Radfahren im Winter: So hältst Du Dich warm

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Radfahren im Winter

Die Tage werden kürzer und kälter, aber Du möchtest auf das Radfahren im Winter trotzdem nicht verzichten? Bekanntlich gibt es ja kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung. Damit Du auch die richtige Kleidung und Ausrüstung findest, die Du zum Fahrradfahren im Winter benötigst, haben wir Dir hier ein paar Tipps zusammengestellt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Wahl der richtigen Kleidung zum Radfahren im Winter hängt von der Temperatur, Wetterlage und Deiner Geschwindigkeit ab.
  • Wenn Du Dich nach dem Zwiebelprinzip kleidest, kannst Du Dich schnell an Wetter- oder Temperaturveränderungen anpassen.
  • Denke auch an Deine Hände, Füße und das Gesicht, denn diese frieren am schnellsten.

Radfahren im Winter: So findest Du die richtige Kleidung

Die richtige Wahl, bei der Kleidung zu treffen, ist gar nicht so leicht. Im Winter kann es schnell kälter werden und die Sonne kann schneller untergehen als gedacht. Bis Du herausfindest, welche Kombination von Kleidung für Dich am besten ist, musst Du ein paar Erfahrungen sammeln. Damit Du aber nach Deiner nächsten Radtour in der Kälte nicht als Frostbeule nach Hause kommst, findest Du hier alles, was Du über die richtige Kleidung beim Radfahren im Winter wissen musst.

Mit welchem Fahrrad bist Du unterwegs?

Mountainbiken im Winter: Mit dem Mountainbike bist Du eher langsamer unterwegs, da es schwerer gebaut ist als zum Beispiel ein Rennrad. Wenn Du viel im Wald fährst, bieten die Bäume rundherum außerdem Schutz vor Wind oder Niederschlag. Als Mountainbiker greifst Du wahrscheinlich lieber zu einer robusten Softshell-Hose statt einer engen Radhose. Diese sind abriebfester und resistenter gegen Schmutz. Für zusätzliche Wärmeisolation kannst Du eine Primaloft-gefütterte Überhose darüber ziehen.

Gravel Bike im Winter: Ein Gravel Bike nimmt Dich mit auf Trails und Feldwege, aber ist auch der perfekte Begleiter auf der Straße. Durch die mitteldicken Reifen bist Du zwar schneller als mit dem Mountainbike, aber langsamer als mit dem Rennrad. Je nach Route solltest Du daher die richtige Kleidung einplanen.

Rennrad im Winter: Durch die hohe Fahrgeschwindigkeit auf dem Rennrad ist ausreichender Schutz vor Wind besonders wichtig. Achte deshalb besonders auf die äußerste Schicht, aber vernachlässige auch nicht die erste Schicht. Damit Deine Hände warm bleiben und Du sicher bremsen kannst, solltest Du außerdem gute Handschuhe tragen, die Deine Finger warm halten.

Welche Temperatur hat es draußen?

Bevor Du Dich auf den Sattel schwingst, solltest Du im Winter unbedingt die Temperatur prüfen.

10-16 Grad: Trage auf jeden Fall lange Radhosen und Trikots. Kombiniere diese am besten mit Funktionsunterwäsche.

7-10 Grad: Nimm auch Handschuhe und ein Stirnband mit zum Radfahren.

0-7 Grad: Unter den Helm ziehst Du eine Mütze an und über das Radtrikot eine Jacke. Überschuhe halten Deine Füße warm.

unter 0 Grad: Ziehe eine weitere Jacke oder Weste an oder pack sie zumindest in dein Trikot-Tasche.

ab -10 Grad: Ab hier solltest Du das Fahrrad lieber im Keller lassen.

-12 Grad: Ab dieser Temperatur gelangt zu kalte Luft in die Lunge, was Reizhusten auslösen kann und die Schleimhäute austrocknet.

Was sagt der Wetterbericht?

Vor dem Losfahren lohnt sich auch ein Blick in den Wetterbericht. Steht zum Beispiel Regen kurz bevor, solltest Du Dich anders vorbereiten als bei weit und breit blauem Himmel. In diesem Fall kann es nicht schaden, eine Regenjacke mitzunehmen.

Mit der richtigen Winterkleidung bist Du für die Kälte gerüstet und es gibt fast keine Ausrede, nicht eine kleine Runde mit dem Rad zu drehen. Radfahren im Winter hält dich nämlich nicht nur fit und gesund, sondern auch bei Laune.
Fahrrad Winterbekleidung
Die Wahl der richtigen Winterbekleidung fürs Fahrradfahren ist von Temperatur, Wetterlage und Deiner Fahrgeschwindigkeit abhängig.

Radfahren im Winter: Das solltest Du unbedingt wissen

Auch im Winter kannst Du überhitzen – und zwar leichter, als Du denkst. Genauso wie Unterkühlung solltest Du auch eine Überhitzung verhindern. Auch wenn es im Winter draußen oft kalt aussieht, kann es bei Bewegung schnell sehr warm werden. Denn Sportklamotten sind dafür gemacht, Dich bei Kälte warmzuhalten und Schweiß nach außen zu leiten. Wenn Du vor dem Radfahren leicht fröstelst und am liebsten eine weitere Schicht drüberziehen würdest, bist Du genau richtig angezogen.

Dein Körper ist leistungsfähiger, wenn Dir warm ist. Mit der richtigen Kleidung muss der Körper weniger Energie aufbringen, um Dich warmzuhalten.

Ziehe lieber zu viel an als zu wenig. Falls Dir zu warm ist, kannst Du Deine Jacke ausziehen. Wenn Dir aber zu kalt ist, kannst Du nicht einfach eine weitere Jacke herbeizaubern. Nehme daher lieber eine weitere Windweste oder ein Halstuch mit, statt später erst wieder in der Badewanne aufzutauen.

Fahre nicht zu spät los. Im Winter geht die Sonne oft früher unter, als wir uns wünschen. Damit Du nicht ungewollt im Dunkeln fährst, solltest Du frühzeitig losfahren und zur Sicherheit Fahrradbeleuchtung installieren.

Zwiebelprinzip beim Radfahren im Winter
Unter “Zwiebelprinzip” versteht man das Kombinieren von verschiedenen Bekleidungsschichten.

Das Zwiebelprinzip

Von dem Zwiebelprinzip hast Du bestimmt schon einmal gehört: Wie bei einer Zwiebel werden je nach Wetterlage verschiedene Schichten an Kleidung kombiniert. Dadurch bleibst Du flexibel bei jedem Wetter und jeder Temperatur. Zum Beispiel kannst Du bei kaltem Wind ganz einfach eine Windjacke drüberziehen oder beim Wandern die Überhose ausziehen, wenn sie zu warm wird.

Gerade beim Radfahren im Winter kommt das Zwiebelprinzip besonders zum Einsatz. Nur mit mehreren Bekleidungsschichten kannst Du Dich schnell an die Temperatur und das Wetter anpassen. Dabei solltest Du auch Deine Geschwindigkeit und Anstrengung nicht vergessen.

Erste Lage: Klimamanagement und Feuchtigkeitsregulierung

Das Baselayer ist die erste Schicht an Kleidung und wird direkt auf der Haut getragen. Am besten eignet sich dafür Funktionskleidung, die Feuchtigkeit und Schweiß gut nach außen ableitet. Dadurch wird verhindert, dass Du vom Schwitzen frierst und Wärme verloren geht.

Normalerweise wird Funktionsunterwäsche aus Kunstfasern oder Merinowolle hergestellt. Baumwolle eignet sich wegen der hohen Feuchtigkeitsaufnahme eher weniger.

Zweite Lage: Isolation und Wärme

Diese Lage ist für die Wärmeisolation zuständig, da sie Kälte von außen abhält. Typische Materialien sind zum Beispiel Fleece, aber auch Merinowolle oder Primaloft.

Über Deine Funktionsunterwäsche kannst Du zum Beispiel ein Langarm- oder Kurzarm-Radtrikot anziehen. Ein Trikot mit kurzen Armen kann auch mit Ärmlingen kombiniert werden. Achte beim Kauf eines Radtrikots darauf, dass es hinten länger ist, sodass Du vor Spritzwasser geschützt bist.

Dritte Lage: Schutz vor Wind und Wetter

Mit der dritten Lage schützt Du Dich gegen Niederschlag und Wind. Zum Beispiel kannst Du bei den Jacken zwischen Softshell-, Wind- und Regenjacken wählen. Für zusätzliche Sicherheit sorgen oft Reflektoren oder Neonfarben.

Bei Radhosen gibt es Windstopper und gefütterte Hosen, die über Funktionswäsche getragen werden können.

Kälteschutz für Hände, Füße und Gesicht

Da der Körper bei niedrigen Temperaturen den Körperkern mit den lebenswichtigen Organen schützen möchte, frieren die Extremitäten am schnellsten. Deshalb ist es wichtig, unsere Hände, Füße und Kopf warmzuhalten.

Hände

Warme Hände sind beim Radfahren im Winter besonders wichtig. Wenn sie nämlich zu sehr auskühlen und steif werden, kannst Du nur schwer bremsen und lenken. Für Sicherheit unterwegs solltest Du daher in gute Handschuhe investieren.

Radhandschuhe kommen in allen Ausführungen und Varianten. Neben dünnen Handschuhen gibt es auch Thermohandschuhe, die etwas gefüttert sind. Für einen guten Grip sorgt rutschfestes Silikon an den Handflächen.

Füße

Wenn Deine Füße auskühlen, kann das nicht nur schmerzhaft sein, sondern auch das Treten schwerer machen. Es kann dann fast unmöglich sein, im Wiegetritt zu fahren.

Statt spezielle Winter-Radschuhe zu kaufen, sind auch Überschuhe eine gute Alternative. Manche sind sogar aus Neopren gefertigt, welches besonders wetterresistent und wärmend ist.

Natürlich sind auch die richtigen Socken wichtig. Achte unbedingt darauf, dass der Stoff dick genug ist und trotzdem gut Schweiß nach außen leitet. Wintersocken sollten mindestens bis zur Hälfte Deines Unterschenkels reichen, damit die Achillessehnen vor Kälte geschützt sind.

Gesicht und Kopf

Im Sommer ist es ideal, wenn der Helm viele Belüftungsschlitze hat. Im Winter können diese jedoch unangenehm sein, wenn kalte Luft hindurchströmt und den Kopf auskühlt. Trage daher zumindest ein Stirnband oder eine Mütze unter dem Helm. Dies schützt auch die Ohren vor kaltem Wind.

Auch eine Sturmhaube oder ein Schlauchschal hilft Dir, im Gesicht warm zu bleiben. Dieses kannst Du bei Bedarf auch über den Mund ziehen.

Auch bei den Augen solltest Du für genug Schutz sorgen. Spezielle Fahrradbrillen mit klaren Gläsern sind perfekt für den Winter geeignet, da die Umgebung auch bei schlechten Lichtverhältnissen sichtbar ist.

Weitere Hinweise zum Radfahren im Winter

  • Wer auch im Winter Fahrrad fährt, weiß eine gute Fahrradbeleuchtung zu schätzen. Wenn es früh dunkel wird, ist die Gefahr, dass man ungewollt ins Dunkle kommt, größer als im Sommer.
  • Streusalz und Dreck auf der Straße können zu Rost am Fahrrad führen, deshalb sollte es nach jeder Fahrt mit einem Putztuch abgewischt werden. Ab und zu solltest Du es auch mit Wasser und Schwamm putzen.
  • Wenn Du auch auf Schnee oder Eis fahren möchtest, sind Spikes eine gute Möglichkeit, die Reifen rutschfester zu machen.
  • Nimm Dir ein warmes Getränk mit auf die Radtour, damit Du Dich auch von innen aufwärmen kannst.

Fazit

  • Je nach Wetter und Temperatur solltest Du Dich unterschiedlich warm anziehen und zur Sicherheit immer eine zusätzliche Jacke mitnehmen.
  • Ziehe Dich nach dem Zwiebelprinzip an: Zuerst die Funktionsunterwäsche, dann Radtrikot und darüber eine Wind- oder Regenjacke.
  • Sorge auch bei Händen, Füßen und Gesicht für genug Schutz vor Kälte.

Weiterführende Quellen

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