Startseite » Musik & Instrumente » Musik machen & produzieren » Mit E-Drums Schlagzeug spielen lernen: So geht’s!

Mit E-Drums Schlagzeug spielen lernen: So geht’s!

Schlagzeug spielen lernen
5 / 5 ( 4 votes )

Wer Schlagzeug spielen will, steht oftmals vor dem Problem, dass ein akustisches Schlagzeug nicht nur laut, sondern auch groß ist. E-Drums bieten eine gute Alternative für zu Hause, können aber auch für Auftritte oder im Proberaum genutzt werden. Welche Hintergründe Du zum Schlagzeug spielen lernen mit E-Drums wissen solltest und wie Du ganz einfach Schritt für Schritt spielen lernen kannst zeigen wir Dir in unserem Ratgeber.

Das Wichtigste in Kürze

  • E-Drums und akustische Schlagzeuge spielen sich anderes. Deshalb sollte man sich vorher damit auseinandersetzen, welche Aspekte einem wichtig sind.
  • E-Drums haben oft viele interne Funktionen, die einem das Üben erleichtern können
  • Egal ob elektronisch oder akustisch: eine richtige Sitz- und Stockhaltung ist wichtig und sollte sich am Anfang angeeignet werden
  • Viel und schnell spielen ist schnell gelernt. Sound, Mikrotiming und konstantes Tempo macht einen guten Drummer aus.

Was sind E-Drums?

E-Drums sind die digitale Variante von Schlagzeugen. Hierbei wird der Sound nicht über die Schwingungen erzielt. Vielmehr entsteht ein elektronischer Impuls, der wiederum in einen Ton umgewandelt wird. Deshalb haben E-Drums oftmals keine großen Trommeln und sind kompakter und leichter als akustische Schlagzeuge.

Wichtig: Manche Tipps und Anmerkungen gelten für E-Drums wie für akustische Schlagzeuge. Dementsprechend kann dieser Ratgeber auch für Dich interessant, wenn Du ein akustisches Schlagzeug hast.

Hintergründe: Was Du über das Schlagzeug-Spielen mit E-Drums wissen solltest

Dass Schlagzeug-Spielen auf E-Drums anders ist, als auf akustischen Schlagzeugen ist keine Frage. Viele behaupten deshalb, dass man das Spielen unbedingt auf den “echten” Schlagzeugen lernen soll. Doch das ist nicht immer möglich. Hier wollen wir Dir ein paar Hintergrundinformationen geben, die für das Schlagzeug-Spielen mit E-Drums wichtig sind.

Elektronisch vs. Akustisch: Die Vorteile von E-Drums

Ein großer Vorteil ist die Lautstärke. Da E-Drums viel mit Kopfhörern gespielt werden, kann man diese zu jeder Zeit und in jeder Umgebung spielen, ohne Mitbewohner oder Nachbar zu stören. Außerdem sind E-Drums kompakter und leichter, was nicht nur beim Aufbau hilft, sondern auch dafür sorgt, dass man selbst in kleinen Wohnung Platz für sie finden kann.

Ein weiterer, und sehr spannender, Vorteil ist, dass man E-Drums sehr einfach aufnehmen kann. Somit kann man sich das Gespielte später noch einmal anhören. Das hilft, um seine Fähigkeiten besser zu analysieren und sich stetig verbessern zu können. Zusätzlich sorgt die digitale Soundauswahl dafür, dass man oft kleinere Fehler besser hören kann. Diese können nämlich bei den lauten Geräuschen des Schlagzeuges schnell untergehen.

Viele E-Drums verfügen zudem über eine Metronom Funktion und teilweise sogar über interne Übungen, die das Spielen und Lernen am Anfang einfacher machen.

Beim Schlagzeugspielen kann es helfen, wenn man neben dem E-Drum auch Zugang zu einem akustischen Schlagzeug z.B. bei einem Lehrer oder im Proberaum. Ein Muss ist das aber nicht.

Sind E-Drums wirklich geräuschlos?

Auch bei E-Drums entsteht ein Geräusch, wenn man mit den Drucksticks auf das Schlagzeug haut. Außerdem kann auch die Benutzung von Fußpedalen für Geräusche sorgen. Um ein möglichst leises Ergebnis hinzubekommen sollte man in sogenannte Meshheads investieren. Das ist eine Art des Trommelbezugs, die besonders leise zu spielen sind. Außerdem kann sich eine extra Matte bzw. ein Podest lohnen, um weniger Geräusche zu erzeugen. Durch den extra Abstand bzw. die zusätzliche Beschichtung werden weniger Geräusche über den Boden weitergegeben. Wer ein Podest etwas selber bauen möchte, findet hier eine Anleitung dazu.

Geräusche können auch durch Leitungen weitergetragen werden. Deshalb ist es wichtig, sich im Vorfeld damit zu beschäftigen, an welchen Stellen das E-Drum Schwingungen abgeben kann. Außerdem kann es helfen, sich verschiedene E-Drums in einem Musikgeschäft anzuschauen um ein Gespür für die Geräusche zu bekommen.

Schlagzeug lernen: Welche Unterrichtsform passt zu Dir?

Jeder lernt unterschiedlich. Deshalb ist es auch beim Erlernen des Schlagzeuges wichtig, die passende Unterrichtsform zu finden. Im Folgenden möchten wir Dir unterschiedliche Arten vorstellen.

Online-Kurse zum Lernen

Online-Kurse bieten viele Vorteile. Man ist flexibel im Standort, der Zeit und kann Lektionen noch einmal anschauen. Außerdem sind sie oftmals preiswerter als ein Lehrer. Jedoch gibt es hierbei selten echtes Feedback. Man muss sich also auf das eigene Gespür und die eigenen Ohren verlassen.

Unterricht bei einem Lehrer

Ein guter Lehrer ist Gold wert. Er kann Dir genau die Dinge zeigen, die Du nicht kannst, sieht Deine Fehler und gibt Dir Tipps; ganz individuell an Dich angepasst. Außerdem kann eine außenstehende Person helfen, dass man auch wirklich regelmäßig übt. Je nachdem wo man übt, kann es sein, dass man bei einem Lehrer auch auf einem akustischen Schlagzeug spielt. Privatunterricht ist oftmals preisintensiver. Außerdem kann man oftmals auch Gruppenunterricht nehmen.

Selbststudium mithilfe eines Übungsbuches

Bücher helfen oftmals noch mehr bei der Theorie. Das Selbststudium erfordert viel Disziplin. Ein Nachteil des Buches ist es, das man die Rhythmen nicht hört. Oftmals gibt es deshalb eine CD mit zum Buch.

Schlagzeug-interne Materialien

Viele E-Drums kommen mit einigen Übungen und Funktionen, die beim Lernen helfen können. Praktisch ist zum Beispiel ein Metronom, dass einem dem Takt vorgibt. Außerdem bieten einige Hersteller noch weitere Übungen an. Diese sind meistens schon auf dem Modul verfügbar.

Wichtig: Keine der Methoden ist richtig und die andere falsch. Es ist wichtig zu schauen, welche Methode zu den eigenen Umständen passt. Außerdem kann man natürlich auch verschiedene Unterrichtsformen miteinander kombinieren.

Bevor man das Schlagzeug spielen lernen kann, muss man sich zunächst die richtige Drumstick-Haltung aneignen.

Schlagzeug-Spielen lernen: Schritt für Schritt-Anleitung

Wie man tatsächlich Spielen lernt, hängt oft auch mit der Lernmethode zusammen. Hier haben wir eine kleine Schritt für Schritt-Anleitung, die aber am Anfang helfen kann.

  1. Grundlagen
  2. Basisgrooves
  3. Fill-Ins
  4. Technik

1. Grundlagen (z.B. Stockhaltung oder Fußtechnik)

Bevor es richtig mit dem Spielen losgehen kann, sollte man sich als Erstes mit einigen grundlegenden Dingen beschäftigen. Zunächst sollte man sich mit den einzelnen Teilen des Schlagzeuges auseinandersetzten. Je nachdem wie groß das eigene Set ist, gibt es hier unterschiedliche Komponenten. Jedoch sollte man wissen, wo sich Bassdrum, Snare, Hi-Hat usw. befinden. Außerdem sollte man sich damit beschäftigen, wie man die richtige Sitz- und Stockhaltung einnimmt. Gewöhnt man sich hier von Anfang an eine gute Position an, so kann man im Verlauf Verletzungen und Überanstrengungen sehr gut verhindern.

Beim E-Drum kann man sich hierbei auch mit den verschiedenen Einstellungen des Moduls auseinandersetzten.

2. Basisgrooves (4tel, 8tel und 16tel Takte)

Als Zweites sollte man sich mit der Takthaltung beschäftigen. Als Dummer gibt man den Takt für die ganze Gruppe an. Deshalb ist es wichtig, dass man den Takt auch über das ganze Stück hinweg halten kann. Das scheint zunächst erst einmal langweilig, gibt aber die Grundlage, die man braucht, um später richtig Gas geben zu können.

3. Fill-Ins

Als Fill-Ins bezeichnet man Übergänge, die von einem Teil des Liedes in den Anderen leiten (oftmals zwischen Strophe und Refrain). Hier kann sich der Drummer oft kreativ ins Lied miteinbringen. Wichtig ist es, dass man das Tempo des Liedes beibehält – ein Metronom kann dabei helfen. Außerdem sollte man darauf achten, dass der Fill-In auch zum Rest des Songs passt. Ein paar Beispiele findest Du in diesem Artikel.

4. Technik (z.B. unterschiedliche Anschlagtechniken)

Wenn man die Grundlagen beherrscht, kann man sich mit weiteren Techniken beschäftigen. Hierbei sollte man erstmal herausfinden, was das E-Drum eigentlich alles kann. Je nach Model haben die einzelnen Teile verschiedene bespielbare Zonen. Das sorgt dafür, dass man die  verschiedenen Anschlagstechniken eines akustischen Schlagzeuges nachahmen kann. Jedoch haben oftmals preiswertere Varianten nur eine bespielbare Zone. Dementsprechend kommt, auch bei einem anderen Anschlag, der gleiche Ton zustande.

Jeder weiß, dass Schlagzeuge laut sind. Aber wenige wissen, wie viel Power man als Spieler braucht.

 

Was macht einen guten Schlagzeuger aus?

Schnelle, komplizierte Fills sind cool und die Technik ist natürlich wichtig, aber für einen Schlagzeuger, der oft gebucht werden will, sind vor allem folgende Eigenschaften im Bandkontext wichtig:

Song dienlich spielen

Als Bandmitglied sollte Dein Fokus darauf beruhen, den Gesamtklang der Band mit Deinem Rhythmus zu unterstützen. Meistens gelingt das, indem Du wenige komplexe Rhythmen und Fills spielst, diese aber an der richtigen Stelle und mit der richtigen Dynamik.

Timing ist alles

Jeder professionelle Drummer und Musikstudent an einer Hochschule wird Dir sagen können, dass die Stabilität des Tempos und das Mikrotiming einzelner Schläge die wichtigste Eigenschaft eines guten Drummers ist. Übe daher immer mit Metronom und fordere Dich mit verschiedenen Timing-Übungen heraus.

Feeling

Manche Grooves sind im Timing nicht so transparent wie Andere. Zum Beispiel im Swing-Feeling, Laidback Reggae-Feeling und in Tempo-freien Passagen sind die Zählzeiten leicht verschoben und daher Interpretationssache. Hier kommt es darauf an, sich möglichst gut emotional einzufinden, am besten erreichst Du das, indem Du viel Musik aus der jeweiligen Musikrichtung hörst. Generell spielt Feeling aber auch bei geraden Zählzeiten in der Interpretation von Phrasierungen und Betonungen eine große Rolle.

Der soziale Aspekt

In einer Musikgruppe ist es natürlich wichtig, dass man eine gewisse Sozialkompetenz mitbringt. Die wichtigsten Eigenschaften sind Verlässlichkeit, Pünktlichkeit und Kritikfähigkeit.

Trivia: Was Du sonst noch über das Schlagzeug-Spielen wissen solltest

Bevor es jetzt mit dem Spielen losgehen kann, wollen wir hier noch ein paar Fragen beantworten.

Muss ich mich vor dem Spielen aufwärmen?

Das richtige Warm Up vor dem Spielen ist wichtig, um Deinen Körper nicht zu überlasten und Entzündungen an den Handgelenken, Fingergelenken und Ellenbogengelenken zu vermeiden. Falls Du trotzdem immer wieder Schmerzen in den Gelenken bekommst, solltest Du anfangen Dich regelmäßig zu dehnen und mit gezielten Kraftübungen die Finger und den Unterarmmuskulatur aufbauen.

In diesem Video siehst Du, wie ein gutes Warm-Up aussieht:

Wie anstrengend ist Schlagzeug-Spielen?

Auch, wenn man beim Schlagzeug-Spielen sitzt, sollte man die Auswirkungen auf den Körper nicht unterschätzen. Viele Schlagzeuger trainieren regelmäßig, um sich beim Spielen nicht zu verletzten oder zu überanstrengen. Denn es erfordert einiges an Energie und Kraft. Dementsprechend ist es besonders am Anfang wichtig, den Körper nicht zu überlasten.
Viele Schlagzeuger, die oft und lange spielen müssen, machen spezielle Dehn- und Kraftübungen für die Handgelenke, um Sehnenscheidenentzündungen zu vermeiden.

Muss ich Schlagzeugnoten lernen?

Die Antwort ist Jein. Das Schlagzeug ist eines der wenigen Instrumente, bei dem man Noten nicht wirklich braucht. Jedoch kann es hilfreich sein, Noten lesen zu können. Denn, wenn man ein Lied nachspielen möchte findet man oftmals Noten dazu. Kann man diese auch lesen, macht es einem das Lernen um einiges einfacher.

Wie hält man die Drum-Sticks richtig?

Es gibt verschiedene Arten, Drumsticks zu halten. Zunächst einmal ist es wichtig, dass man sich eine richtige Handhabung der Drumsticks angewöhnt, um mögliche Verletzungen zu vermeiden. Außerdem ist das Spielen des Schlagzeuges auch um einiges angenehmer und einfacher, wenn man die Sticks richtig hält. Unterscheidet wird generell zwischen Match Grip und Traditional Grip.

Der Match Grip wiederum hat drei verschiedene Kategorien: German, American und French. Um die verschiedenen Arten besser zu veranschaulichen haben wir hier ein Video für Dich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.