Startseite » Freizeit » Radfahren » Mountainbike Sattel: Test, Vergleich und Kaufratgeber

Mountainbike Sattel: Test, Vergleich und Kaufratgeber

guter Mountainbike Sattel

Der Sattel ist die Verbindung zwischen Dir und Deinem Mountainbike und ist somit eine wichtige Komponente an Deinem Rad. Für den ultimativen Fahrspaß sollte der Sattel perfekt auf Dich zugeschnitten sein, ansonsten kann Dein Fahrerlebnis durch Schmerzen getrübt werden. Falls Du Dich derzeit mit einem unpassenden Sattel quälst oder für Dein neu erworbenes Fahrrad einen perfekten Sitz benötigst, findest Du folgend alle Informationen, die bei einem Sattelkauf für das Mountainbike wichtig sind!

Das Wichtigste in Kürze

Bei Deinem Kaufs eines neuen Mountainbike-Sattels gibt es einige Kriterien, die Du beachten solltest. Hier alle Kriterien kurz aufgeführt:

  • Härtegrad und Polsterung: Achte bei Deinem Kauf darauf, dass Dein MTB-Sattel kein weicher Sattel ist!
  • Sattelbreite: Je aufrechter Deine Sitzposition, desto breiter sollte der Sattel gewählt werden. Generell sind Mountainbike Sattel aber schmäler als Trekkingbike- oder Citybike-Sattel, damit die Oberschenkel bei einer langen Tour nicht am Sattel reiben.
  • Sattelnase: Eine breite Nase kann vor allem beim bergauf und bergab fahren von Vorteil sein. Eine runde Sattelnase kann vor allem bei Frauen Druck im Schambeinbogen erzeugen.
  • Aussparung im Sattel: Eine Studie sagt, dass das Loch sich negativ auf den Komfort auswirkt. Entscheide aber letztendlich, ob das Loch in der Mitte des Sattels für Dich angenehm ist oder nicht!
  • Gewicht: Das Gewicht ist nur relevant, wenn es Dir wichtig ist, dass Dein MTB super leicht ist.
  • Verstellbare Sattelstütze: Eine verstellbare Sattelstütze kann Dir noch mehr Spaß, Sicherheit und Komfort geben. Vor allem Variostützen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.
  • Federung: Es gibt Federsattelstützen die Sitzprobleme und Rückenbeschwerden verringern können. Teleskop-Federsattelstützen und Parallelogramm-Sattelstützen sind hierbei gängige Modelle.
  • Material: Auch beim Material gibt es Unterschiede. Meist wird für Sattelstreben Titan verwendet. Sattel können aus unterschiedlichen Materialien angefertigt werden. Carbon ist hierbei das leichteste Material, falls Dir das Gewicht Deines Bikes wichtig ist. Leder ist äußerst komfortabel.

Die besten Mountainbike-Sattel: Favoriten der Redaktion

Hier stellen wir Dir nun unsere liebsten Moutainbike Sättel für den Enduro und Touring Bereich vor.

Enduro Sattel

Der SQlab 611 Ergowave Carbon, MTB Tech & Trail Fahrradsattel ist ein absoluter Redaktionsfavorit. Der Sattel ist sehr leicht und spart daher gerade im Enduro Bereich einige Gramm bergaufwärts ein. Außerdem ist er perfekt auf die All-Mountain und Enduro Anforderungen abgestimmt und ist somit ein Held im Gelände. Er bietet Dir perfekten Halt und hat eine optimale Druckverteilung. Die flache, breitere Sattelnasse erlaubt Dir eine gute Beinführung im Gelände. Er ist für Frauen und Männer geeignet, da alles nur von den Sitzknochenabständen abhängt.

Touring Sattel

Der Borgen Sattel ist mit seinem komfortablem Designt optimal für längere Touren. Auch zu Enduro oder All Mountain Fahrradtouren kann er verwendet werden, jedoch liegt der Fokus bei diesem Sattel mehr auf Langstrecken Touren durchs Gelände. Er ist ergonomisch designet und passt sich Deinem Körper perfekt an. Der Druck wird gleichmäßig verteilt und so reduziert sich auch der Druck auf die Prostata bei Männern. Der Sattel ist atmungsaktiv und bietet Dir damit auch bei langem Sitzen noch den optimalen Halt. Auch dieser Sattel ist für jede Person geeignet! Der Sattel ist außerdem einfach zu montieren.

Unterscheidung normaler Sattel zu Mountainbike Sattel

Grundsätzlich gilt es zu sagen, dass ein Mountainbike-Sattel auch ruhig für andere Fahrbereiche verwendet werden kann. Wenn der Sattel für Dich perfekt ist, dann ist es besser diesen auf anderen Bikes wie z.B. dem Rennrad auch zu verwenden. Jedoch kannst Du nicht einfach einen Sattel von Deinem Stadtfahrrad auch für das Mountainbiken oder Rennradfahren hernehmen.

Die speziellen Unterschiede der verschieden Sättel sind zum einen die Sitzposition. Rennradsättel sind hier eher statisch konzipiert, während MTB-Sattel viele verschiedenen Sitzmöglichkeiten bieten. Auch ist der Mountainbikesattel mit einer etwas breiteren Sattelnase (als Rennradsättel) ausgestattet, welche vorteilhaft für die Belastung der Sitzbeinhöcker ist. Dadurch kannst Du beim Mountainbiken in steilen Anstiegen sitzen um ein Steigen des Vorderrads und somit Traktionsverlust auf zum Beispiel Schotter zu verhindern.

Sitzknochenvermessung

Mit der Sitzknochenvermessung kannst Du Deinen perfekten Sattel finden. Es gibt zum Beispiel von SQlab ein kostenloses Kit zur Sitzknochenvermessung, welches Du anfordern kannst. Jedoch funktioniert das Vermessen auch ganz einfach zu Hause ohne ein Kit.

Dazu benötigst Du nur ein Stück Wellpappe, welches Du auf einen harten aber flachen Stuhl/Hocker legst. Wenn Du leicht ins Hohlkreuz gehst, und Dich auf Zehenspitzen stellst, kannst Du Deine Sitzknochen noch stärker hervortreten lassen. Greife dann mit den Händen unter die Sitzfläche und ziehe Dich an die Messpappe. Dadurch sollte es einen deutlichen Abdruck auf der Wellpappe geben. Die entstandenen Abdrücke musst Du nun mit einem gut sichtbaren Stift einkreisen und von den Kreisen jeweils den Mittelpunkt bestimmen. Der Abstand der beiden Mittelpunkte entspricht dem Sitzknochenabstand.

Dieser Wert ist ein toller Ausgangspunkt, um Deinen perfekten Sattel zu finden. Je nachdem welche Sitzposition Du auf Deinem Fahrrad hast, kannst Du nun einen noch breiteren Sattel wählen. Informationen zu den Fahrstilen findest Du auf SQlab.

Wenn Du Dir bei dieser Methode jedoch nicht ganz sicher bist, kannst Du Deine Sitzknochen auch jederzeit in einem Fahrradgeschäft vermessen lassen, dies ist meist sogar kostenlos.

Was sind die wichtigsten Kaufkriterien bei einem Mountainbike Sattel?

Oftmals bekommst Du vielleicht eine Empfehlung für einen Sattel, der zu Dir jedoch gar nicht passt. Denn jeder Mensch ist anders und hat andere Vorlieben oder auch einfach einen anderen Körperbau. Daher gibt es viele verschiedene Kriterien, die bei einem Sattel auftreten können. Welche Kriterien vielleicht für Dich bei einem Kauf interessant sein können, erfährst Du in den nächsten Abschnitten.

Härtegrad und Polsterung

Der Härtegrad eines Sattels ist ein entscheidender Faktor beim Fahrerlebnis. Zunächst denkst Du vielleicht, ein weicher Sattel soll her, da Du lange Touren machst und bequem sitzen willst. Vorsicht! Ein weicher Sattel wirkt nur anfänglich als bequem. Je länger Deine Tour dauert, desto weiter sinkt Dein Becken ins Polster und Du bekommst Druckstellen. Dies kann sehr unangenehm sein. Daher lieber einen härteren Sattel fürs Mountainbiken wählen.

weicher Sattel, ungeeignet für Mountainbikes

Ein weicher Sattel ist ein No-Go auf dem Mountainbike

Sattelbreite

Auch ist beim Mountainbike Sattel die richtige Sattelbreite maßgebend. Je nach Sitzposition variiert die Druckverteilung und somit auch die Kräfte, welche auf das Gesäß wirken. Daher sollte der Druck optimal auf die Sitzbeinhöcker verteilt werden, um Schmerzen und Taubheitsgefühl zu vermeiden. Grundsätzlich kann gesagt werden, je aufrechter die Sitzposition ist, desto breiter sollte der Sattel gewählt werden. Auch sollte die Sattelbreite mindestens dem Abstand der Sitzknochen entsprechen.

Mountainbike Sattel sind außerdem auch schmäler als City- oder Trekking-Sättel, damit Deine Oberschenkel bei einer langen Tour nicht am Sattel reiben!

Sattelnase

Eine runde Sattelnase kann vor allem bei Frauen durch den Druck im Schambeinbogen Schmerzen auslösen. Eine erhöhte Auflagefläche an der Sattelnase reduziert jedoch den Druck und kann vorteilhaft sein. Wenn Du viel bergauf fährst, kann eine breitere Nase von Vorteil sein. Beim Hinauffahren verlagert sich das Gewicht nach vorne, da kann eine zu schmale Sattelspitze Druckstellen im Genitalbereich verursachen.

Aussparung im Sattel

Es gibt einige Sattel, welche ein Loch in der Mitte des Sattels vorweisen. Diese Sattelform ist sehr umstritten. Manche Mountainbiker schwören darauf, andere mögen es gar nicht. Durch das Loch verringert sich die Auflagefläche. Dies kann dafür sorgen, dass man mehr Druckstellen hat und es unbequemer sein kann. Eine Studie hat dies zum Beispiel bei Frauen-Sattel herausgefunden – das Loch wirkt sich negativ auf den Komfort aus.

Doch letztendlich gilt bei allem: Wenn Du etwas angenehm findest, dann ist das richtig und passend. Achte da voll und ganz auf Deinen Körper und Dein Fahrgefühl.

Gewicht

Das Gewicht ist bei einem Sattel eher irrelevant. Ist es Dir jedoch wichtig, dass Dein Mountainbike super leicht ist, dann findest Du auch leichte Sattel unter 65g. Dadurch sparst Du noch ein paar Gramm, wenn Du vor allem viel bergauf fährst.

Verstellbare Sattelstütze

Die Verbindung zwischen Deinem Sattel und Deinem Rahmen ist die Sattelstütze. Diese sollte Deinen Anforderungen gerecht werden und zu Deinem Fahrstil passen. Natürlich sollte die Sattelstütze Dir auch Komfort bieten. Durch eine höhenverstellbare Sattelstütze hast Du auf Deinem Bike mehr Spaß und Sicherheit.

In den letzten Jahren finden die Variostützen (auch Teleskopstützen) immer größere Beliebtheit. Vor allem im All-Mountain- und Enduro-Bereich sind diese mittlerweile Standard. Teilweise lässt sich die Stütze durch einen Knopfdruck am Lenker per Fernbedienung entriegeln. Auch gibt es Stützen die durch das Be- oder Entlasten des Sattels vom Körpergewicht entriegelt werden. Bergauf wird der Sattel nach oben verstellt und bergab bietet ein nach unten verstellter Sattel viel Bewegungsfreiheit.

Federung

Auch bei einem Sattel kannst Du von Federung profitieren. Du kannst eine Federsattelstütze benutzen und so eventuelle Sitzprobleme und Rückenbeschwerden loswerden.

Beim Beschleunigen treten auf dem Fahrrad Kräfte bis zu 8 g auf, so Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. Diesen muss Dein Körper standhalten, was eine Belastung für den Rücken und das Gesäß darstellt. Beim Mountainbiken kannst Du durch eine gefederte Sattelstütze Deinen Körper um bis zu 30 Prozent entlasten.

Es gibt zwei grundlegende Arten für gefederte Sattelstützen

Teleskop-Federsattelstütze

Die Teleskop-Federsattelstütze ist weit verbreitet und tritt häufig serienmäßig in Neurädern auf. Diese Art Sattelstütze ähnelt den normalen Sattelstützen. Der obere etwas dünnere Teil bewegt sich in das untere Rohr um zu Federn. Als Federmittel sind hier vor allem Stahlfedern oder Elastomere (Kunststoffelemente) im Einsatz. In einigen Modellen gibt es auch Mischformen, bei denen die Stahlfedern und Elastomere kombiniert werden, um eine bessere Federung zu erreichen.

Parallelogramm-Sattelstützen

Diese Art von Sattelstütze findet sich seltener an Neurädern, da sie um einiges preiswerter ist. Die Parallelogramm-Sattelstützen sind auch optisch auffälliger. Die Stütze federt nicht nach unten, sondern nach hinten. Die Federelemente sitzen entweder zwischen dem Parallelogramm oder dem unteren Teil der Stütze. Als Federmedium werden dieselben Materialien wie bei den Teleskopstützen genutzt.

Die Parallelogramm-Sattelstützen haben ein feineres Ansprechverhalten, da diese genau in Stoßrichtung federn. Wenn Du Deine Sitzposition und somit auch die Position Deines Sattels regelmäßig veränderst, ist eine Parallelogramm-Sattelstütze genau für Dich.

Material

Auch das Material kann eine große Rolle in Deiner Wahl für den perfekten Sattel spielen. Es gibt unterschiedliche Materialien, die bei der Herstellung eines Sattels verwendet werden. Diese bieten Dir unterschiedliche Eigenschaften, welche nun folgend erklärt werden.

Sattelstreben-Material

Früher waren Sattelstreben häufig aus Stahl, doch mit der Zeit wurden neue Materialien für die Sattelstreben verwendet. Günstigere Modelle benutzen auch heute noch Stahl. Jedoch wird vermehrt Titan angeboten, um ein Gewichtsersparnis für das Mountainbiken zu erlangen. Falls Dir das Gewicht Deines Rads besonders wichtig ist, gibt es auch Streben aus Carbonfaser. Titan und Carbon bieten beide mehr Komfort, Carbon ist jedoch noch einmal leichter als Titan. Die Sattelstreben haben übrigens keinen Einfluss auf, den Komfort Deines eigentlichen Sattels.

Sattelmaterial Carbon

Carbon kann nicht nur in den Streben verwendet werden. Es gibt viele Hersteller, die Carbon für die Konstruktion des MTB Sattels verwenden. Durch unterschiedliche Langen an Carbon kann man bestimmen wie biegsam der Sattel sein soll und wie stark er federn soll. Durch einen Carbon-Sattel sparst Du Dir natürlich wieder ein paar Gramm an Gewicht. Reine Carbon Sättel sind jedoch selten. Meist besteht die Oberfläche des Sattels aus einem synthetischen Material. Carbon ist nämlich sehr glatt und kann somit das Gefühl vermitteln, dass man auf dem Sattel verrutscht.

Sattelmaterial Leder

Leder ist ein äußerst klassisches Material bei der Sattel Herstellung. Es ist ein äußerst strapazierfähiges und anpassbares Material. Man kann das Leder zum Beispiel nicht nur für die Sitzfläche nutzen, sondern für die gesamte Herstellung des Sattels. Dabei wird der Sattel durch die Streben unter Spannung gehalten und mit der Zeit passt sich das Leder Deinem Körper und Fahrverhalten an. Dadurch kann der Sattel Dir unglaublichen Komfort bieten. Solche Sattel sind jedoch nicht nur preiswerter, sondern auch schwerer.
Manche Hersteller benutzen mittlerweile auch ein Gemisch aus Baumwolle und Gummi anstelle von Leder. Diese Sättel sind etwas leichter, aber dennoch immer noch schwerer als übliche Sättel.

Schmerzen durch den Sattel

Durch den falschen Sattel können Schmerzen auftreten. Auch kann es sein, dass wenn Du bestimmte gesundheitliche Probleme hast, Du einen speziellen Sattel benötigst. Nachfolgend werden die verschiedenen gesundheitlichen Probleme, die durch den falschen Sattel auftreten können, näher erläutert.

Rückenschmerzen durch falschen Mountainbike Sattel

Durch den falschen Sattel auf dem Mountainbike können Schmerzen unter anderem im Rücken oder Gesäß entstehen

Gesäß-Schmerzen

Für Po-Schmerzen gibt es mehrere Möglichkeiten.

Zu weicher Sattel

Wie schon beim Härtegrad oder der Polsterung erwähnt, ist ein weicher Sattel gerade für lange Touren auf dem Mountainbike unvorteilhaft. Durch die weiche Polsterung sinkst Du wie schon beschreiben ein. Dadurch wird Dein Gesäß nicht mehr richtig gestützt und es kommt zu größeren Beschwerden als mit einem harten Sattel. Auch die Nerven und die Durchblutung können durch das tiefe Einsinken in den Sattel gestört werden. Das kann unter anderem zu einem Taubheitsgefühl beim Radfahren führen.

Falsch eingestellter Sattel

Auch eine falsche Einstellung des Sattels kann zu einem Problem werden. Wenn die falschen Druckpunkte belastet werden, kann dies zu Schmerzen im Gesäß führen. Vor allem die Sattelnase ist hierbei entscheidend. Ist diese zu hoch oder zu tief, sitzt Du nicht nur mit einer unsicheren Sitzposition, sondern es kommt auch zu unbequemen Druckstellen. Die Grundeinstellung Deines Sattels sollte in der Regel waagerecht sein.

Sattelform unpassend

Die Sattelform ist äußerst wichtig. Vielleicht wurde Dir schon einmal ein toller Sattel empfohlen, der Dir aber keinen Fahrspaß gebracht hat. Das liegt wie schon zuvor aufgeführt daran, dass jeder Mensch unterschiedlich ist. Daher unbedingt auf die richtige Breite des Sattels aufpassen, und eine Sitzknochenvermessung durchführen. Auch muss natürlich die Form zu Dir passen. Teste also auch ob sich zum Beispiel eine Aussparung im Sattel angenehm anfühlt oder nicht.

Falsche Radhose

Eine falsche Radhose kann auch zu Schmerzen im Gesäß führen. Eine einfache Sporthose reicht oftmals nicht aus, da Radhosen eine Polsterung im Gesäß und Intimbereich haben. Diese Polsterung hilft die Druckstellen zu verringern. Auch eine zu große oder zu kleine Radhose kann Schmerzen verursachen, wenn die Polsterung sich nicht an den richtigen Stellen befindet oder zu klein ausfällt.

Rückenschmerzen

Der untere Rücken ist oft eine Schwachstelle bei Bikern. Durch die gekrümmte Sitzposition auf dem Mountainbike kann ein schwacher Rücken zu muskulärem Stress und Verspannungen führen. In extremen und seltenen Fällen können sich die Lendenwirbel gegeneinander schieben und so einen Bandscheibenvorfall auslösen.
Durch eine verspannte Hüftmuskulatur kommt es zu einer verstärkten seitlichen Beckenbewegung. Der untere Rücken wird dadurch stärker kontrahiert und es können Verspannungen im Rücken auftreten.

An Deinem Mountainbike kannst Du, um Deine Rückenschmerzen zu verbessern, die Sitzposition anpassen. Der Sitzwinkel sollte reduziert werden, sodass der Rücken höher als der Bauch liegt. Jedoch aufpassen: Die Sattelnase absenken kann zu neuen Problemen führen. Besser sind spezielle Sättel, welche im hinteren Sattelteil mit einer Erhöhung ausgestattet sind.

Um Deinen Rücken zu stärken, kannst Du auch spezielle Übungen machen. Bei gesundheit.de findest Du zum Beispiel einige Übungen.
Auch kann eine Faszien Rolle zum Lösen der Verspannungen geeignet sein. Die besten Faszien Rollen findest Du in unserer Faszien Rollen Test-Übersicht und unserem Kaufratgeber zu diesem Thema.

Prostata/Dammbereich-Schmerzen

Prostata Schmerzen fallen natürlich ausschließlich bei Männern an. Durch eine falsche Sattelhöhe oder einen ungeeigneten Fahrradsattel kann ein erhöhter Druck auf den Dammbereich und die Prostata entstehen. Dies kann zu Taubheitsgefühlen und/oder Prostata-Problemen führen. Wie Du die richtige Sattelhöhe einstellen kannst, erfährst Du weiter unten im Artikel. (Verweis auf unteren Abschnitt)

Auch eine gefederte Sattelstütze kann den Dammbereich und die Prostata entlasten.

Falls Du häufig mit Entzündungen der Prostata zu kämpfen hast, kannst Du Dich auch für einen medizinischen Fahrradsattel entscheiden. Diese reduzieren den Druck auf die Prostata stark und bieten Dir somit wieder Fahrfreude. Jedoch sind die meisten dieser medizinischen Sattel für Trekking- oder Citybikes.

Welcher Mountainbike-Sattel passt zu Dir?

Du hast nun alle Kriterien erfahren, die bei einem Kauf für einen neuen Mountainbike-Sattel eine Rolle spielen können. Denke also beim Kauf immer daran, dass jeder Mensch unterschiedlich ist und daher jedem Menschen auch ein anderer MTB Sattel angenehm erscheint. Daher gibt es auch keine universelle Liste, auf der Du nachschauen kannst, welcher Sattel zu Dir passt.

Viele schwören auf geschlechtsspezifische Sattel, da die körperlichen Bedingungen zwischen Mann und Frau unterschiedlich ausfallen.

Die Forschungsergebnisse der Deutschen Sporthochschule Köln zeigen da jedoch andere Ergebnisse. Das Geschlecht sei nicht ausschlaggebend. Insgesamt 240 Probandinnen und Probanden haben die Anforderungen an einen optimalen Sattel, anhand drei Kernpunkten getestet. Analysiert wurden dabei die geschlechtsspezifischen Besonderheiten, Abstand der Sitzknochen und Druckverteilung bei unterschiedlichen Fahrpositionen. Die Ergebnisse des Tests zeigen, dass das Geschlecht nicht ausschlaggebend ist. Vielmehr ist der jeweilige Sitzwinkel beim Fahren und der Abstand der Sitzhöcker des Radfahrers oder der Radfahrerin entscheidend. Hier kommst Du noch einmal zu dem Artikel der DSHS Köln.

Es kann nur noch einmal betont werden, wie wichtig die Sitzknochenvermessung ist!

Jedoch haben einige Frauen nach einer Schwangerschaft berichtet, dass der zuvor passende Sattel unangenehm geworden ist. Dies lässt sich auf eine Veränderung des Beckens durch die Schwangerschaft und die Geburt erklären. Daher muss man nach einer Schwangerschaft den Sitzknochenabstand erneut überprüfen und feststellen, ob der Sattel noch passend ist.

Gewöhnungsphase

Am Anfang der Saison oder beim Erproben Deines Sattels kann die Knochenhaut, Muskeln und Sehnen oft gereizt reagieren. Dein Körper benötigt Zeit, um sich an die Belastung zu gewöhnen. Bis zu 5 bis 6 Radtouren kann es etwas schmerzen, danach sollten die Probleme aber verschwinden, andernfalls kann es sein, dass der Sattel ungeeignet für Dich ist.

Wo kann man Mountainbike Sattel kaufen?

Einen Mountainbike Sattel kannst Du entweder bei Deinem Fahrradhändler des Vertrauens kaufen oder im Internet. Im Fahrradläden ist der Vorteil, dass man oftmals nach einer gewissen Probezeit den Sattel zurückgeben darf, falls er wirklich unangenehm war. Online findest Du bei verschiedenen Fahrradhändlern oder auch Lieferdiensten wie Amazon & Co. Sattel.

Wie teuer ist ein MTB Sattel?

Sattel gibt es schon ab 10 € aufwärts. Doch natürlich steht hier die Frage im Raum, ob man für so einen Preis wirklich einen qualitativ hochwertigen Sattel bekommt. Wie Du ja jetzt weißt, ist der Sattel wirklich eine wichtige Komponente am Fahrrad, daher solltest Du einen qualitativ hochwertigen Sattel kaufen. Achte daher immer auf die Beschreibung und auch die Bewertungen eines Produkts. Aufwärts sind dem Preis natürlich keine Grenzen gesetzt.

Wie befestigst Du Deinen MTB Sattel richtig?

Wenn Du Dir nun einen tollen und passenden Mountainbike Sattel ausgesucht hast, willst Du ihn bestimmt direkt montieren. Hier erfährst Du wie es geht!

Folgendes Werkzeug wird benötigt:

  • Innensechskantschlüssel 4, 5 oder 6 (Montage an Patentsattelstütze)
  • 2x Gabelschlüssel 13 oder 14 (Montage mit einem Sattelkloben)
  • Wasserwaage
  • Fett (Carbonmontagepaste bei Carbonstütze/Carbonrahmen)

Montage Patentsattelstütze

Die Patentsattelstütze ist an den meisten Fahrrädern verbaut. Hier ist die Halterung für den Fahrradsattel fest mit der Stütze verbunden. Mithilfe von ein oder zwei Schrauben erfolgt die Klemmung des Sattels.
Entferne die Schrauben der Sattelklemme mit dem passenden Innensechskantschlüssel. Zerlege dann die Klemmung und trage auf die einzelnen Teile Montagefett auf. Auch die Klemmschrauben und Unterlegscheiben solltest Du mit einfetten.

Tipp: Das Fetten der Teile sorgt dafür, dass die Sattelneigung und -position leicht zu verstellen sind. Außerdem hindert das Fett den Schmutz am Eindringen.

Nach der Montage kannst Du den Fahrradsattel in der Horizontalen und Vertikalen eingestellen. Die richtigen Einstellung wird später noch ausführlicher erklärt.

Setze nun die Klemmung wieder zusammen und bringe die Klemmschraube/n an. Drehe diese aber nur ein oder zwei Gewindegänge, sodass genügend Platz bleibt, um den Sattel in die Klemmung einzusetzen.

Wenn die Klemmung mit nur einer Schraube erfolgt, wird die obere Klemmschale um 90 Grad gedreht und der Sattel wird auf die untere Schale gesetzt. Anschließend wird die obere Schale zurückgedreht. Die Schraube handfest anziehen.

Bei der Klemmung mit zwei Schrauben müssen beide Schrauben bis zum Gewindeende gelöst werden. Die Sattelstrebe wird dann mit einer Seite so weit wie möglich in die Klemmung geschoben um die Sattelstrebe auf der anderen Seite einsetzen zu können. Schrauben handfest anziehen.

Damit Du den Sattel richtig ausrichten kannst, muss die Sattelstütze im Fahrrad montiert werden. Reinige das Sitzrohr vor der Montage mit einem Lappen und verteile Montagefett mithilfe eines Pinsels auf dem Sattelrohr. Dadurch kannst Du jederzeit problemlos die Höhe verstellen und Schmutz und Wasser bleiben vom Sattelrohr fern.

Vorsicht! Bei Carbonrahmen oder Carbon-Sattelstützen darfst Du kein normales Fett verwenden, da dieses die Carbon-Struktur angreifen kann. Hierfür gibt es spezielle Carbon Montagepaste.

Anschließend wird die Sattelstütze eingeschoben und mittels des Schnellspanners oder einer Schraube festgezogen. Um Deinem Fahrrad keine Schäden zuzufügen, solltest Du auf die Drehmomentwerte achten und einen Drehmomentschlüssel verwenden. Die Werte diesbezüglich findest Du meist in der Bedienungsanleitung.

Montage mittels Sattelkloben

Bei der Klemmung mittels Sattelkloben ist nur bei der Verwendung von Sattelkerzen möglich. Auf die Sattelstütze oder auch Sattelkerze wird der Sattelkloben auffgesteckt und beim Festziehen des Sattels wird der Sattelkloben automatisch mit der Sattelkerze verklemmt.

Du solltest bei dieser Art von Befestigung nur das Gewinde des Bolzens, welcher die Befestigung zusammenhält, einfetten.

Zunächst musst Du die Schrauben lösen, dann gehen die Klemmbacken am Kloben auseinander und der Sattel kann von oben eingesetzt werden. Die Sattelkerze wird genauso am Rahmen montiert wie auch die Patentsattelstütze.

Wenn die Sattelkerze montiert ist, kannst Du den Sattel mit dem Kloben auf die Kerze setzten. Nach dem Ausrichten des Sattels kannst Du die Schrauben links und rechts am Kloben mit den passenden Schlüsseln anziehen. Achte darauf, dass die Schrauben fest genug sind, damit der Sattel nicht nach hinten oder vorne kippt.

Wie stellst Du Deinen MTB Sattel richtig ein?

Wie Du Deinen neuen Sattel montierst hast Du schon erfahren, bei der Montage kannst Du den Sattel gleich richtig einstellen, daher hier alles zu den passenden Einstellungen. Der Sattel sollte zuerst waagerecht justiert werden. Dazu solltest Du am besten eine Wasserwaage verwenden. An der Sattelstütze kannst Du die Schrauben lösen und so den Sattel neigen und verschieben.

Die Sattelhöhe ist natürlich auch total wichtig um das Mountainbiken perfekt genießen zu können. Hierfür gibt es eine Formel, mit der Du die optimale Sitzhöhe berechnen kannst. Messe zuerst Deine Schrittlänge – die geht entlang des Innenbeins vom Boden bis hin zum Schritt. Diese Schrittlänge X multiplizierst Du dann mit 0,885. Das Resultat ist die Sitzhöhe, von der Tretlagermitte bis zur Oberkante des Sattels, die für Dich angenehm sein sollte.

Beispiel: 75 cm Schrittlänge x 0,885 = 66, 375 cm

Im folgenden Video siehst Du noch mal erklärt wie die Satteleinstellungen funktionieren und wie Du es überprüfen kannst.

Zubehör für Deinen Mountainbike-Sattel

Für Deinen Mountainbike-Sattel gibt es auch hilfreiches Zubehör für die nächste MTB Tour.

Satteltasche

Eine Satteltasche kann total praktisch sein, vor allem bei kleinen Touren, bei denen Du nicht unbedingt einen Rucksack brauchst. Es gibt kleinere und auch ziemlich große Satteltaschen in denen Du Dein Handy, ein Notfallkit, ein paar Müsliriegel etc. verstauen kannst.

Sattel-Regenüberzug

Ein Sattel-Regenüberzug kann besonders praktisch sein, wenn Du auch an unbeständigen Tagen draußen unterwegs bist. Musst Du Dein Fahrrad kurz schieben oder hältst Du an einer Hütte an um einen Snack einzunehmen kannst Du Deinen Sattel schützen und behältst dadurch einen trocken Hintern beim Weiterfahren.

Mountainbike-Sattel Test-Übersicht: Welche Mountainbike-Sättel sind die Besten?

TestmagazinMountainbike Sattel Test vorhanden?Veröffentlichungs-JahrKostenloser ZugangMehr erfahren
Stiftung WarentestAllgemeiner Fahrradsattel Test, bei welchem auch MTB-Sattel getestet wurden08/2013JaHier klicken
Öko Test--------
Konsument.at--------
Ktipp.ch--------

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Sattel für das Mountainbike

Hier findest Du noch weitere Fragen rund um das Thema Mountainbike Sattel. Falls Du noch irgendwelche unbeantwortete Fragen hast, schreibe gerne einen Kommentar!

Kann ein Mountainbike Sattel auch auf einem Rennrad genutzt werden?

Klar, der Sattel kann auch auf einem Rennrad, Trekkingbike oder Citybike genutzt werden. Es ist ja vor allem wichtig, dass er auch bei langen Touren bequem ist. Aber Vorsicht ein Trekkingbike- oder Citybike- Sattel sollte nicht auf einem Mountainbike oder Rennrad genutzt werden, da diese meist zu weich für lange Touren sind und dadurch Schmerzen verursachen.

Wie sollte der Mountainbike-Sattel geneigt sein?

Der Sattel sollte möglichst waagerecht montiert sein. Nutze dafür gerne eine Wasserwaage, um Gewissheit zu haben. Passe den Sattel dann nur Nuance-weise individuell an Dich an.
Ist die Sattelspitze zu weit nach unten geneigt, kann dies zu Problemen der Rumpf- und Armmuskulatur führen. Kippt der Sattel zu weit nach hinten, kann dies Fuß-, Rückenschmerzen und Verspannungen am Hüftbeuger hervorrufen.

Warum sind Mountainbike-Sattel so hart?

Ein harter Sattel ist für das Mountainbiken unverzichtbar. Durch die Härte des Sattels hast Du die nötige Stütze, die es für lange Fahrten braucht.

Ein weicher Sattel wirkt nur anfänglich als bequem. Je länger Deine Tour dauert, desto weiter sinkt Dein Becken ins Polster und Du bekommst Druckstellen. Dies kann sehr unangenehm sein. Auch sind Mountainbike Sattel schmäler, sodass Deine Oberschenkel nicht am Sattel reiben!

Soll der Sattel höher als der Lenker sein?

Beim sportlichen Biken also auch dem Mountainbiken sollte der Lenker circa 20 bis 70 mm tiefer als die Sattelkante liegen. Bei Fitness und Tourenbiker ist der Lenker gleichauf mit der Sattelhöhe. Wenn Du nur gemütlich Fahrradfahren willst, kann Dein Lenker auch 50 bis 10 mm über der Sattelkante liegen.

Weiterführende Quellen

Willst Du noch etwas über die Vorteile von Fahrradfahren erfahren? Dann findest Du hier einige Informationen darüber.

* Wir verlinken auf ausgewählte Online-Shops und Partner, von denen wir ggf. eine Vergütung erhalten.  Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.