du Routen von Kleintieren kannst Du dort Fallen aufstellen. Dazu suchst Du Dir einen großen und schweren Stein. Diesen lehnst Du auf einen oder mehrere Stöcker, sodass er nicht umfällt. Dann legst Du einen Köder unter den Stein. Dieser muss attraktiv sein. Ist der ganze Boden voller Eicheln, wirst Du niemand damit anlocken. Möchte ein Tier an das Leckerli, kannst Du hoffen, dass es die Halterung löst und der Stein auf das Tier fällt. Eine Anleitung für eine komplexere, aber auch bessere Version der Falle findest Du in diesem Video:

Wie Du einen sicheren Unterschlupf baust

Wie findest und baust Du einen sicheren Unterschlupf? Na das beste ist, sich gar nicht erst die Mühe zu machen und einen natürlichen Unterschlupf zu finden. Dazu können Höhlen, Felsvorsprünge und Baumkronen dienen.

Findest Du eine trockene Höhle. Alles wunderbar! Doch die meisten Höhlen sind das Gegenteil und ziemlich kalt, nass und zudem auch häufig von Fledermäusen bewohnt. Ihr Kot kann krank machen. Deshalb in diesen Fällen lieber weitersuchen.

Ein Felsvorsprung kann Dich gut gegen Wind und Regen abschirmen. Ist der Boden unter einem Vorsprung feucht, wird der Schutz nicht sehr gut sein. Ein bisschen nachhelfen mit Wind- und Regenschutz ist dann vorteilhaft.

Dichte Baumkronen können auch sehr gute Unterstände sein und vor Wind und Wetter schützen. Halte die Augen auf, denn so kann Dir stundenlange Arbeit erspart werden.

Sollte das alles nicht vorhanden sein, musst Du Dir selbstständig einen Schutz bauen. Am besten hast Du dafür auch ein Seil zu Hand, oder Du musst Dir Ersatz suchen, wie feste Gräser oder biegsame Lianen, damit Du alles fest verbinden kannst. Oder möchtest Du mitten im Schlaf unter einem Haufen Baumstämmen und Ästen begraben werden?

Im Idealfall findest Du einen umgefallenen Baum, oder etwas anderes, was Du als Ausgangspunkt für ein schräges Dach benutzen kannst. Dann suchst Du Stöcker, die lang genug sind und lehnst sie schräg an den Baumstamm, sodass sich ein relativ dichter Schutz bildet. Sobald Du die Grundform gebaut und mit den Seilen befestigt hast, musst Du das Dach so gut es geht abdichten. Im Dschungel kannst Du dazu gut große Blätter benutzen, sonst verwendest Du Rinde, Laubkompost und Zweige voll Blättern. Ordne die Materialien wie Ziegel an, sodass die oberen die unteren überlappen.

Spare nicht am Abdichtungsmaterial, Du willst schließlich warm und trocken bleiben. Am besten versiegelst Du alle offenen Seiten noch mit anderen Materialien.

Gibt es keinen Baumstamm oder anderen Ausgangspunkt, musst Du die Stütze für das Dach selbst herstellen. Verwende dazu zwei Äste mit Gabelungen, in die Du einen Querbalken einfügen kannst. Dann gehst Du so vor wie bei der ersten Variante.

Damit das ganze etwas anschaulicher ist, empfehlen wir Dir folgendes Video, in dem ein ähnlicher Unterstand gebaut wird (In dem Fall ein Wigwam):

Wie Du ein Feuer anzündest

Damit Du ein Feuer entzünden kannst, musst Du wissen, wie ein Feuer funktioniert. Ein Feuer braucht Brennstoff, Wärme und Sauerstoff. Fehlt eines der Grundfesten, brennt gar nichts. Das heißt Du brauchst erstmal irgendwas was brennt, vermutlich Holz. Dann brauchst Du ein Startniveau von Wärme. Fester Brennstoff wird nämlich durch Wärme in Gas umgewandelt. In Verbindung mit Sauerstoff entsteht eine Flamme. Somit ist Sauerstoff ebenfalls unerlässlich.

Mithilfe dieses Wissens kannst Du Feuer machen. Das heißt, um ein Feuer zu starten, brauchst Du etwas leicht Erhitzbares, damit genug Wärme zur Erzeugung des Gases entsteht. Versuchst Du direkt mit Funken aus deinem Feuerstein ein dickes Holzscheit auf nassem Boden zu entzünden, hast Du am Ende im Zweifel eher wunde Finger als auch nur ein bisschen Rauch. Die Energie reicht lange nicht aus, um das Holzscheit stark genug zu erwärmen.

Mithilfe der Theorie kann es jetzt ans Feuermachen gehen.

Survival Guide: Feuer machen
Survival-Tipps: Ein Feuer ist im Überlebenskampf ein Segen.

Den Ort vorbereiten:

Möchtest Du ein Feuer entzünden, musst Du dafür eine richtige Stelle finden. Sollte das Wetter gut sein, bietet sich so gut wie jede Stelle an. Wenn es aber windig und/oder feucht sein sollte, solltest Du eine Stelle suchen die wind- und wettergeschützt ist. Aber solltest Du Dich beispielsweise für einen Platz unter einem Baum entscheiden, musst Du darauf achten, dass keine Zweige oder ähnliche, brennbare Dinge über Deinem Feuer hängen. Auch nicht in der Nähe, denn Funkenschlag und Wind können das Feuer weitertragen. Sei im Umgang mit Feuer immer vorsichtig. Besser Vorsicht als Nachsicht!

Solltest Du eine geeignete Stelle gefunden haben, musst Du den Boden von allem brennbaren Material befreien. Bei nassem Boden solltest Du ein Fundament aus lebendem Holz bauen. Das brennt nicht so schnell durch und lässt die Luft zirkulieren. Wichtig ist außerdem das Abgrenzen der Feuerstelle mit Steinen oder durch eine Grube. Es ist sehr wichtig zu verhindern, dass das Feuer auf das umliegende Gelände übergreift. Deshalb muss jedes Feuer nach Benutzung immer sorgfältig gelöscht werden!

Material sammeln:

Steht Der Ort? Gut, dann geht’s jetzt ans Material sammeln. Erstmal brauchst Du Zunder, also leicht entflammbares Material. Aber wie bekommst Du Zunder? Im Idealfall hast Du welchen dabei. Sonst musst Du Dich nach trockenen Moosen, Gräsern, Kräutern, oder allem was leicht entflammbar ist umschauen. Du kannst auch mithilfe Deines Messers, Holzspäne von Baumrinde abschaben. Findest Du Kiefernholz, hast Du den Jackpot gezogen, denn in diesem Holz befindet sich leicht entflammbares Kiefernharz.

In der nächsten Stufe brauchst Du Anzündholz. Also Holz, welches Durch den brennenden Zunder entflammt werden soll. Dazu verwendest Du am besten tote Zweige. Zu guten Anzündhölzern gehören Birke, Silbertanne, Lärche Stechpalme, Zeder und Zypresse.

Zu guter Letzt brauchst Du noch große Brennscheite, die lange brennen und durch das Anzündholz entflammt werden. Suche Dir so viel zusammen wie Du kannst, denn hast Du nicht genug vorgesorgt, ist Dein Feuer schneller wieder aus als Du gucken kannst. Dabei gilt: Gespaltenes Holz brennt besser als rundes und kleine Stücke besser als große.

Die richtige Strategie finden:

Es bringt nichts einen dicken Holzscheit nach unten zu legen und dann Das Zunder auf diesem zu entzünden. Dann hast Du kurz eine schöne Flamme gehabt, aber das war es dann auch schon. Deshalb solltest Du strukturiert vorgehen. Am besten nutzt Du die Tipi-Feuer-Methode. Indem Du immer größere Holzzweige über dem Feuer in der Form eines Tipis anordnest.

Anzünden:

Jetzt musst Du Dein Zunder nur noch entzünden. Im Idealfall hast Du Geräte zum Feuermachen dabei. Andererseits musst Du kreativ werden. Du kannst dann mithilfe eines Feuerbohrers Feuer machen. Wie das funktioniert, kannst Du in diesem kurzen Video von Galileo sehen:

Wie Du Dich in der Wildnis orientierst

Im Idealfall hast Du einen Kompass und eine Karte von der Umgebung mit im Handgepäck. Doch die Navigation mit einem Kompass und die richtige Ausrichtung der Karte ist gar nicht mal so leicht. Es gibt viele Dinge, auf die Du achten musst und der Umgang mit Karte und Kompass sollte im Vorfeld geübt sein. Vor allem, wenn Du einen bestimmten Punkt erreichen möchtest, ist die genaue Verwendung sehr wichtig. Sogar bei an sich richtiger Verwendung kann die magnetische Abweichung dafür sorgen, dass Du Dein Ziel um hunderte Meter, bis Kilometer verfehlst.

Wie ein Kompass funktioniert und wie Du mithilfe eines Kompass Deine genaue Position auf einer Karte bestimmst, kannst Du im Artikel von Wikihow nachlesen: Einen Kompass benutzen

Doch im Überlebensfall, kann es auch nützlich sein, nur zu wissen in welche Richtung man muss. Wenn Du in einem Gebiet unterwegs bist, in dem Du in eine Überlebenssituation schlitterst, solltest Du Dich im Vorfeld über die Umgebung vertraut gemacht haben und ungefähr wissen, welche Orte in welcher Richtung liegen. Deshalb kann die richtige Peilung schon sehr nützlich sein.

Am einfachsten lassen sich die Himmelsrichtungen über den Sonnenstand ablesen. Dazu solltest Du wissen, wie der Sonnenstand zu bestimmten Zeiten in Deinem Gebiet ist. Generell gilt, dass sowohl auf der Nord- als auch auf der Südhalbkugel die Sonne im Osten aufgeht und im Westen untergeht.

Alternativ kannst Du auch eine Sonnenuhr bauen. Dazu steckst Du einen Stock (etwa 1m lang) in den Boden und beobachtest den Schatten. Bei der Spitze des Schattens machst Du eine Markierung. Dann wartest Du in etwa 15 Minuten. Der Schatten wird sich bewegen. Dann markierst Du die Spitze des zweiten Schattens. Des Weiteren ziehst Du eine Line von der ersten zur zweiten Markierung und etwa 30 cm darüber hinaus. Danach stellst Du Dich mit dem linken Fuß auf den ersten und mit dem rechten Fuß auf den zweiten markierten Punkt. Dann bist Du in der nördlich gemäßigten Zone in etwa dem Norden zugewandt und in der südlich gemäßigten Zone in etwa dem Süden.

Survival-Guide: Navigation mit den Sternen
Survival-Tipps: Nachts kannst Du mithilfe des Sternenhimmels navigieren. Suche dazu den Nordstern.

Nachts kannst Du außerdem die Sterne zur Navigation nutzen. Dazu brauchst Du aber grundlegendes Wissen zu Sternbildern. Findest Du den Nordstern im Sternbild des kleinen Wagens oder zwischen dem großen Wagen und Kassiopeia, weißt Du wo der Norden ist.

Eine Alternative kann aber auch der Bau eines provisorischen Kompasses sein. Dazu brauchst Du nur eine Nadel. Diese reibst Du immer in gleicher Richtung an deinen Haaren, um sie zu magnetisieren. Danach legst Du sie auf ein Laubblatt oder ein Stück Papier. Dieses legst Du in eine Pfütze oder eine Schüssel mit Wasser. Die Nadel sollte sich dann in nord-südlicher Richtung ausrichten. Beachte dabei, dass die magnetische Aufladung nur kurze Zeit anhält.

Für die Orientierung und Navigation ist auch das Schätzen von Zeit, Entfernung und Distanz sehr wichtig. Du solltest ungefähr einschätzen können, wie weit ein bestimmter Punkt entfernt ist, damit Du keine nachteilhaften Entscheidungen triffst. Ein kurzer Abstecher zu einem anderen Ort kann sonst plötzlich tagesfüllend sein. Deshalb möchten wir Dir eine Handvoll Tipps zur Nutzung Deines Augenmaßes mit an die Hand geben.

Dinge erscheinen Dir näher, als sie wirklich sind, wenn

  • Der Tag klar ist
  • Die Sonne in Deinem Rücken steht
  • Du niedriger stehst, als das Objekt was Du betrachtest
  • Das Objekt größer als andere Objekte in der Umgebung ist
  • Zwischen Dir und Deinem Ziel ein undurchsichtiges Gelände ist

Im Gegensatz dazu erscheinen Dir Dinge weiter entfernt, als sie tatsächlich sind, wenn

  • Schlechte Lichtverhältnisse herrschen
  • Du gegen die Sonne schaust
  • Das Objekt kleiner als andere Objekte in der Umgebung ist
  • Du liegst
  • Du eine Straße entlang oder über ein Tal blickst
Survival-Guide: Distanz schätzen
Survival-Tipps: Schaust Du eine Straße entlang, wirken Dinge weiter entfernt als sie tatsächlich sind. Gleichzeitig erscheinen Dir große Objekte, wie die Berge näher, als sie tatsächlich sind.

Um ungefähr einzuschätzen, wie weit etwas tatsächlich entfernt ist, kannst Du die Augenscheinmethode verwenden, die beschreibt mit welcher Genauigkeit Du eine Person erkennen kannst. Dabei gilt:

  • Bei 100 Metern ist die Person deutlich zu erkennen.
  • Bei 200 Metern sind alle Details verschwommen, aber die Hautfarbe lässt sich gerade noch feststellen.
  • Bei 300 Metern lässt sich der Körperumriss erkennen. Das meiste andere ist verschwommen.
  • Bei 400 Metern lässt sich der Körperumriss erkennen. Der Rest ist verschwommen.
  • Bei 500 Metern schaut der Körper kegelförmig aus. Der Kopf ist verschwommen
  • Bei 600 Metern ist der Körper keilförmig. Der Kopf ist nicht sichtbar.

Außerdem können grundlegende Wettervorhersagen nützlich sein. Um ungefähre Vorhersagen treffen zu können, solltest Du die Wolken betrachten. Am wichtigsten ist die Wolkenhöhe. Sind die Wolken hoch und hängen tief, ist die Wahrscheinlichkeit für Sturm oder Regen hoch. Sind die Wolken eher dünn und weit oben, bleibt es vermutlich trocken.

Wie Du Deinen Körper in der Wildnis pflegst

Im Grunde gibt es nicht viel zur Hygiene zu sagen, außer dass Du darauf achten solltest. Das heißt halte dich möglichst sauber und trocken, denn Schmutz und Feuchtigkeit machen Dich krank und schwach. Besonders auf Deine Füße und Zähne solltest Du achten. Ohne Deine Füße gehst Du nirgendwo hin. Wenn Du keine wunden, blasenüberzogenen Füße haben möchtest, besorge Dir gute Schuhe (Kapitel Ausrüstung) und halte Deine Füße immer trocken.

Deine Zähne kannst Du, mithilfe von Ästen reinigen. Kaue dafür auf einem festen Ast herum, bis er sich zerfasert. Mit diesem faserartigen Gebilde kannst Du Dir die Zähne putzen.

Als Seifenersatz kannst Du Asche benutzen. Besser funktioniert es, wenn Du die Asche noch mit etwas fetthaltigem mischt und abkochst, bis ein festes Stück „Seife“ übrigbleibt.

Wie Du Erste Hilfe leistest und Wunden behandelst

Erstmal ist es so, dass Erste Hilfe im Gelände genauso behandelt werden sollte, wie im urbanen Leben. Das heißt, ist eine Person bewusstlos, muss sie in die stabile Seitenlage gelegt werden. Eine Person, die nicht mehr atmet, kann in manchen Fällen mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) wiederbelebt werden. Solltest Du unsicher im Bezug zur Ersten Hilfe seien, empfehlen wir Dir dieses Video:

Wunden sollten immer behandelt werden. Selbst die kleinste Wunde kann im Gelände zu einer schwerwiegenden Infektion führen. Deshalb sollte jede Wunde mit sauberem Wasser gereinigt werden. Danach bedeckst Du sie am besten mit einem sterilen Verband. Ein Erste-Hilfe-Set sollte deshalb immer in deinem Gepäck dabei sein, wenn Du Dich in gefährliche Umgebungen begibst.

Bei stark blutenden Wunden sollte der/die Betroffene sich hinlegen. Die blutende Wunde sollte immer hochgelegt werden und mit einem Druckverband bandagiert werden. Dabei muss wirklich sehr viel Druck ausgeübt werden. Versuche so schnell wie möglich Hilfe zu holen.

Personen, die unter einem körperlichen Schock leiden, sollten hingelegt und warmgehalten werden. Achte darauf, dass die Beine hochliegen. Bei einem Schock bricht der Kreislauf zusammen. Das erkennst Du an Erschöpfung, Bleichheit, flacher Atmung, schnellem/langsamen Puls, übermäßigem Gähnen, Übelkeit, Durst und Schwächegefühl.

Brüche sollten immer geschont und wenn möglich geschient werden. Dazu können auch Äste benutzt werden, die mit Bandagen angebracht werden. Tue dies aber nur, wenn Du weißt, wie Du es richtig machst, sonst kannst Du den Schaden und die Schmerzen noch gravierend erhöhen!

Wie gehst du mit extremer Hitze und Kälte um?

Zu viel Hitze kann zu einem Hitzeschlag führen, der tödlich sein kann. Deshalb solltest Du Hitze nie unterschätzen. Bevor Du einen Hitzeschlag bekommst, tritt Hitzestress auf. Diesen erkennst Du an Schwindel, Verwirrung, Kopfschmerzen, Appetitmangel, Übelkeit und Schwitzen. Leidest Du oder jemand anders unter diesen Symptomen suche Schatten auf und hydriere Dich. Am besten auch mit Rehydrierungssalzen.

Survival-Guide: Extreme Hitze
Survival-Tipps: Wie gehst Du mit den Belastungen extremer Hitze um?

Im nächsten Schritt kann es zu einem Hitzeschlag kommen. Dieser tritt auf, wenn sich unserer Körpertemperatur erhöht und die Kühlungsmechanismen nicht mehr richtig funktionieren. Er äußert sich durch Kopfschmerzen, Schläfrigkeit und merkwürdiges Verhalten. Es kann aber auch zu Anfällen und Bewusstlosigkeit kommen. Die Symptome können mehrere Tage anhalten.

Bei Verdacht auf einen Hitzeschlag müssen Du oder die betroffene Person sofort in den Schatten. Am besten wird die Person in ein kaltes feuchtes Laken eingewickelt. Auf jeden Fall sollte die Person auch in den nächsten Tagen überwacht werden.

Unterkühlung ist genauso gefährlich. Sie lässt sich anhand unkontrollierten Zitterns, unkoordinierten, langsamen Bewegungen und einfachen Fehlern bemerken. Spitzt sich die Lage zu, hört das Zittern auf und die Muskeln werden steif. Hinzukommen ein unregelmäßiger Puls und eiskalte Haut. Dann kann es sein, dass die unterkühlte Person ohnmächtig wird. Um eine Ohnmacht und den Tod zu verhindern, müssen alle nassen Kleidungsstücke, wenn möglich, gewechselt werden. Dann muss die gesamte Person vor Kälte geschützt werden. Um den Betroffenen aufzuwärmen empfehlen sich warme Getränke und kohlenhydrat- und fettreiches Essen.

Entgegen den ersten Impulsen sollte die Person nicht mit heißem Wasser oder direkten Hitzequellen aufgewärmt werden. Das kann dazu führen, dass kaltes Blut zu lebenswichtigen Organen zurückfließt und alles noch schlimmer wird. Außerdem hat der Betroffene vermutlich kein Hitzeempfinden mehr, was leicht zu Verbrennungen führen kann.

Fazit

Überleben in der Wildnis ist nicht einfach, aber auch kein Hexenwerk. Mithilfe dieses umfassenden und sehr ausführlichen Ratgebers konntest Du einen Einblick in das grundlegende Wissen des Überlebens bekommen. Obwohl es sich nur um eine Einführung handelt, war das natürlich eine große Menge an Wissen, die auf Dich zugekommen ist. Sich alles direkt zu merken oder umzusetzen ist dann schwierig.

Aber wir hoffen, dass Du die grundlegenden Vorgehensweisen verinnerlichen konntest, sodass Du ungefähr weißt, was zu tun ist, solltest Du in eine gefährliche und lebensbedrohliche Situation gelangen. Im Anschluss an diesen grundlegenden Ratgeber findest Du noch ein Trivia, welches Dir lustige und skurrile Alltagsgegenstände vorstellt, die Dein Leben retten könnten und Dir kurz und bündig verrät, was in bestimmten Überlebenssituationen zu tun ist.

Trivia: Was Du noch über das Überleben in der Wildnis wissen solltest:

Howdy! Es freut uns, dass Du Dich noch weiter für das Survival-Thema interessierst. Im Folgenden zeigen wir Dir noch mehr interessantes und wissenswertes.

Welche Alltagsgegenstände Dein Leben retten könnten

Nun erfährst Du endlich, was Du Dich schon immer gefragt hast: Wie könnten Kondome und Kaninchenkot mein Leben retten? Spaß beiseite. Auch wenn Du wahrscheinlich nie über diese Dinge nachgedacht hast, können die Antworten nicht schaden. Sie basieren auf dem Buch von Outdoor-Experte Creek Steward, der eine Menge von Alltagsgegenständen in Überlebenssituationen getestet hat. Aber der Reihe nach. Beginnen wir mit Labello.

Labello als Regenschutz

Nein, Du brauchst keinen Labello, um alle Bewohner des Waldes mit Deinen glänzenden Lippen neidisch zu machen. Vielmehr kann Dir der Labello dabei helfen, Dich vor Regen und Nässe zu schützen. Viele Jacken und Rucksäcke sind zwar an sich wasserdicht, ihre Reisverschlüsse aber nicht. Reibst Du den Labello nun stark über die Verschlüsse, werden die Zwischenräume versiegelt. Was ein toller Trick!

Kondom als Wasserflasche

Survival-Guide: Alltagsgegenstände Kondom
Wie könnte ein Kondom Dein Leben retten?

Du bist mir Deinem Auto gestrandet, halb am Verdursten aber hast keine Wasserflasche dabei? Das Einzige was Du im Kofferraum finden kannst, ist ein Kondom von Deiner letzten Flamme? Kein Grund zur Sorge. Mit einem Kondom kannst Du bis zu einem Liter Wasser transportieren. Wer hätte das gedacht?

Kartoffelchips als Anzünder

Hast Du Dich im Vorfeld Deines Überlebenstrips mit Kartoffelchips eingedeckt, kannst Du sie einfach auf Dein Feuer kippen. Das Fett in den Chips wirkt Wunder beim Feuermachen. Trotzdem solltest Du Dir sicher sein, dass Du danach noch was zu essen hast, bevor Du mit knurrendem Magen der verbrennenden, goldgelben Köstlichkeit nachtrauerst.

Müllsack als Zelt

Es gibt ja die, die hunderte Euros für ein neues Zelt ausgeben, oder stundenlang im Unterholz nach Baustoffen für einen Unterschlupf suchen, dabei ist das Einzige was Du brauchst ein Müllsack! Einfach ein Loch für den Kopf in den Sack geschnitten und reingekrabbelt und fertig ist das Einmann/-Frau-Zelt! Stecke Deinen Kopf durch das Loch und lehne Dich an einen Baum.

Hundeknochen als Seil

Du bist in der Pampa gestrandet, musst ums Überleben kämpfen und versuchst gerade einen Unterschlupf zu bauen? Schau doch mal in Deiner hintersten Jackentasche nach, ob sich dort nicht noch ein Leckerli Deines geliebten Vierbeiners befindet! Die meisten Hundeleckerlis bestehen aus Rohleder. Eingeweicht und zerteilt eignet es sich wunderbar als Seil.

Strohhalm als Zeckenentferner

Survival-Guide: Alltagsgegenstände Strohhalm
Strohhalme können sehr nützlich sein!

Bevor Du in diese verzwickte Lage gekommen bist, warst Du noch im Drive-In und hast es Dir gut gehen lassen? Neben Burgerpapier findest Du noch einen Strohhalm in Deinem Gepäck? Gut, dann ist das Zecken-loswerden keine Sorge mehr von Dir. Du kannst ganz einfach einen millimeterbreiten Schlitz in den Strohhalm schneiden und diesen als Zeckenentferner verwenden.

Kot als Zunder

Solltest Du zufälligerweise doch keine Kartoffelchips auf Deinen Survivaltrip mitgenommen haben, kannst Du auch trockenen Tierkot als Zunder verwenden. Egal ob der Kot von Kaninchen, Rehen, Ziegen oder Kühen stammt, brennen tut er gut. Ja, so vielversprechend wie es klingt: Kaninchenkacke könnte Dein Leben retten.

Kaugummi-Papier als Feuerzeug

Ganz gleich ob Du noch eine AA oder eine andere Batterie dabeihast, sie kann Dir beim Feuermachen helfen. Endlich lohnt es sich, dass Kaugummi-Papier noch nicht entsorgt zu haben. Ist es metallbeschichtet, musst Du es nur an die beiden Pole der Batterie halten und Du bekommst ein Feuer. Dennoch solltest Du das nicht um jeden Preis machen. Wenn Du ein GPS-Gerät dabeihast, ist die Batterie dadrin deutlich besser aufgehoben, als sie für ein Feuerchen zu verpulvern.

Auch wenn die Tipps auf die ein oder andere Art ganz lustig wirken, schadet es nicht, die Kostbarkeit von scheinbar nutzlosen Gegenständen zu kennen. Doch in den folgenden Kapiteln werden wir wieder etwas ernsthafter.

Wie Du eine Lawine überlebst

Survival-Guide: Lawine überleben
Lawinen sind eine sehr tödliche Gefahr

Als Wintersportler von den Pisten abzuweichen und alleine oder mit einer kleinen Gruppe durch unberührten Hochschnee zu fahren, kann einen ganz eigenen Zauber haben. Dennoch kann sich dabei immer Schnee lösen und eine Lawine in Gang setzen, die zu einem grausamen Tod führen kann. Doch was kannst Du tun, um eine Chance zu haben dieses Horror-Szenario zu überleben? Dazu gibt es theoretische Verhaltensregeln.

Schritt 1

Sobald Du merkst, dass das Schneebett ins Rutschen kommt, solltest Du Deine Skistöcke wegwerfen. Tust Du das nicht kannst Du Dir im Schlimmsten Fall bei Stürzen Brüche oder schwere Stichverletzungen zuziehen.

Schritt 2

Als nächstes musst Du versuchen Dein Gelichgewicht zu halten. Schaffst Du es, kannst Du versuchen seitlich aus der Lawinenbahn rauszusteuern.

Schritt 3

Schaffst Du es nicht das Gleichgewicht zu halten, musst Du versuchen um jeden Preis an der Oberfläche zu bleiben. Mache dazu Schwimmbewegungen.

Schritt 4

Sobald die Lawine langsamer wird, solltest Du mit Deinen Händen eine Atemhöhle um deinen Mund und Deine Nase herum formen. Denn bist Du erstmal unter dem tonnenschweren Schnee begraben, kannst Du das nicht mehr nachholen und erstickst vermutlich im dichten Schnee.

In der Theorie solltest Du so vorgehen. Aber in solch einer plötzlichen und schockierenden Situation, kann das alles sehr überfordernd sein. Deshalb ist das wichtigste: Versuch oben zu bleiben! Je nachdem, ob Du weiter oben oder unten bist, schwanken Deine Überlebenschancen immens. Denn im Schnitt bleiben Dir nur 15 Minuten zu leben, nach dem Du verschüttet wurdest und Helfer müssen für eine Tiefe von einem Meter schon 500 Kilogramm Schnee wegschaufeln. Allein sind Deine Überlebenschancen gleich Null.

Wie Du Treibsand überlebst

Survival-Guide: Treibsand überleben
Treibsand ist ein Stoffgemisch aus Sand in Wasser. Er kommt deshalb auch häufig im Watt vor

Treibsand, den Du zum Beispiel im Watt finden kannst, ist nicht so gefährlich wie er in Filmen und Serien immer dargestellt wird. Dennoch kannst Du durch Treibsand und die oftmals damit verbundene Flut sterben, weshalb Du die Situation ernst nehmen solltest. Dein Körper hat eine geringere Dichte als Treibsand, weshalb Du nicht komplett versinken kannst, wenn Du Dich nicht bewegst oder Durch schweres Gepäck nach unten gezogen wirst.

Wenn Du merkst, dass Du in Treibsand geraten bist, wirf erstmal alles Gepäck weg, um Dein Gewicht zu erleichtern. Danach ist es wichtig, dass Du Dich nur noch ruhig und bedacht bewegst. Denn Du sinkst nur weiter ein, wenn der Sand in Bewegung gerät. Bist Du gerade erst am Versinken, kannst Du versuchen mit zügigen Schritten aus dem Treibsand herauszukommen. Bleiben Deine Schuhe stecken, ziehe sie aus, denn sie erzeugen einen starken Unterdruck.

Bist Du schon tiefer eingesunken, musst Du Dein Gewicht auf eine größere Fläche verteilen. Lege Dich dafür horizontal auf den Sand. Dann liegt Dein Gewicht nicht mehr ausschließlich auf Deinen Füßen und Du kannst versuchen, sie zu befreien. Gelingt Dir das nicht, mache zusätzlich Rücken-Schwimmbewegungen und atme auf jedenfall immer tief ein, denn das erhöht Deinen Auftrieb. Gelingt es Dir Dich zu befreien, rolle dich horizontal aus der Gefahrenzone.

Das wichtigste ist aber ruhig zu bleiben! Je nachdem wie tief Du eingesunken bist, kannst Du Minuten als auch Stunden brauchen, um Dich mit langsamen und kontrollierten Bewegungen zu befreien.

Wie Du Stromschnellen entkommst

Survival-Guide: Stromschnellen überleben
Stromschnellen erzeugen gefährliche Strömungen und Wasser-Strudel, die zur tödlichen Falle werden können

Beim Baden in Flüssen kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen. Reißende Strömung enthält oft sogenannte Wasserwalzen. Das sind Wasserstrudel, die einen enorme Kraft besitzen und Schwimmer in die Tiefe ziehen. Diese Strudel entstehen, wenn das fallende Wasser von Flusswehren oder Wasserfällen sich in den Flussboden gräbt und so in Rotation gelangt.

Je größer dabei die Wucht ist, mit der das fallende Wasser auf den Flussboden gelangt, desto stärker ist der Strudel. Gelangst Du in solch einen Strudel, helfen Dir keine Schwimmfertigkeiten, um den Strudel einfach zu entkommen. Die einzige Möglichkeit dem Ertrinken zu entgehen, ist dem natürlichen Impuls zu widerstehen aufzutauchen. Denn dann wird Dich der Strudel immer in die Tiefe reißen. Stattdessen musst Du tauchen und das möglichst bis zum Grund. Denn dort kannst Du versuchen den Strudel zu untertauchen und an der tiefsten Stelle zu verlassen.

Generell kannst Du Dir merken, dass Du nie gegen Strömungen anschwimmen solltest, sondern versuchen solltest, aus den Strömungen heraus zuschwimmen. In dem Fall einer Wasserwalze durch Tauchen von unten. Aber auch zum Beispiel bei sogenannten „rip-Strömungen“ im Meer solltest Du, wenn Du merkst hinausgezogen zu werden, nicht gegen die Strömung anschwimmen, sondern parallel zum Ufer aus der Strömung hinausschwimmen, bist du dem Sog entkommst.

Wie Du auf einer einsamen Insel überlebst

Survival-Guide: Auf einer Insel überleben
Auf einer Insel gelten die gleichen Überlebensregeln, wie an anderen Orten. Nur wirst Du vermutlich nicht selbstständig in die Zivilisation zurückfinden können.

Um auf einer Insel zu überleben, kannst Du dieselben Tipps verwenden, die in diesem Survival-Guide vorgestellt wurden. Doch in de Regel wirst Du eingeschränktere Möglichkeiten haben. Je nachdem wie groß Deine Insel ist und wie viele Rohstoffe zu Verfügung stehen, steigen Deine Überlebenschancen. Doch in der Regel wirst Du nicht in der Lage sein Dich selbst zu retten, sondern Du bist auf Hilfe angewiesen. Das heißt, Du musst verstärkt mit Rauchzeichen, und großen, aus der Luft erkennbaren Symbolen auf Dich aufmerksam machen.

 

Weiterführende Links und Recherchequellen

1. Bear Grylls: Draußen (Über-) Leben

2. Creek Stewart: Survival Hacks: Over 200 Ways to Use Everyday Items for Wilderness Survival

3. Eine Lawine überleben

4. Aus Treibsand entkommen

5. Einen Kompass benutzen

6. Wasserwalzen entkommen

0 0 vote
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
0
Hinterlasse Deine Meinung oder stell eine Frage.x
()
x
↑ Zurück zum Beginn ↑