Biwaksack: Test, Vergleich und Kaufratgeber

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Biwaksäcke im Test

Der Biwaksack ist hauptsächlich als leichte, platzsparende Alternative zum Zelt bekannt. Planst Du also eine Übernachtung unter freiem Himmel, ist der Biwaksack das Mittel der Wahl. Doch nicht nur beim Nachtlager ist er nützlich: Bei einem plötzlichen Unwetter wird der „Biwi“ zum Ganzkörperanzug und erspart Dir Frost und Nässe. Im Notfall kann er als provisorische Rettungsdecke sogar Leben retten.
Der Biwaksack ist also ein echtes Multitalent und somit zurecht ein beliebter Begleiter bei Outdoor-Abenteuern aller Art. In diesem Ratgeber erhältst Du alle wichtigen Informationen, um den richtigen Biwaksack für Dich zu finden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Biwaksack ist leichter und vielseitiger als ein Zelt, dafür aber weniger komfortabel
  • Es gibt Exemplare für eine oder zwei Personen
  • Biwaksäcke kommen ohne Gestänge aus, eine Ausnahme bilden Biwakzelte
  • Entscheidend für die Eigenschaften des Biwaksacks ist das Material
  • Hochwertiges Material ist atmungsaktiv und verhindert die Entstehung von Kondensat

Die besten Biwaksäcke: Favoriten der Redaktion

Hier möchten wir Dir unsere Favoriten genauer vorstellen. Eine detaillierte Erläuterung zu unseren Entscheidungskriterien findest Du im Abschnitt „Kaufratgeber“.

Normani Biwaksack: Der Allrounder

  • Unser Favorit: Vereint viele Qualitäten zu einem günstigen Preis
  • Material: Ripstop-Nylon mit atmungsaktiver Membran
  • Wind- und wasserdicht (Wassersäule: 10.000 mm)
  • 400 Gramm leicht
  • Maße: 230 cm x 90 cm

Redaktionelle Einschätzung:

Mit diesem Biwaksack der Marke Normani wirst Du kaum etwas falsch machen. Er besteht aus stabilem Ripstop-Nylon, welches hohe Qualität und Reißfestigkeit garantiert. Die Außenschicht wurde mit einer dampfdurchlässigen Membran ergänzt. Das Resultat ist eine gute Kombination aus Atmungsaktivität und Wetterfestigkeit. Das schlägt sich auch in den entsprechenden Kennzahlen nieder (10.000 mm Wassersäule, 3.000 g/m² Atmungsaktivität).
Der Biwaksack ist zudem nur 400 Gramm leicht. Das Packmaß liegt bei 22 cm x 10 cm, so dass der Biwaksack kaum Platz in Deinem Rucksack einnimmt. Ausgerollt bietet der Biwi hingegen solide 230 cm x 90 cm Platz.
Zusammenfassend kann man festhalten, dass sich alle relevanten Kriterien in einem guten Bereich befinden. Für einen derart bescheidenen Preis wirst Du keinen hochwertigeren Biwaksack finden.

Andes Biwaksack: Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis

  • Wetterbeständiger Biwaksack im unteren Preissegment
  • Material: Nylon
  • Wind- und wasserdicht (Wassersäule: 3.000 mm)
  • 350 Gramm leicht
  • Maße: 235 cm x 85 cm

Redaktionelle Einschätzung:

Dieses Exemplar der Marke Andes ist unsere Empfehlung im unteren Preissegment. Der Biwaksack besteht aus robustem Nylon, welches Dich zuverlässig vor Wind und Nässe schützen wird. Die Wassersäule beträgt 3.000 mm, was absolut ausreichend ist. Das Kopfende läuft in Kapuzenform zu, um Frischluft und Regenschutz gleichermaßen zu gewährleisten. Zusätzliche Belüftung kannst Du durch den seitlichen Reißverschluss selber regulieren.
Weitere Pluspunkte sammelt der Biwi durch seine Maße, insbesondere durch das geringe Gewicht von 300 Gramm.
Das Material ist allerdings nicht atmungsaktiv, weshalb es bei langer Einsatzdauer zu Kondenswasserbildung kommen kann. Somit ist der Biwaksack bei Touren mit mehreren Übernachtungen nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Dies kann angesichts des unschlagbaren Preises aber auch nicht der Maßstab sein. Für Ausflüge mit nur einer Übernachtung sowie als Notfall-Sack bei plötzlichem Unwetter ist das Modell jedoch bestens geeignet.

Millet Biwaksack: Beste Atmungsaktivität

  • Hochwertiges Material für einen angenehmen Schlaf
  • Material: Nylon mit atmungsaktiver Dryedge-Membran
  • Wind- und wasserdicht (Wassersäule: 1.000 mm)
  • 450 Gramm leicht
  • Maße: 235 cm x 83 cm

Redaktionelle Einschätzung:

Wenn Du nach einem Modell suchst, welches nicht nur wetterfest, sondern auch extrem atmungsaktiv ist, empfehlen wir Dir den Biwaksack von Millet. Die Kombination von Nylon und der hochwertigen Dryedge-Membran sorgt für verschwindend geringe Kondenswasserbildung. Den Biwaksack kannst Du also auch problemlos mehrere Nächte am Stück verwenden. Dennoch behält der Biwaksack seine wind- und wetterschützenden Eigenschaften.
Neben dem Reißverschluss verfügt der Biwi auch über einen gesonderten Belüftungsschlitz im Fußbereich. So kannst Du je nach Wetterlage für weitere Frischluft sorgen. Am Kopfende ist der Biwi jedoch auch komplett verschließbar, was sich bei Regen bezahlt macht.
Das Gewicht liegt bei ordentlichen 450 Gramm. Im ausgerollten Zustand misst der Biwaksack 235 cm x 83 cm.
Der einzige Nachteil ist die vergleichsweise geringe Wassersäule (1.000 mm), welche eine “Nebenwirkung” der hohen Dampfdurchlässigkeit ist. Das wird sich jedoch nur unter extremen Bedingungen bemerkbar machen. Insgesamt handelt es sich beim Millet Biwaksack um ein aufwendig konstruiertes Exemplar mit hervorragender Atmungsaktivität.

Rhino Valley Biwaksack: Der Zelt-Hybrid

  • Preisgünstiges Biwakzelt mit Gestänge
  • Material: Polyester
  • Wind- und wasserdicht
  • 1.400 Gramm leicht
  • Maße: 230 cm x 90 cm

Redaktionelle Einschätzung:

Wenn Du Dich nicht zwischen Biwaksack und Zelt entscheiden kannst, solltest Du einen Blick auf diese Mischform von Rhino Valley werfen. Hinsichtlich Gewicht und Packmaß liegt es genau zwischen den beiden Optionen. Wie bei herkömmlichen Zelten besteht es aus einem Innenzelt und einer Außenschicht. Im Kopfbereich kommt Gestänge zum Einsatz. Dadurch kannst Du das Biwakzelt vollständig schließen, ohne Dich bedrängt zu fühlen. Auch in puncto Sicht- und Insektenschutz kann das Biwakzelt überzeugen.
Allgemein punktet das Modell punktet durch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Biwakzelt kombiniert die Vorzüge von Biwi und Zelt und ist für ein- oder mehrtägige Ausflüge geeignet. Bergtouren unter Extrembedingungen könnten aber eine Nummer zu groß sein.

Salewa Biwaksack: Für zwei Personen

  • Atmungsaktiver Biwaksack für zwei Personen
  • Material: Ripstop-Nylon mit atmungsaktiver Powertex-Membran
  • Wind- und wasserdicht (Wassersäule: 10.000 mm)
  • 790 Gramm leicht
  • Maße: 220 cm x 140 cm

Redaktionelle Einschätzung:

Dieser Biwaksack der Marke Salewa ist unsere Empfehlung für zwei Personen. Er besteht aus reißfestem Ripstop-Nylon mit einer dampfdurchlässigen Powertex-Oberschicht, welche beste Atmungsaktivität garantiert. Dabei bleibt höchste Wasserdichte gewährleistet, was sich in einer beachtlichen Wassersäule von 10.000 mm ausdrückt.
Ein nützliches Extra ist der Kordelzug im Kopfbereich, womit Du den Biwaksack beispielsweise an Ästen abspannen kannst. Für den Notfall ist eine Signalpfeife integriert. Ein weiterer Pluspunkt ist das Gewicht von 790 Gramm, was für zwei Personen überaus gering ausfällt.
Dieser Biwaksack ist im Zwei-Personen-Segment ein echter Alleskönner. Für Irritationen sorgt lediglich die unübliche Anbringung des Reißverschlusses, welcher nur von außen erreichbar ist.

Kaufratgeber für Biwaksäcke

Hier findest Du alle Informationen die Du brauchst, um Dich für den richtigen Biwaksack zu entscheiden.

Was ist ein Biwaksack?

Ein Biwaksack ist ein wind- und wasserdichter Sack, wobei je nach Exemplar unterschiedliche Materialien verwendet werden. Beim Übernachten unter freiem Himmel wird er über den Schlafsack gezogen und schützt vor Kälte und Nässe. Er ersetzt dadurch ein Zelt und wird meist in Kombination mit einem Schlafsack und einer Isomatte verwendet. Je nach Untergrund ist auch eine zusätzliche Plane empfehlenswert.
Biwaksäcke sind aber nicht nur für die Übernachtung sinnvoll, sondern können auch tagsüber als provisorischer Schutz vor Unwetter oder bei Notfällen zum Einsatz kommen. Somit ist der Biwaksack auch bei eintägigen Ausflügen (oder mehrtägigen Wanderungen, bei denen anderweitig übernachtet wird) eine nützliche Option.

Für wen eignet sich ein Biwaksack?

Ein Biwaksack gehört zur Standardausrüstung bei verschiedensten Unternehmungen. Umso wichtiger ist es, dass Du den passenden Biwaksack für deine Tour findest. Generell wirst du viel Freude mit einem Biwaksack haben, wenn Du:

  • Gerne unter freiem Himmel übernachtest
  • Ausflüge in die Natur machst, bei denen es zu Unwettern kommen kann
  • Auf Wanderschaft im Gebirge bist
  • Einen Klettersteig erklimmen möchtest
Biwakieren in der Natur
Wanderungen mit Übernachtung in der Natur sind ein Heimspiel für den Biwaksack.

Welche Arten von Biwaksäcken gibt es?

Biwaksäcke unterscheiden sich durch verschiedene Eigenschaften wie Material und Gewicht, welche später ausführlich besprochen werden (vgl. Abschnitt “Kaufkriterien”). Bevor Du mit allen Details versorgt wirst, folgt hier ein kurzer Überblick, wie man Biwaksäcke generell sortieren kann:

Ein-Mann-Biwaksack vs. Zwei-Mann-Biwaksack

Im herkömmlichen “Biwi” ist Platz für eine Person. Zunehmend sind aber auch Exemplare für zwei Personen populär. Diese sind nicht nur der Romantik zuträglich, sondern werden auch von erfahrenen Bergsteigern geschätzt. Das liegt an folgenden Vorteilen: Ein Zwei-Personen-Biwak ist in der Regel leichter als zwei einzelne Biwaksäcke, sorgt für wärmere Nächte und fördert auch die gegenseitige mentale Unterstützung in ungemütlichen Nächten.
Ein Nachteil ist, dass eine Übernachtung an verschiedenen Orten nicht mehr möglich ist. Zudem kann der Schlafkomfort leiden, wenn man sich im “Doppelsack” beengt fühlt.

Biwaksack ohne Gestänge vs. Biwakzelt

Neben den klassischen Biwaksäcken ohne Gestänge tummeln sich auch einige Modelle mit Gestänge auf dem Markt. Diese Version stellt einen Mix aus Biwaksack und Zelt dar und wird folgerichtig auch Biwakzelt genannt. Ein Biwakzelt kann das richtige für Dich sein, wenn Du Wert auf Schlafkomfort legst, aber kein ganzes Zelt mit Dir mit schleppen möchtest. Im Vergleich zum herkömmlichen Biwaksack musst Du jedoch mit deutlich mehr Gewicht und Volumen rechnen, was beispielsweise beim Klettern sehr störend ist.

Biwaksack offen vs. geschlossen

Während manche Biwaksäcke den Kopf komplett an der frischen Luft belassen, umhüllen andere den gesamten Körper. Solche geschlossenen Biwaksäcke sind in der Regel sehr hochwertig, da sie aus atmungsaktivem Material bestehen müssen. Sie sind für anspruchsvolle Touren mit mehreren Übernachtungen geeignet, da sie sehr zuverlässig vor Wind und Wetter schützen. Doch auch offene Biwaksäcke haben ihre Vorteile, da die freie Atmung oft als sehr angenehm empfunden wird. Zudem kommen sie mit weniger Reißverschlüssen, Kordelzügen etc. aus und sind handlicher.

Übrigens: Viele Biwaksäcke lassen sich nicht klar in offen oder geschlossen einteilen, da sie eine Mischform darstellen (z.B. durch eine eng anliegende Kapuze).

Biwaksack vs. Zelt

Vielleicht stehst Du vor der Entscheidung, ob Du bei Deinem nächsten Ausflug ein Zelt mitnehmen solltest oder stattdessen den Biwaksack wählen möchtest. Beide Varianten haben verschiedene Vorteile, es folgen die jeweiligen Top 3:

Vorteile BiwaksackVorteile Zelt
  • Gewicht: Dieser Punkt geht klar an den “Biwi”. Er ist nicht nur leichter, sondern auch deutlich platzsparender als ein Zelt.
  • Freiheit: Den Biwaksack kannst Du fast überall ausbreiten, den Sternenhimmel ansehen und die frische Luft genießen.
  • Vielseitigkeit: Auch tagsüber erweist sich ein Biwaksack als extrem nützlich, sei es als Sitzgelegenheit, Regenschutz oder als Rettungsdecke in Notfällen.
  • Komfort: Unterm Strich bietet ein Zelt eine komfortablere Übernachtung. In puncto Regenschutz sowie bei der Insektenabwehr liegt es vorne.
  • Raum: Ein Zelt bietet dir Platz um Dein Gepäck auszubreiten und es Dir gemütlich zu machen. Mit diesen Qualitäten kann der Biwaksack nicht punkten.
  • Privatsphäre: Übernachtest Du in der Nähe anderer Menschen, z.B. auf einem Campingplatz, bist Du im Zelt sichtgeschützt.
Biwaksack auf steinigem Untergrund
Den Biwaksack kannst Du, im Gegensatz zum Zelt, auf nahezu jedem Untergrund verwenden.

Welches sind die wichtigsten Kaufkriterien bei Biwaksack?

Je nach Einsatzzweck solltest Du auf diverse Punkte achten, welche im Folgenden vorgestellt werden. Das maßgebliche Qualitätsmerkmal eines Biwaksacks ist das verwendete Material. Daraus ergibt sich die Wetterbeständigkeit und die Atmungsaktivität des Biwaksacks. Gewicht und Packmaß solltest Du bei Deiner Entscheidung ebenfalls berücksichtigen.

Material

Ein Biwaksack kann aus verschiedenen Materialien und deren Kombination bestehen. Die häufigsten sind: Aluminisierte Folie, (Rypstop-) Nylon, dampfdurchlässige Membran und Baumwolle.

Aluminisierte Folie

Aluminisierte Folie ist das preisgünstigste Material, aus dem ein Biwaksack bestehen kann. Entsprechende Modelle sind zwar leicht und wasserdicht, jedoch nicht atmungsaktiv. Außerdem gilt aluminisierte Folie als nicht strapazierbar und kann unter Belastung reißen. Biwaksäcke aus aluminisierter Folie sind bei plötzlichen Unwettern tagsüber geeignet und können im Notfall als Rettungsdecke benutzt werden. Als Zeltersatz sind sie jedoch untauglich.

(Ripstop-) Nylon

Nylon (Handelsname für den Kunststoff Polyamid) ist das Standard-Material des Biwaksacks. Oft wird Nylon mit Polyurethan überzogen (“PU-Beschichtung”), was den Biwaksack sehr robust gegenüber Wind und Regen macht. Eine besonders reißfeste Variante des beliebten Materials heißt Ripstop-Nylon. Bei Biwaksäcken aus (Ripstop-) Nylon werden Wetterbeständigkeit, Gewicht, Haltbarkeit und Komfort unter einen Hut gebracht.

Dampfdurchlässige Membran

Biwaksäcke mit dampfdurchlässiger Membran gelten als komfortabelste Option. Sie sind wind- und wasserdicht, aber dennoch hoch atmungsaktiv. Bekannte Technologien hinter solchen Membranen sind beispielsweise Gore-Tex, Sympatex, Dry-Edge oder Powertex. Natürlich gibt es aber auch hochwertige Kunststoffe ohne patentierten Namen. Für gute dampfdurchlässige Biwaksäcke muss man etwas tiefer in den Geldbeutel greifen.

Baumwolle

Ein Biwaksack aus Baumwolle ist eher die Ausnahme, da Baumwolle alleine nicht zuverlässig vor Nässe schützen kann. Als vollwertiger Zeltersatz ist von einem Baumwollsack also abzusehen. Einige Modelle kombinieren jedoch Baumwolle mit einem wasserdichten Kunststoff, um dieses Problem zu lösen.

Beachte: Fast alle hochwertigen Biwaksäcke kombinieren verschiedenes Material. Geläufig ist auch eine unterschiedliche Beschichtung bei Unter- und Oberseite. Die Unterseite eines Biwaksacks sollte hundertprozentig wasserdicht sein, die Oberseite atmungsaktiv.

Atmungsaktivität

Atmungsaktivität ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal für einen Biwaksack. Die im Schlaf ausgestoßene Feuchtigkeit sollte den Biwaksack verlassen können, sonst riskierst Du ein nasses Erwachen. Dieses Kondensat kann bei kalten Temperaturen sogar gefährlich werden, da Du bei Feuchtigkeit schneller unterkühlst.
Die Atmungsaktivität eines Biwaksacks hängt von dem verwendeten Material ab. Wie oben beschrieben, erreichen Biwaksäcke mit dampfdurchlässiger Membran die beste Atmungsaktivität. Aufschlussreich ist auch der MVTR-Wert: Er gibt an, wieviel Gramm Dampf pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden austritt. Hohe Werte sprechen für eine gute Atmungsaktivität.

Wetterbeständigkeit

Wetterbeständigkeit ist das A und O bei einem Biwaksack, schließlich soll er Dich in erster Linie vor Wind und Nässe schützen. Die allermeisten Biwaksäcke sind dahingehend auch verlässlich. Aufpassen solltest Du jedoch bei nicht strapazierbarem Material (aluminisierte Folie, siehe oben), schließlich hilft Dir auch kein wasserdichter Biwaksack, wenn er reißt.
Zusätzliche Informationen liefert Dir der Wert der Wassersäule: Er gibt an, welchem Wasserdruck der Biwaksack standhalten kann. Ab 800 mm gilt ein Material nach EU-Richtlinien als wasserdicht, Du solltest jedoch nach etwas höheren Werten Ausschau halten, um auch bei widrigen Bedingungen trocken zu bleiben.

Biwaksack im Schnee
Wetterbeständigkeit ist die Kernkompetenz des Biwaksacks. Hartgesottene legen sich mit dem „Biwi“ sogar in den Schnee.

Gewicht

Das geringe Gewicht eines Biwaksacks gilt als größter Pluspunkt gegenüber einem Zelt. Superleichte Exemplare wiegen gerade einmal 100 Gramm! Gleichzeitig solltest Du hier aber Vorsicht walten lassen, da qualitativ schlechte Produkte häufig mit ihrem geringen Gewicht beworben werden. Im Zweifel solltest Du lieber ein höheres Gewicht in Kauf nehmen, um einen stabilen und gemütlichen Biwaksack zu bekommen.
Das Biwakzelt mit Gestänge sei hier als Sonderfall ausgeklammert. Hier kannst Du zwar mit einer vergleichsweise luxuriösen Übernachtung rechnen, trägst aber auch ein Vielfaches des üblichen Gewichtes umher (vgl. Abschnitt “Arten von Biwaksäcken”).

Maße

Die Maße eines Biwaksacks solltest Du ebenfalls berücksichtigen. Damit ist sowohl das Volumen des verpackten Biwaksacks, als auch die Größe im ausgerollten Zustand gemeint. Möchtest Du eine ganz besonders platzsparende Variante wählen, sei Dir hier nochmal der Zwei-Personen-Biwaksack ans Herz gelegt (vgl. Abschnitt “Arten von Biwaksäcken”). Ansonsten gilt auch hier: Mehr Komfort ist oft mit mehr Packvolumen verbunden.

Farbe

Welche Farbe Du wählst, ist natürlich Geschmackssache. Grundsätzlich geht die Farbgebung eines Biwaksacks in eine von zwei Richtungen:

  • Naturfarben: Tarnfarben, oliv oder braun sind Farben aus militärischer Tradition. Du verschmilzt hier mit der Umgebung und wirst nur aus nächster Nähe erkannt.
  • Signalfarben: Grelle Farben wie rot, gelb oder orange verfolgen eine gegensätzliche Idee. Du sollst in einem Biwaksack dieser Farbe auffallen und im Notfall schnell gefunden werden.

Welche Marken stellen qualitative Biwaksäcke her?

Zahlreiche renommierte Outdoor-Marken sind beim Kauf eines Biwaksacks zu empfehlen. Unter anderem sind folgende Hersteller zu nennen:

Normani

Normani ist ein deutsches Familienunternehmen. Neben Outdoor-Produkten werden verschiedene weitere Textilwaren hergestellt.

Salewa

Salewa ist ein traditionsreicher Hersteller aus den Dolomiten. Ihre Produkte decken den gesamten Bergsport-Bereich ab.

Ortovox

Ortovox ist eine renommierte Marke, die neben Outdoor-Textilien auch Notfallausrüstung herstellt. Sie macht durch nachhaltige Produktion auf sich aufmerksam.

Millet

Millet steht für hochwertige Bergsportprodukte aus Frankreich. Bekanntheit erlangte das Unternehmen durch eine Kooperation mit Reinhold Messner.

The North Face

The North Face ist ein amerikanischer Hersteller. Neben reinen Outdoor-Artikeln bietet das Sortiment auch weitere modische Textilien.

Wo kann man einen Biwaksack kaufen?

Wie bei vielen anderen Produkten hast Du auch beim Biwaksack die Wahl zwischen Online-Shopping und dem Fachhandel vor Ort. Spezielle Outdoor- oder Sport-Shops in Deiner Stadt können Dir eine zusätzliche Beratung bieten, haben aber oft nur eine begrenzte Auswahl an Biwaksäcken. Zudem punktet der Kauf im Netz durch seine Bequemlichkeit und deutlich günstigere Preise. Hierbei kannst Du Dich zunächst auf den Seiten der jeweiligen Hersteller informieren. Für die endgültige Auswahl empfiehlt sich, aufgrund der breiten Produktauswahl, Amazon.

Wie viel kosten Biwaksäcke?

Günstige Biwaksäcke erhältst Du bereits ab 10€. Diese bestehen jedoch oft aus minderwertigem Material, welches zwar wasserdicht, aber nicht atmungsaktiv ist. Solche Biwaksäcke taugen nur tagsüber als provisorischer Schutz vor plötzlichem Unwetter. Für hochwertige Modelle werden in der Regel 40€ bis 100€ fällig. Ab diesem Preissegment kannst du von einer langen Haltbarkeit und einem guten Schlafkomfort ausgehen. Vermehrt kommt hier auch atmungsaktives Material zum Einsatz. Professionelle Biwaksäcke kosten Dich meistens dreistellige Beträge.

Biwaksack Test-Übersicht: Welche Biwaksäcke sind die Besten?

Oft geben Testübersichten gängiger Verbraucherportale Aufschluss für die Kaufentscheidung. In der nachfolgenden Tabelle sind die Resultate zusammengefasst:

TestmagazinTest vorhanden?Veröffentlichungs-JahrKostenloser ZugangMehr erfahren
Stiftung Warentestnein
Öko Testnein
Konsument.atnein
ktipp.chnein

Wie man sieht, existiert zum jetzigen Zeitpunkt leider kein Test eines verbreiteten Magazins. Da dieser Ratgeber regelmäßig aktualisiert wird, findest Du hier gegebenenfalls zukünftige Verbrauchertests zum Thema Biwaksack.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Biwaksack

Im Folgenden sollen einige typische Fragen rund um die Themen Biwak, biwakieren und Biwaksack geklärt werden.

Was bedeutet biwakieren?

Ein Biwaksack findet vielfältige Anwendung bei Outdoor-Aktivitäten aller Schwierigkeitsgrade. Im Gegensatz dazu werden die ursprünglichen Begriffe „Biwak“ sowie „biwakieren“ häufig nur mit sehr anspruchsvollen Bergtouren in Verbindung gebracht.
Doch eins nach dem anderen: Der Begriff „Biwak“ ist an das französische Wort „bivouac“ angelehnt, welches wiederum von dem niederdeutschen „bîwake“ (=„Beiwache“) abstammt. Ursprünglich beim Militär beheimatet, machten sich Bergsteiger den Begriff zu eigen. Heutzutage wird er für ein spartanisches, meist spontan aufgeschlagenes Nachtlager im Gebirge verwendet.
Ein Biwak kann geplant sein oder auch unfreiwillig entstehen („Notbiwak“), letzteres meist aufgrund von Erschöpfung oder Unwetter. Während der Begriff „Biwak“ für die Unterkunft an sich verwendet wird, versteht man unter „biwakieren“ folgerichtig die entsprechende Tätigkeit.

Was sind Biwaksäcke mit Membran?

Eine Membran ist ein atmungsaktives Material, welches Feuchtigkeit als Dampf austreten lässt, ohne dass Flüssigkeit von außen in den Biwaksack eindringt. Biwaksäcke mit Membran sind für Touren mit mehreren Übernachtungen unbedingt zu empfehlen. Mehr findest Du im Abschnitt “Kaufkriterien”.

Wie reinige ich einen Biwaksack?

Prinzipiell kannst Du den Biwaksack ganz normal in der Waschmaschine waschen, es sei denn, das Etikett oder die Gebrauchsanleitung rät davon ab. Um kein Risiko einzugehen, solltest Du auf Weichspüler verzichten. Das Material könnte dann Schaden nehmen, insbesondere, wenn es sich um einen Biwaksack mit atmungsaktiver Membran handelt. Nach der Wäsche lässt Du den Biwaksack am besten an der frischen Luft trocknen.

Wie verwende ich einen Biwaksack richtig?

Der Biwaksack ist leicht zu verwenden. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist er dem Zelt überlegen. Du kannst ihn einfach ausrollen und dich mitsamt Deines Schlafsacks hineinlegen. Eine Ausnahme bilden Biwakzelte mit Gestänge, bei denen Du Dich kurz dem Aufbau widmen musst. Unter den Biwaksack solltest Du eine Isomatte legen, um Dich vor dem kühlen Untergrund zu isolieren und bequemer zu schlafen. Je nach Untergrund und Wetter solltest Du dein Lager auf einer zusätzlichen Plane ausbreiten.

Was unterscheidet einen Biwaksack von einem Zelt?

Biwaksäcke können anstelle eines Zelts benutzt werden. Sie sind leichter und flexibler, dafür müssen Abstriche beim Komfort gemacht werden. Als Hybridform gibt es auch Biwakzelte, welche in ihrer Größenordnung zwischen Biwaksack und Zelt liegen. Genaueres findest Du im Abschnitt “Biwaksack vs. Zelt”.

Was unterscheidet einen Biwaksack von einem Outdoor-Schlafsack?

Die wenigsten Schlafsäcke integrieren die Funktionen eines Biwaksacks. Der Schlafsack ist für Wärme und Bequemlichkeit zuständig, der Biwaksack für Schutz vor Wind und Nässe. Biwaksack und Schlafsack ergänzen sich also gut. Für eine Übernachtung unter freiem Himmel benötigst Du beide Utensilien.

Brauche ich Zubehör für den Biwaksack?

Zubehör für den Biwaksack brauchst Du nicht zwingend. Natürlich kannst Du es aber nach Belieben ergänzen. Beispielsweise kann ein Moskitonetz oder ein anderweitiger Insektenschutz nützlich sein. Bei manchen Biwaksäcken ist dies schon integriert. Anders als beim Zelt benötigst Du für einen Biwaksack keine Heringe. Auch Gestänge erübrigt sich – die Ausnahme bilden Biwakzelte, bei denen das Gestänge integriert ist.

Beachte: Ein Biwaksack per se braucht kein Zubehör. Bedenke jedoch, dass Du bei Übernachtungen im Biwaksack unbedingt einen Schlafsack und eine Isomatte benötigst.

Weiterführende Quellen

Rechtliches zum biwakieren
Atmungsaktivität erklärt

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