Kleidung selber nähen: Tipps und Tricks für Anfänger!

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Kleidung selber nähen

Nähen ist ein tolles Hobby, das nicht nur Spaß macht: Du kannst Deine eigene Kleidung, ganz nach Deinen Vorstellungen selbst machen und perfekt an Dich anpassen! Was Du dabei beachten solltest und was Du dafür benötigst, findest Du hier.

Warum Kleidung selbst nähen?

Warum solltest Du Deine Kleidung selbst nähen? Schließlich gibt es in den einschlägigen Geschäften bereits für wenig Geld die trendigsten Stücke zu kaufen – doch das führt bereits zum ersten Grund: Wer sich immer nach den aktuellen Trends richtet, hat kein Problem, Kleidung nach dem eigenen Geschmack zu finden. Hat man jedoch seinen ganz eigenen Stil, oder auch nur eine ganz genaue Vorstellung von einem Kleidungsstück im Kopf, so kann sich die Suche schon deutlich schwieriger gestalten.

Eignet man sich die Kenntnisse und Fähigkeiten an, seine eigenen Stücke zu gestalten, kann man sich plötzlich den Wunsch nach den, den Vorstellungen entsprechenden Kleiden erfüllen.

Wagt man sich selbst ans schneidern, gewinnt man mit der Zeit an Routine und wird immer geschickter. Dennoch merkt man, wie viel Arbeit in einzelnen Kleidungsstücken stecken kann. Schnell wird klar: Die eingangs erwähnten billigen Preise für Fast Fashion sind extrem dubios, wenn man bedenkt, dass davon Material, sowie Arbeitszeit der Näher abgedeckt werden muss.

Das bedeutet zum einen wahrscheinlich, dass die Teile qualitativ nicht sehr hochwertig hergestellt sein können – was man durchs nun geschulte Auge auch schnell zu erkennen vermag – zum anderen fällt es einem schwer zu ignorieren, unter welchen Bedingungen die Näher*innen diese Kleidung wohl produzieren müssen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Du durch das Nähen Deiner eigenen Kleidung, Dir mit der Zeit Deinen ganz eigenen Stil aneignen kannst, Dir Deine Wünsche erfüllen kannst, und zusätzlich durch Deinen Kenntnisgewinn hochwertige Kleidung aus der Konfektion erkennen, wertschätzen und nachhaltige und faire Mode unterstützen kannst.

Überzeugt? Dann findest Du hier gleich noch die besten Tipps und Tricks, sowie alles, das unbedingt zu Deiner Grundausstattung gehören sollte!

Ausstattung

Willst Du anfangen, Dir Deine eigene Kleidung zu nähen, solltest Du folgendes auf jeden Fall zu Hause haben:

Nähmaschine
Außer Deiner Nähmaschine gehören zusätzlich einige Utensilien zur absoluten Grundausstattung.

Nähmaschine

Offensichtlich – Deine beste Freundin, wenn es darum geht Deine eigene Kleidung zu produzieren. Natürlich ist es generell möglich mit der Hand zu nähen. Dies ist jedoch extrem aufwändig und letztendlich sind die Maschinennähte wohl auch einfach gleichmäßiger und stabiler. Informiere Dich, was eine gute Nähmaschine ausmacht (Oft gilt, wer billig kauft, kauft zweimal) und ob Du eventuell zusätzlich an einer Overlock-Nähmaschine interessiert bist.

Garn

Natürlich muss Deine Maschine auch mit Garn bestückt werden. Dieses gibt es in allen Regenbogenfarben zu kaufen. Lass Dich jedoch nicht von billigen Angeboten verlocken! Gerade am Garn solltest Du nicht sparen. Hier ist es wichtig, qualitativ hochwertigen Faden zu benutzen, um Frustrationen aufgrund von reißendem Garn und sich auflösenden, kurzlebigen Nähten zu vermeiden!

Stoffschere

Du solltest Dir eine Schere zulegen, die speziell für Stoff gedacht ist. Mit einer herkömmlichen Schere wirst Du Dich bei einigen Stoffen schwertun, ordentlich zu schneiden. Alternativ gibt es auch sogenannte Rollschneider, die ähnlich wie Pizzaroller funktionieren.

Wichtig: Benutze Deine Stoffschere nie für Papier! Sie ist wirklich nur dafür gedacht Stoff zu schneiden, andernfalls wird sie schnell stumpf und unbrauchbar!
Stoffschere
Verwende Deine Stoffschere ausschließlich für Stoff, damit sie scharf bleibt!

Nahtauftrenner

Nähen lernt man am besten durch „learning by doing“ – das heißt auch, dass hin und wieder mal was schiefgeht. Das kann frustrierend sein, ist aber – auch bei Profis – ganz normal. Lass Dich nicht aus der Ruhe bringen und besorge Dir eine guten Nahtauftrenner, der Dir diese Arbeit erleichtert.

Stecknadeln

Bevor Du zwei Stoffteile aneinander nähst, solltest Du sie erst mit Stecknadeln aneinander heften, sodass die Teile während des Nähens nicht verrutschen. Auch kannst Du damit Markierungen setzen, wenn Du das Kleidungsstück zwischendurch anprobierst, um herauszufinden, wo Du es etwas nachjustieren musst.

Tipp: Es gibt auch sogenannte Stoffklammern, die Du alternativ verwenden kannst, um Deinen Stoff zu schonen.

Tipps, Tricks und was Du beachten solltest

Nachdem Du Dir die richtige Ausstattung zugelegt hast, findest Du hier noch einige sinnvolle Tipps und Hinweise, sodass der Verwirklichung Deiner Schneider-Projekte nichts mehr im Wege steht!

Mach Dich mit Deiner Nähmaschine vertraut

Bevor Du loslegst, sieh Dir Deine Nähmaschine genauer an! Studiere die Anleitung oder sieh Dir ein paar YouTube Videos an, die die Funktionen des Modells erklären. Was gibt es für verschiedene Stiche, welche davon sind elastisch, welcher wird wofür eingesetzt… All das solltest Du wissen, bevor Du Deine erste Naht anfertigst. Probiere Dich an Stoffresten aus, entwickle ein Gefühl für die Maschine, all das wird Dir die Arbeit an Deinen Projekten erleichtern!

Nimm Dir nicht zu viel vor

Große Ambitionen sind super! Suche Dir für den Anfang jedoch lieber ein leichtes Projekt heraus, sodass Du schon etwas Routine entwickeln kannst und nicht womöglich frustriert, beim ersten Projekt den Spaß verlierst.

Geeignete Anfänger-Projekte könnten beispielsweise ein einfacher Wickel- oder Tellerrock oder ein schlichtes Kleid sein. Auch kannst Du Dich an kleinen Accessoires, wie an Taschen, Beuteln oder Scrunchies versuchen!

Stoffwahl und Vorbereitung

Für die ersten Projekte eignen sich vor allem Baumwollstoffe. An Jersey und andere elastische Materialien oder Seide solltest Du Dich erst wagen, wenn Du schon etwas Erfahrung sammeln konntest. Vor allem gemusterte Stoffe sind sehr vergebend und eignen sich gut für den Anfang, da es auf dem Druck oft fast nicht auffällt, wenn eine Naht nicht perfekt ist.

Stoffe
Es gibt die unterschiedlichsten Stoffe mit verschiedenen Eigenschaften. Entscheide Dich für den Anfang für ein Material, das nicht allzu glatt oder elastisch ist!

Außerdem solltest Du Deinen Stoff waschen bevor Du ihn verarbeitest. Nicht, dass Dein fertiges Kleidungsstück bei der ersten Wäsche einläuft oder sich verfärbt.

Wenn Du Dein Schnittmuster auf den Stoff überträgst, achte auf Muster und Fadenlauf. Nicht, dass der Druck am Ende auf dem Kopf steht!

Bügeln, Bügeln, Bügeln

Ein Schritt, der gerne ausgelassen wird, ist das Bügeln. Dabei erleichtert es Dir die Arbeit ungemein! Bügle Deinen Stoff, bevor Du das Schnittmuster überträgst, um Teile zu erhalten, die exakt aufeinander passen.

Bügle die Ränder des Kleidungsstücks um, um Dir das Nähen des Saums zu erleichtern. Bügle Nähte flach, damit das Kleidungsstück besser sitzt und professioneller aussieht.

Wichtig: Achte auf die Pflegehinweise und Beschaffenheit des Stoffs, damit Du ihn beim Bügeln nicht beschädigst!

Nahtzugabe

Achte beim Übertragen Deines Schnittmusters darauf, ob die Nahtzugabe bereits enthalten ist, oder ob Du sie selbst noch hinzufügen musst! Meist ist in der Anleitung des Schnittmusters genau angegeben, wie viel Nahtzugabe betragen soll. Arbeitest Du beim Hinzufügen der Nahtzugabe exakt, so kannst Du Dich beim Nähen super am Stoffrand orientieren!

Tipp: Bringe ein farbiges Klebeband auf der Stichplatte Deiner Nähmaschine an, das genauso weit von der Nadel entfernt ist, wie die Nahtzugabe betragen soll. So kannst Du Dich während des Nähens super leicht orientieren!

Wähle die richtigen Einstellungen

Bevor Du losnähst, überprüfe, ob Du die richtigen Einstellungen an Deiner Maschine vorgenommen hast. Hast Du die richtige Nadel eingesetzt? (für die meisten Stoffe eignet sich die Universalnadel, es gibt jedoch extra dicke oder dünne Nadeln für stabile, bzw. feine Stoffe, so wie Jersey- oder Jeans-Nadeln)

Teste Deine Stich-Einstellungen an einem Probestück Deines Stoffes!

Wichtig: Vergiss nicht, jede Deiner Nähte zu verriegeln! Das heißt am Anfang, bzw. am Ende der Naht ein paar Stiche vor und zurück zu nähen. Das sichert die Naht und hindert sie davon, sich wieder aufzulösen.

Schnittmuster

Schnittmuster kannst Du massenweise kostenlos im Internet finden, oder für kleines Geld kaufen. Auch Näh-Zeitschriften und Bücher enthalten oft tolle Anleitungen! Um diese auf Deinen Stoff zu übertragen, gibt es eigens dafür gedachtes Papier, Du kannst aber auch einfach Geschenk- oder Backpapier Rollen verwenden!

Tipp: Auch Deine Lieblings-Kleidungsstücke kannst Du hernehmen, um sie zu kopieren und nachzunähen! Breite sie dafür am besten auf Papier aus, und übertrage jedes Teil, aus dem sie bestehen!
Schnittmuster
Übertrage Dein Schnittmuster sorgfältig und achte darauf, ob die Nahtzugabe bereits enthalten ist!

Upcycling

Übrigens muss nicht jedes Deiner Projekte komplett neu entstehen. Vielleicht hast Du ein altes Shirt, das Dir einfach zu langweilig ist, oder ein Kleid, dass Dir nicht richtig passt? Jetzt kannst Du Deine alten Kleidungsstücke so umnähen, dass sie Dir gut passen, oder sie mit Borten, Raffungen o.ä. aufpeppen!

Lass Dir Zeit und bewahre Ruhe

Es ist ganz normal, dass nicht gleich alles auf Anhieb klappt. Versuche ruhig zu bleiben, nicht hektisch zu werden und Dich nicht zu sehr zu ärgern. Mit der Zeit wirst Du merken, dass es Dir immer leichter fallen wird Deine Vorstellungen umzusetzen, denn gerade beim Nähen gilt: Man lernt aus Fehlern!

Ist schon wieder eine Naht daneben gegangen, schalte Deine Lieblingsserie ein und mach Dich ans auftrennen 😉

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