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Häkeln lernen für Anfänger: 5 einfache Anleitungen, die jeder schaffen kann

Häkelgarn und Häkelnadeln
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Häkeln gibt es ungefähr seit dem 18. Jahrhundert. Auch wenn Häkeln somit noch recht jung ist, erfreut es sich stetig wachsender Beliebtheit. Denn schon lange wird Häkeln nicht mehr nur von älteren Damen ausgeführt.

Häkeln macht Spaß, baut Stress ab und eignet sich somit als perfekter Ausgleich zu einem anstrengenden Arbeitstag. Und das Beste: Das nötige Equipment lässt sich an nur 2 Fingern abzählen!

In diesem Beitrag findest Du alles Wissenswerte zum Häkeln lernen für Anfänger. Außerdem haben wir noch 5 einfache Anleitungen für Dich, die wirklich jeder Neuling schaffen kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fürs Häkeln benötigt man lediglich eine Nadel und etwas Garn
  • Häkelnadeln gibt es in unterschiedlichen Nadelstärken
  • Häkelnadeln werden aus unterschiedlichen Materialien hergestellt
  • Häkeln ist einfacher als Stricken, verbraucht jedoch mehr Wolle
  • Häkeln gilt für viele als meditativ und ist ein guter Stressabbau

Was Du über Häkeln wissen solltest

Auch wenn Häkeln recht schnell beherrscht werden kann, gibt es das ein oder andere, was zuvor beachtet werden sollte. Welche Punkte das sind, erfährst Du hier.

Die richtige Häkelnadel

Die Auswahl an Häkelnadeln ist groß. Am stärksten unterscheiden sich die einzelnen Nadeln in Material und Nadelstärke. Im Folgenden erfährst Du, was Du darüber wissen solltest.

Das Material der Häkelnadel

Inzwischen werden Häkelnadeln aus vielen verschiedenen Materialien angeboten. Welche Häkelnadel zu Dir am besten passt, kann man leider nicht pauschal sagen. Am besten ist es also, wenn Du verschiedene Nadeln ausprobierst und herausfindest, welche Häkelnadel bei Dir angenehm in der Hand liegt und auch nach einigen Stunden zu keinen Schmerzen im Handgelenk oder an den Fingern führt.

In der Tabelle siehst Du die gängigen Materialien sowie ihre Vor- und Nachteile.

Material Vor- und Nachteile
Bambus oder Holz + auch bei schwitzigen Händen guter Griff
Haken oft nicht sehr präzise ausgearbeitet
Metall + Daumenvertiefung für besseren Griff und gut definierter Haken
die Daumenvertiefung ist nicht für jede Hand passend gesetzt und kann somit nutzlos sein
Kunststoff + sehr günstig und somit gut für Anfänger geeignet
für Menschen mit schwitzigen Händen eher weniger geeignet
Metallnadel mit separatem Griff aus Holz/Bambus/Gummi/Kunststoff + die Vorteile beider Materialien werden vereint (guter Griff + guter Haken)
bei kleineren Nadelstärken sind diese Nadeln jedoch nicht so stabil
Gut zu wissen: Es gibt auch Häkelnadeln mit ergonomischem Griff. Diese sollen das Häkeln über mehrere Stunden besonders angenehm für die Hände machen.

Die verschiedenen Nadelstärken

Mit der Nadelstärke ist gemeint, wie dick die Nadel beziehungsweise der Haken ist. Die Nadelstärke beeinflusst die Größe Deines Häkelstücks oder auch wie dicht dieses ist. Aus diesem Grund findest Du beim jeweiligen Garn in der Regel auch eine Empfehlung, welche Nadelstärke verwendet werden sollte.

Die Stärke der Nadel wird hierzulande als Millimeter-Zahl angegeben. Die kleinsten Nadeln beginnen bei einer Stärke von 0,4-0,5 mm. Große Nadeln können auch eine Stärke von 20 mm besitzen, die Verwendung solcher Nadeln ist allerdings äußerst selten.
Wir haben Dir die gängigsten Nadelstärken und ihre Einordnung in einer Tabelle übersichtlich zusammengestellt.

Einordnung Nadelstärke
kleine Nadelstärke
  • 0,5 mm
  • 0,6 mm
  • 0,75 mm
  • 1,0 mm
  • 1,25 mm
  • 1,5 mm
  • 1,75 mm
  • 2,0 mm
mittlerer Nadelstärke
  • 2,5 mm
  • 3,0 mm
  • 3,5 mm
  • 4,0 mm
  • 4,5 mm
  • 5,0 mm
  • 5,5 mm
große Nadelstärke
  • 6,0 mm
  • 6,5 mm
  • 7,0 mm
  • 8,0 mm
  • 9,0 mm
  • 10,0 mm

Möchtest Du ein Häkelnadelset kaufen, besitzt die kleinste Nadel in der Regel die Stärke 2,5 mm und die größte Nadel die Stärke 10,0 mm. Damit bist Du für den Großteil aller Anleitungen gut ausgerüstet.

Das richtige Garn

Die Nadelstärke richtet sich immer nach dem Garn, das Du verwendest. Doch auch darüber hinaus gibt es noch einiges wissenswertes zum Thema “Garn”.

Die Wahl Deines Garns sollte vor allem davon abhängen, was Du gerne häkeln würdest. Bei Kleidung oder Decken ist es von Vorteil Wolle zu verwenden, die am besten auch etwas dicker ist, damit sie gut wärmen kann.

Bei filigranen Arbeiten eignet sich ein dünnes Garn hingegen besser. Auch wärmespeichernde Eigenschaften spielen hier keine Rolle.

Schon gewusst: Viele verwenden Garn und Wolle fälschlicherweise als Synonym. Garn ist der Überbegriff für alle Faserarten. Somit ist Wolle ein Garn, aber Garn keine Wolle. Neben Wolle gibt es noch pflanzliche Fasern wie Baumwolle oder Kunstfasern wie zum Beispiel Polyacryl.

So hältst Du die Häkelnadel richtig

Eine allgemeingültige Regel, wie Du Deine Häkelnadel halten musst, gibt es nicht. Am wichtigsten ist, dass Du damit gut zurecht und keine Schmerzen bekommst.
Dennoch gibt es 2 Varianten die Häkelnadel zu halten, welche besonders beliebt sind.

  • Die Häkelnadel wie ein Messer halten
    Wie die Bezeichnung schon sagt, wird die Häkelnadel hierbei wie ein Messer gehalten. Das bedeutet, dass der Griff der Nadel von allen Fingern umfasst wird.
  • Die Häkelnadel wie einen Stift halten
    Bei dieser Variante wird die Häkelnadel wie ein Stift gehalten. In der Regel wird die Nadel also nur zwischen 3 Fingern gehalten. Der Griff befindet sich nicht innerhalb, sondern außerhalb der Handfläche.

Egal, wie Du die Häkelnadel in Deiner Hand hältst, wichtig ist, dass die Nadel in Deiner Führungshand und das Garn in der anderen Hand liegt.

Die Basisstiche

Auch beim Häkeln gibt es eine Vielzahl an Stichen. Einige davon sind schwieriger als andere und dementsprechend eher für Fortgeschrittene im Häkeln geeignet. Welche Schritte für den Anfang am besten geeignet sind, zeigen wir Dir hier.

Luftmaschen

Luftmaschen (Lm) zählen als einfachste Technik. Oftmals bilden Luftmaschen den Anfang einer Häkelarbeit. Sie funktionieren wie folgt.

  1. Nehme Dein Garn zur Hand und rolle es etwas aus, sodass Du einen längeren Faden hast
  2. Als Nächstes bildest Du eine flache Hand und führst das Fadenende von innen zwischen Mittel- und Zeigefinger nach außen.
  3. Nun legst Du das Ende über Deinen Zeigefinger drüber, führst es dann über die Innenseite um Deinen Daumen und von dort aus über die Innenseite wieder zwischen Deinen Mittel- und Ringfinger. Alles sollte straff sitzen und der Part zwischen Daumen und Zeigefinger an ein Unendlichkeitszeichen erinnern. Hast Du das geschafft, ist der schwierigste Teil schon hinter Dir!
  4. Jetzt stichst Du mit Deiner Nadel von unten in die Schlinge um den Daumen und im selben Zug von oben durch die Schlinge um den Zeigefinger. Mit dem Haken der Häkelnadel ziehst Du nun die Schlaufe des Zeigefingers durch die des Daumens.
  5. Ziehe den Arbeitsfaden etwas fest, sodass sich die entstandene Schlaufe auf Deiner Häkelnadel verkleinert.
  6. Nun musst Du nur noch den Arbeitsfaden nehmen und durch die Schlaufe auf der Nadel ziehen. Deine erste Luftmasche ist geschafft!
  7. Den letzten Schritt wiederholst Du, bis Du die gewünschte Anzahl an Luftmaschen erreicht hast.

feste Maschen

Feste Maschen werden bei Anleitungen oft als “fM” abgekürzt. Häufig fällt die Wahl auf feste Maschen, um sicher zu gehen, dass das Häkelstück stabil wird. Für eine feste Masche gehst Du so vor.

  1. Zuerst stichst Du mit der Häkelnadel in die nächste Masche. Nun solltest Du zwei Schlaufen auf Deiner Nadel liegen haben.
  2. Nun nimmst Du mit der Nadel den Faden auf und ziehst ihn durch die erste Schlaufe. Erneut hast Du zwei Schlaufen auf der Nadel liegen.
  3. Als Nächstes nimmst Du wieder den Faden auf und ziehst in dieses Mal durch beide Schlaufen. Nun hast Du nur noch eine Schlaufe auf Deiner Nadel und erfolgreich Deine erste feste Masche gehäkelt!

Kettmaschen

Kettmaschen (Km) werden in der Regel verwendet, um Runden zu schließen. Dazu gehst Du wie folgt vor.

  1. Steche mit Deiner Häkelnadel in die gewünschte Masche, nehme mit der Nadel Deinen Faden auf und ziehe diesen durch beide Maschen auf Deiner Nadel. Und fertig ist die Kettmasche!

Fadenring

Der Fadenring wird auch Magic Ring genannt. Der Fadenring ist häufig der Anfang für runde Häkelstücke. Wie er geht, erfährst Du jetzt.

  1. Lege mit dem Faden eine einfache Schlaufe auf Deine Handfläche. Dabei zeigt das kurze Fadenende nach unten und das lange nach oben. Das lange Fadenende liegt außerdem über dem kurzen.
  2. Die Stelle, an der sich beide Fadenenden überkreuzen, musst Du nun gut mit Daumen und Zeigefinger festhalten.
  3. Nun stichst Du mit Deiner Nadel von oben in die Schlaufe ein und holst das lange Fadenende von unten durch.
  4. Hole den Faden erneut und ziehe ihn durch die Schalufe. Das ist die Anfangsmasche.
  5. Häkele nun so viele feste Maschen in die Schlaufe, wie es in Deiner Anleitung steht.
  6. Anschließend kannst Du vorsichtig am kurzen Fadenende ziehen und beobachten, wie sich der Kreis langsam schließt. Es sollte kein Loch mehr sichtbar sein.
  7. Abschließend musst Du den Fadenring nur noch mit einer Kettmasche schließen und schon bist Du fertig.

5 Ideen zum Häkeln: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Nachdem Du nun die wichtigsten Stiche im Häkeln kennst, wird es Zeit diese auch in der Praxis auszuprobieren. Probiere Dich doch direkt an einer der folgenden Anleitungen aus. Für diese reichen die bisher gezeigten Basisstiche völlig aus. Also schnapp Dir eine Häkelnadel und etwas Garn und los geht’s!

Mütze

Gerade im Winter gehört eine Mütze zur Grundausstattung dazu. Da sowieso meist Wolle als Material verwendet wird, spricht nichts dagegen, wenn Du Dir Deine Häkelmütze einfach selbst häkelst. Suche Dir eine Farbe Deiner Wahl und los geht’s!

So funktioniert’s:

  1. Zuerst brauchst Du einen Fadenring mit 6 festen Maschen.
  2. Jetzt verdoppelst Du alle festen Maschen, sodass Du am Ende 12 Maschen besitzt.
  3. In Reihe 3 verdoppelst Du jede zweite Masche.
  4. In der folgenden Reihe wird jede dritte Masche verdoppelt. Du solltest am Ende auf 24 Maschen hinauskommen.
  5. Als Nächstes verdoppelst Du jede vierte Masche.
  6. Wie zu erwarten wird nun jede fünfte Masche verdoppelt.
  7. In dieser Reihe verdoppelst Du jede sechste Masche. Wenn Du nach der Reihe 42 Maschen zählen kannst, hast Du bisher alles richtig gemacht!
  8. Jetzt verdoppelst Du jede siebte Masche.
  9. Darauf folgend wird jede achte Masche verdoppelt.
  10. Anschließend verdoppelst Du jede neunte Masche.
  11. In dieser Reihe verdoppelst Du jede zehnte Masche.
  12. Nun verdoppelst Du jede elfte Masche.
  13. Danach wird jede zwölfte Masche verdoppelt. Du hast nun 78 Maschen? Sehr gut!
  14. Jede dreizehnte Masche verdoppelst Du in Reihe 14.
  15. In dieser Reihe verdoppelst Du jede vierzehnte Masche.
  16. Anschließend verdoppelst Du jede fünfzehnte Masche.
  17. Jetzt wird jede sechzehnte Masche verdoppelt.
  18. In dieser Reihe verdoppelst Du jede siebzehnte Masche.
  19. Verdopple jede achtzehnte Masche.
  20. Nun verdoppelst Du jede neunzehnte Masche. Du solltest am Ende auf genau 120 Maschen kommen.
  21. Bis Deine gewünschte Mützenlänge erreicht ist, häkelst Du in den nächsten Reihen nun ausschließlich feste Maschen
  22. Du hast die letzte Reihe erreicht! Häkele nur feste Maschen. Die letzte feste Masche ersetzt Du allerdings durch eine Kettmasche. Und siehe da: Deine Mütze ist fertig!

Spültuch

Für Anfänger eignet es sich perfekt, ein Spültuch zu häkeln. Die einfache Form verursacht keine Probleme oder führt zu Unklarheiten. Da Spültücher in keinem Haushalt fehlen sollten, kannst Du Deine Arbeit auch prima verschenken und damit auch anderen eine Freude machen.

So funktioniert es:

  1. Schlage zuerst 52 Luftmaschen an
  2. Nun wendest Du Deine Arbeit und häkelst in jede Luftmasche eine feste Masche.
  3. Als Nächstes häkelst Du eine Wendeluftmasche und wendest die Arbeit wieder. Anschließend häkelst Du in jede feste Masche wieder eine feste Masche.
  4. Ab der 4. Reihe startest Du immer mit einer Wendeluftmasche, häkelst dann 2 feste Maschen, gefolgt von einer Luftmasche und lässt danach eine Masche aus. Bis zum Ende ist das also Dein Bauplan: 2 feste Maschen, eine Luftmasche, eine Masche auslassen. Die Reihe sollte mit 2 festen Maschen enden.
  5. Ab jetzt häkelst Du alle Reihen wie die Vierte. Nur solltest Du die Luftmaschen der vierten Reihe auslassen und stattdessen nur in die festen Maschen arbeiten. Diesen Schritt führst Du so lange durch, bis Dein Spültuch Deine Wunschgröße erreicht hat.
  6. Bist Du mit der Größe zufrieden, schließt Du Deine Arbeit damit ab, indem Du noch 2 Reihen feste Maschen häkelst. Und Siehe da: Dein Spültuch ist fertig und bereit für den Einsatz!

Handytasche

Mittlerweile besitzt nahezu jeder ein Handy. Damit dieses stets geschützt bleibt, ist es sinnvoll es in einer Tasche zu schützen. Doch dafür musst Du nicht immer viel Geld in die Hand nehmen. Stattdessen kannst Du sie Dir einfach selbst häkeln und dabei noch individuell gestalten. Und das beste: Sie sitzt passgenau!

So funktioniert es:

Als Abwechslung haben wir uns überlegt, Dir diese Anleitung als Video zu präsentieren. So kannst Du sicher gehen, alles richtig zu verstehen und hast dazu noch ein paar Bilder vor Augen.

Kosmetikpads

Kosmetikpads aus Watte stehen schon seit einiger Zeit in der Kritik, da sie nicht besonders nachhaltig sind und üblicherweise nach einer Benutzung entsorgt werden. Doch das muss nicht sein. Du kannst Dir ganz einfach selbst Kosmetikpads häkeln und diese so oft Du möchtest verwenden. Da sie sich problemlos auswaschen und wiederverwenden lassen freut sich nicht nur die Umwelt, sondern auch Dein Geldbeutel!

So funktioniert es:

  1. Häkele 6 feste Maschen in einen Fadenring.
  2. Nun verdoppelst Du jede Masche. Aus den 6 Maschen werden also 12.
  3. In der 3. Reihe wird nur noch jede zweite Masche verdoppelt.
  4. In der 4. Reihe wird jede dritte Masche verdoppelt.
  5. In der 5. Reihe verdoppelst Du nun jede vierte Masche.
  6. In der 6. Reihe verdoppelst Du jede fünfte Masche. Anschließend solltest Du 36 Maschen haben.
  7. In Reihe 7 wird jede sechste Masche verdoppelt.
  8. In der 8. Reihe verdoppelst Du jede siebte Masche. Nun ist Dein Kosmetikpad groß genug.
  9. Die 9. Reihe häkelst Du zum Abschluss nur noch in Kettmaschen. Anschließend musst Du nur noch den Faden abschneiden, vernähen und Dein Kosmetikpad ist fertig!

Körbchen

Eine weitere einfache Anleitung ist diese hier. Ein Körbchen eignet sich bestens um vor allem in Bad oder Küche für Ordnung zu sorgen. Gleichzeitig kannst Du es aber auch einfach zu dekorativen Zwecken verwenden oder darin etwas verschenken. Du siehst also: Bei so vielen Verwendungszwecken lohnt es sich definitiv, sich mal an dem einfachen Körbchen auszuprobieren!

So funktioniert es:

  1. Erschaffe zuerst einen Fadenring aus 5 festen Maschen.
  2. Ziehe den Fadenring zusammen und schließe ihn mit einer Kettmasche.
  3. Häkele in der 2. Reihe jede Masche doppelt.
  4. In der 3. Reihe verdoppelst Du nun jede 2. Masche.
  5. In der 4. Reihe wird jede 3. Masche verdoppelt.
  6. In der 5. Reihe verdoppelst Du dann jede 4. Masche.
  7. Vergrößere Deinen Kreis so weit, bis Du mit der Fläche einverstanden bist. Merke Dir, dass die Position der zu verdoppelnden Masche immer eine Zahl niedriger als die Reihenanzahl ist.
  8. Wenn Du mit der Größe des Bodens zufrieden bist, kannst Du die nächsten Reihen weiter häkeln, ohne eine der Maschen zu verdoppeln. Auf diese Weise baut das Körbchen Höhe auf. Wiederhole diesen Vorgang so lange, bis Du mit der Höhe des Körbchens einverstanden bist.
  9. Zuletzt musst Du nur noch das Garn abschneiden und den Faden vernähen. Und schon ist Dein Körbchen fertig!
Tipp: Statt Garn kannst Du für das Körbchen auch einfach Paketschnur verwenden.

Trivia: Was Du sonst noch über Häkeln wissen solltest

Im Folgenden findest Du noch spannende Informationen und bekommst weitere Anfängerfragen beantwortet.

Was ist der Unterschied zwischen Häkeln und Stricken?

Sowohl beim Häkeln als auch beim Stricken wird mit Wolle gearbeitet und es lassen sich schöne Werke daraus schaffen. Doch wo liegen die Unterschiede und was ist einfacher?

Leichter ist Häkeln, da hierbei von der Nadel immer nur eine Masche gehalten werden muss. Beim Stricken hingegen hast Du zwischenzeitlich immer die Maschen einer ganzen Reihe auf der Nadel. Strickst Du dann auch noch mit Nadeln ohne Verbindungsschnur, können Dir die Maschen besonders leicht herunterrutschen und Du musst Deine letzten Schritte wiederholen.

Der offensichtlichste Unterschied ist wahrscheinlich das Werkzeug: Beim Stricken braucht man 2 Nadeln, beim Häkeln reicht jedoch eine. Diese besitzt im Vergleich zu den Stricknadeln außerdem einen Haken an der Spitze.

Was das Endprodukt angeht, ist Gehäkeltes fester und somit auch stabiler als Gestricktes. Das hat den Hintergrund, dass Häkeln auch mehr Material verbraucht. Daher empfiehlt es sich Körbe oder auch Topflappen zu häkeln, wohingegen Kleidung in den meisten Fällen besser gestrickt werden sollte, da sie so leichter und dehnbarer ist.

Wusstest Du schon: Im Jahre 1863 wurde die erste Maschine eingesetzt, welche Flachstrickwaren herstellen konnte. Häkeln geht jedoch nach wie vor nur in Handarbeit, da hierfür die Hände eine zu wichtige Rolle spielen.

Wofür ist Häkeln gut?

Häkeln bringt viele Vorteile mit sich und ist, wie Du inzwischen gelesen hast, gar nicht so schwer. Sollte Dich dieser Punkt allein noch nicht überzeugt haben, können es vielleicht die folgenden.

Häkeln baut Stress ab

Häkeln kann man gewissermaßen auch als eine Form der Meditation bezeichnen. Durch den immer gleichen Ablauf, wenn man Runde für Runde vor sich hin häkelt, kann der Kopf besonders gut abschalten. Gleichzeitig muss man aber dennoch achtsam sein und sich auf jede Masche konzentrieren. Das mag anstrengend klingen, bringt aber den Vorteil mit sich, dass die Gedanken sich nicht mehr um Sorgen oder Ängste kreisen können, da der Fokus voll und ganz aufs Häkeln gerichtet ist. Es heißt sogar, dass Häkeln bei Depressionen oder Angststörungen helfen kann.

Häkeln macht glücklich

Häkeln fördert tatsächlich auch die Ausschüttung von Serotonin und Dopamin – unseren Glückshormonen. Das passiert allerdings nicht erst bei der Fertigstellung Deines Häkelstücks, sondern die ganze Zeit. So zum Beispiel auch, wenn Du eine weitere Reihe geschafft hast, einen schwierigen Teil meistern konntest oder Du gerade den Arm Deines Teddys vernäht hast. Beim Häkeln lauern lauter kleine und große Erfolge auf Dich, die Dich stolz und glücklich machen können.

Häkeln beschäftigt die Hände

Sicher kennst Du das auch: Man isst etwas, obwohl man gar keinen Hunger hat oder klickert mit dem Kugelschreiber vor sich hin. In vielen Situationen suchen unsere Hände einfach nach Beschäftigung. Statt deswegen in kurzer Zeit den Kühlschrank leerzuräumen, könntest Du aber auch einfach zur Häkelnadel greifen. So hast Du nicht nur eine sinnvolle Beschäftigung, sondern kannst Dich mit der Zeit noch dazu über ein schönes Endergebnis freuen.

Häkeln trainiert das Gehirn

Wusstest Du schon, dass Du mit Häkeln sogar Gehirnjogging betreiben kannst? In den meisten Fällen häkelt man nach einem bestimmten Plan oder einer Anleitung. Dabei musst Du Maschen zählen, zwischen verschiedenen Stichen wechseln oder, oder, oder. Du siehst also, dass Du beim Häkeln stets mit dem Kopf dabei sein musst. Manchmal musst Du auch spontan auf Probleme reagieren können, wenn Dir beim Häkeln ein Fehler unterlaufen ist. Somit ist Häkeln durchaus auch als Gedächtnistraining anzusehen, welches Vergesslichkeit oder Demenz vorbeugen kann.

Häkeln kann von Suchtgedanken ablenken

Dieser Punkt ist noch umstritten. Häkeln ist sicherlich kein Allheilmittel, doch es gibt einige Menschen, die Häkeln nutzen, um sich von einer Sucht abzulenken. So manch ein Raucher hat auf diesem Weg versucht, statt der Zigarette, das Häkelzeug in die Hand zu nehmen, um gegen die Sucht anzukämpfen.
Solltest Du also auch eine Sucht überwinden wollen, ist Häkeln sicherlich einen Versuch wert.

3 große Anfängerfehler beim Häkeln

Es ist vollkommen natürlich, dass Dir am Anfang Fehler passieren. Um jedoch nicht die ganze Palette an Anfängerfehlern selbst noch einmal durchgehen zu müssen, haben wir Dir hier 3 der größten Anfängerfehler aufbereitet.

  1. Zu wenig Häkelgarn
    Gerade am Anfang lohnt es sich, für alle Fälle lieber etwas zu viel als zu wenig Garn einzuplanen. Sollte man nämlich erst während des Häkelns merken, dass das Material wohl doch nicht ausreicht, ist dies meist mehr als nur ärgerlich. Um dieses Problem zu vermeiden, hilft es, sich unter anderem auch die Verpackung des Garns anzusehen. Dort findest Du nämlich einen Hinweis, für wie viel Maschen das Garn ausreicht
  2. Falsches Häkelgarn
    Garn ist nicht gleich Garn. Dementsprechend eignet sich nicht jedes Garn für jedes Häkelstück gleich gut. Gerade bei Häkelarbeiten, welche auch die Wäsche überstehen sollen, sollte man sich vorher vergewissern, dass das gewünschte Garn dafür überhaupt gemacht ist. Oftmals findest Du bereits bei Anleitungen schon einen Hinweis, welches Garn verwendet werden sollte.
  3. Maschen nicht mitzählen
    Gerade wenn Du ein Projekt vor Dir hast, bei dem die Maschenzahl nicht immer gleich bleibt, ist das Maschenzählen quasi unabdingbar. Durch den sich ständig wiederholenden Ablauf beim Häkeln kann man leicht mit den Gedanken abdriften. Dennoch empfehlen wir Dir, das Zählen nicht zu vergessen, um spätere Probleme zu vermeiden.

Wie kann man Wollreste verwerten?

Wollreste müssen nicht gleich im Mülleimer landen. Stattdessen gibt es vielfältige Verwendungszwecke, die wir hier vorstellen möchten:

    • Die einfachste Möglichkeit ist, die Wollreste einfach als Füllmaterial zu nehmen. Wird beispielsweise gerade ein Kuscheltier gehäkelt, lassen sich die Wollreste auch ideal als Alternative zur Füllwatte nehmen.
    • Eine weitere Option wäre, eine Patchwork-Arbeit zu häkeln. Ob es sich dabei um eine Decke, einen Lappen oder Kissenbezug handelt, steht Dir natürlich völlig frei. Häkele die einzelnen Wollreste einfach zu gleich großen Quadraten und verbinde sie anschließend miteinander und schon bist Du fertig.

    • Als dritte Idee könntest Du aus dem verbliebenen Garn auch kleine Motive wie Herzen, Blumen, Kreise usw. häkeln. Aus diesen lassen sich weitere tolle Sachen machen. Zum Beispiel kannst Du daraus Dekoration für Dein Fenster herstellen, eine Geschenkverpackung aufhübschen oder einen Bilderrahmen individualisieren. Wie Du siehst, sind die kleinen Stücke vielseitig einsetzbar!

  • Wenn Du viel mit Kosmetik zu tun hast, könnte Dir unser letzter Vorschlag gefallen. Und zwar kannst Du aus Wollresten auch superleicht Kosmetikpads als Alternative zu herkömmlichen Wattepads häkeln. So werden nicht nur Deine Wollreste aufgebraucht, sondern Du schonst zusätzlich die Umwelt, da Du die gehäkelten Pads nicht nach einer Verwendung entsorgen musst, sondern einfach auswaschen kannst. Also voll und ganz nach dem Motto “Zero Waste”.
Tipp: Sortiere Deine Wollreste am besten nach der empfohlenen Nadelstärke. So kannst Du auch mehrere Wollreste einfach miteinander verbinden innerhalb eines Häkelstücks.

Fazit

Wie Du nun gelernt haben solltest, ist Häkeln ein Hobby, dem jeder mal eine Chance geben sollte. Mit den Händen und einer Nadel aus lediglich ein bisschen Wolle etwas Eigenes zu erschaffen ist ein wundervolles Gefühl, welches Dein Selbstbewusstsein stärkt.
Außerdem verbringen wir in der heutigen Zeit so viel Zeit mit oder vor Elektronik, dass Häkeln ein perfekter Ausgleich ist, um in dieser schnelllebigen Welt kurz einmal abschalten zu können.

Es dauert nicht lange, bis Du schon kleine Erfolge sehen kannst. Also worauf wartest Du?

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Weiterführende Links und Recherechequellen

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